Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 71 (6.9.1886)
- Date
- 1886-09-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Kleider \\\ veriheileu : 20) oh*’ nor?: ^iiv Bekleidung (inner .Kinder; ü t> mit ueifiljüiuie Vlnii.e mit Mleiöcvn \\i bedeuten; ‘JiM ci'r nu .vir Beriheilung mm 'AWiKljc. nn arme Hernien; 2-i) ysw y? zur Bertheilnilg mm dusche mi arme Wittwen; 2l) ^->.t nrw, um orme .Siiubcr mit Schuhen zu versorgen; 2.',) nwria zur AusfttUtmifl armer Bräute und 20. um (Geldspenden für das heilige Laude zu sammeln. 'Aus diesem Berzeichuisse der hier bestehenden Ehebroth wird mau ersehen, das; unsere Gemeinde nicht nur was ihr Alter, sondern auch was ihren Wohlthätigkeitssinn anbelangt, zu den ersten des Abendlandes gehört. Unsere Gemeindemitglieder spenden für Aller? und zu Allem, sie bedenken die Lebenden und die Todten, die Säuglinge und die Greise, die Bräute und die Wittwen, die Armen am Tiberstrande uiib die aut Jordan und auf ein jedes derselben bezieht sich das Wort Jeschaijahu's: tspN’ t:di pis (Deine Tugend wird vor Dir hergchcn und Gottes Herrlichkeit wird Dir folgen.) Nicht mit Unrecht wurde daher unsere Gemeinde schon seit den ältesten Zeiten als eine r£np -arip (heilige Gemeinde) bezeichnet, denn eine solche war sie stets und wird es auch stets bleiben.. Bemerken wollen wir noch, das; schon int Jahre 1073 der jüdisch-italienische Dichter Samuel Saportas die WohlthätigkeirSanstalteu der Gemeinde Nom besungen hat. — Das Ministerium des Auswärtigen hier hat unserem hochverehrten Glaubensgenossen, dem Leibarzte des Sultans von Zanzibar, Tr. I s a k Gregory d'A r b e l l a, der den kürzlich abgeschlossenen italienisch-zanzibaritischcn Handels- und Freundschaftsvertrag aus dem Italienischen ins Arabische übertragen, einen mit Diamanten besetzten Ring als Souvenir übersendet. Zugleich muß ich hier berichtigen, daß der genannte Herr Doktor nicht, wie es unlängst in den italienischen Journalen hieß, von König Humbert den italienischen Kronenorden, sondern den Maurizins- und Lazarusorden, welcher bekanntlich der erste Orden Italiens ist, erhalten hat. — Tie Tochter des hochverehrten Rabbiners von Easale und Herausgebers der jüdisch-italienischen Monatsschrift „Bcssillo Jsraelitico", Frl. Gemma Servi, hat an der Müdchen-Präparandic zu Bereelli ihre Prüfung als Jndustrielehrerin mit Auszeichnung bestanden. Frl. Servis steht jetzt im 10. Lebensjahre. — Der Oberst Eav. Giuseppe Ottolenghi, bisher dem General nabe zngerheilr, wurde zum Geueralstabs-Ches des in Piemont stationirteu Arince-Evrps ernannt. Auch Laien im Milirärrache werden wohl zu würdigen wissen, welche hoheEbre einem unserer Glaubensgenoffen durch diese Beförderung zu Theil geworden ist. - Der Schwnrgerichlshos in Livorno hat vor einigen Wochen ciiicii Israeliten wegen angeblicher Wechseljälschnng zu!jährigem schweren Kerker vernrtheilt. Die Augelegenheit kaut dann vor den Appellhof in' Lncra. der den Angeklagten ans eine glänzende Bcrtheidignngsrede des Dr. Da rio E a sts ut o, gänzlich freisprach. --- In Folge eines zwischen Italien und der Republik Kolumbien in Südamerika ansgebrochenen Konfliktes wurde der dortige italienische Geschäftsträger und Generalconsul David Segrv abbernsen. Unterdessen haben beide streitenden Parteien die Krone von Spanien als ihre Schiedsrichterin gewählt, und erhielt daher Herr Segrö den Auftrag, sich nach Madrid zu begeben, um dem dortigen Kabinete die nöthigen Aufklärungen zu diesem Falle zu geben. So ehrt Italien sich selbst, indem es seine jüdische Kinder ehrt. Spanien. Madrid. Tenor I. Lopez Lapuya in Madrid fährt in den „Arch. Jsr." in seiner Befürwortung der Einwanderung von Juden in Spanien fort. Er habe jüngst eine hohe Persönlichkeit der katholischen Neligion über diesen Gegenstand gesprochen, welche wie er der festen Uebcrzengung lebe, daß gerade die strenggläubigen Katholiken der Niederlassung von Inden günstig gestimmt seien. R u ß l a n d. Petersburg. Schlag auf Schlag erfolgen die Maßregeln gegen die Juden in Rußland. Wie man von guter ^eite meldet, wird jetzt in Negierungskreisen geplant, alle Juden aus den Dicnftlistcn aller Behörden zu streichen und dieselben sogar aus allen Privatirrsutntcn zu verdrängen. Außerdem soll cs den jüdischen Handwerkern verboten werden, in ihren Werkstätten christliche Handwerker zu beschäftigen. Ferner soll ein Ukas erscheinen, wonach alle auf den Straßen und Jahrmärkten handelnde jüdische Berkänfer ausgcwiesen werden sollen. Diese Nachrichten beschäftigen jetzt die russischen Blätter der Hauptstadt, welche darauf Hinweisen, das; die jüdische Bevölkerung der Hauptstadt schon ans 20,000 Seelen angewachfen fei. Die Rückwirkung dieses Borgehens seiten der Behörden dürfte schwerlich im Innern des Landes ansbleiöen, und es steht zu befürchten, daß die Ausweisungen in Petersburg blutige Jndenhetzen in den Provinzen nach sich ziehen werden. (W. Jsr.)