Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 71 (6.9.1886)
- Date
- 1886-09-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«217 ritiaiK'üiihitcrialo an hi'öihtc galizi sitze Wemciiibvii i^rjdndcr Vlufruf ernab, das; sich über 7oo uintcii, inner denen sich diele Gtzmuasial-, Wen! lind absolvirte Volks- und Vurgersitzüler befinden und ferner eine große Anzahl non Jünglingen im reiferen Atter um Aufnahme bewarben, ein sprechender Beweis, das; die jüdische Jugend (Galiziens die schwerste körperliche Arbeit nicht scheut. 2» den letzten Tagen hat die Auswahl der Knaben und die Verkeilung der als geeignet Befundenen an die Landwinde in Galizien und der Bukowina stattgefnnden. Hoffen wir, das; Beide, Landwinhe und Zöglinge, von dein Ernste und der Bedeutung dieses Beginnens gleich durchdrungen fcm werden und daß dieser Versuch zukunftSverheisscnd sich gestalten werde. Außer den vorgenannten, für specielle HandwerkSzwecke uns gewordenen Widmungen hat uuS in gewohnter Mnnisicenz der Chef deS Wiener Hauses Rothschild für dieses und das Pariser Haus bereits im Jahre 1684 einen namhaften Credit für Unterrichts- und humanitäre Zwecke in Galizien eröffnet, den wir nach einem vereinbarten Maaßstabc von uns selbst bestrittener Auslagen in Anspruch nehmen dürfen und auch thcilweise bereit in Anspruch genommen haben. Einzig und allein dieser Credit und diese materielle Basis haben es uns möglich gemacht, mit der Thätigkeit in Galizien eilten Anfang zu machen und wenn heute das, was wir anstreblen, Leben gewinnt und Andere zu Leistungen anspornt, so danken wir dies auch diesmal der großmüthigen Initiative des Herrn Baron Albert von Rothschild. Von einer anderen muuisiceuten Seite sind uns gleichfalls erhebliche Snbsidien für eine Ncihe von Jahren zugesagt worden. Die Zahl der Jahresmitglieder hat sich in 1885 neuerlich um 416 Mitglieder und um einen Jahresbeitrag von fl. 1656.50 erhöht. So erfreulich diese Zunahme ist, so sieht sie doch in keinem Verhältnisse zur Steigerung unserer Ausgaben und zur großen Zahl von beitragenden JahrcSmitgliedern unserer Schwestervereine im Anslande. Italien. Rom, 26. August. Da'NUN unser Ghetto mit seinen ehrwürdigen und alten Gottes- und Privathäusera der Temolmmg preisgegeben wird, um einem neuen Stadnheile mit modernen Tempeln, Palästen und Zinshäusern Platz zu machen, so wollen wir diesem ältesten Judeuv'iertel Europas, bevor eS gänzlich aus dem Dasein geschwunden ist, einige Worte der Erinnerung widmen. Im Ghetto befinden sich fünf Smmgvgen, genannt: 11 'iVmpio (Tempel) Sciinl.t Xu.'Vre lAeuschnlj, Sn.uht SirihiüH (Siziliairische Schule), Sninlii rnstijüiaiia uuDScn. l;i r.jhilun.i (Maüiii)ilK und katalanische Schule). Der Vorstand nnserer Gemeinde besteht gemäß dem neuen von der Mrone äm 27. September 1*^ sanclionirten Slatntc aus vierzig Mitgliedern, an deren Spitze der hochverdiente Samuele Alarri glänzt, der, trotz der achtzig Jahre, die er ans seinen Schultern trägt, nod) immer einen wahrhaft jugendlichen Eifer für unseren heiligen Glauben und unsere Gemeinde entfaltet. Unsere Gemeinde besitzt auch vier große Ehebroth und zwar: I) erh -r.y für die Armen- und Krankenpflege; 2) s'-cn für Leichenbegängnisse und Friedhofangelegenheiten; 3) D'jpi 2&G zur Unterstützung der Alten und Greise und 4) uw* nois? für EultuS- und rituelle Allgelegenheiten. Von diesen vier großen Ehebroth hängen folgende sechsnudzwanzig kleinere Ehebroth ab oder stehen mit denselben in Verbindung. Diese heißen: nna 'byi, mit den (Gevatter und 7.112 beizustellen und die armen Wöchnerinnen zu unterstützen; 2) c'ti mix, um den Sterbenden die letzten Dienste zu erweisen und den armen Familien im Winter Bettdecken zukommen zu lassen; 8) nn:2 um in der Woche der Trauer oder der Hochzeit' ein Bttnjan herbeizuschaffen; 4) x'2m ‘'ha, um in der stacht vor der Bcschncidnng die üblichen Gebete zu recitiren und zugleich auch für arme Bräute das Miigift herbeizuschaffen; 5) c'7m np'2 und 6) pir-2 für Herbeischaffnug der Krankenwärter und Medikamente: 7) 2'N2.i rv&, um eine entsprechende Anzahl von Personen zum Leichenbegängnisse zusammenznbringen: 8) L''?2x 2.1:2 und nu27x 1222, um arme Trauernde während der Trauerwoche mit Speisen und arme Wittlven mit Kleidern zu versehen : 9) rßTjq.rr.Tj?, um bei Krankheitsfällen Thillim zu sagen; 10) nm:2 nbir, um arme Leute mit Mesusoth zu versorgen; 11) 121:1 'p^i2, um die Armen mit Ehanukalichteru zu versorgen; 12) 1111 '1222, nm das Thoraftudimn zu fördern; 13) nr-2N*i r.2N nm:2, um am Sabbat nützliche Vorträge halten zu lassen; 14) L"i yy zur Errichtung von Kindergärten nach Fröbel'schen Bknster: 15) DT.y ",'2ip m'.rb für Mischnasöth- und Talmndvortrüge; 16) resr *p’H2, um die Armen mit SabbaUlchtern zu versorgen; 17) r-rrn zur Waschung der Leichen und Herbeischaffnug der Grabgewänder; 18) *Nip2 r*rp, um in der siebenten Peffach- und der ersten Schabuolhnachr und dann in der Rächt von Hoschaua Nab bah die üblichen Ttzoraabschnilte vorzulesen: 19) 2 2-y 2-272, um au die Armen Wasche und Bettzeug und an die entlassenen Strästinge