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Der Israelit · 1886-09-06 · Heft 71 (6.9.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 71 (6.9.1886)
Date
1886-09-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1210 trafle* mi fas. ir»uo für rumöii.jüdische Auswanderer nicht entschlagen. So befriedigende 2!ej'nltate auch die von uns gegründeten Schulauftalten in Wal hielt zu Tarte rtcfövbcvt haben und so groß auch die materiellen Mittel sein märten, welche schon diese beanspruchen, so befinden wir uns doch erst im einleitenden Studium der uns für die galizischcn Glanbensbrüder erwachsenden Aufgaben und werden wir denselben erst dann die geplante Ausdehnung geben können, wenn es gelingt, dafür die Mitwirkung des großen Publikums zu gewinnen. Wir müssen umso eifriger bestrebt sein, unsere dermalen leider noch spärlichen in keinem Verhältnisse zu den an uns hcrantretcnden Ansprüchen stehenden Jahrcseinkünfte zu vergrößern, als wir es^ ja nicht bei den Schnlgrnudungen bewenden lallen können, vielmehr hauptsächlich dahin zielen müssen, die jüdische Jugend Galiziens, soweit es nur unsere Kräfte gestatten, dem Handwerke und dem Ackerbaue zuzuführen. Und auch nach diesen beiden Richtungen haben wir bereits mit allem Nachdrucke zu arbeiten gcgonncn. Was zunächst das Handwerk anbelangt, so haben wir, nachdem wir früher einige galizisch-jüdische Zöglinge bei hiesige Handwerkern untergebracht hatten, unser Augenmerk ans die in Galizien bereits bestehenden Vereine zur Förderung des Handwerks unter den dortigen Juden gerichtet, welche wir zu unterstützen gedachten, um es ihnen zu ermöglichen, die jüdische Jugend in größeremMcmße, als dies bisher der Fall war, dem Handwerke zuzuführen. Als für diese Zwecke sehr geeignet, bot sich uns die Bernstein-Stiftung in Lemberg dar, welcher wir zur Aufnahme von 25 neuen Handwerkszöglingen eine jährliche Subvention von fl. 2500 auf vier Jahre bewilligten, (yiiic einer anderen Körperschaft in Galizien für diese Zwecke zngcsagte Subvention ist bis jetzt noch nicht in Anspruch genommen worden. Wir ließen es jedoch hierbei nicht bewenden. Wir hatten nämlich inzwischen die Ueberzeuguug gewonnen, und sie wird auch von allen maßgebenden Körperschaften und Persönlichkeiten in Galizien getheilt, daß nur die Errichtung von gut geleiteten Musterwerkstätten zu dem gewünschten Ziele führen könne. Und die in dieser Richtung gepflogenen Recherchen und Berathungen ergaben das Resultat, daß man norhwendig damit beginnen müsse, in West- und Oft-Galizicn wenigstens je eine, mehrere Werkstätten unlfassende und mir fachlichem Unterrichte verbundene Handwerkerschnle zu gründen. Obgleich nun die hiezu erforderlichen Geldmittel ganz bedeutende sind, so sind die diesbezüglichen Vorarbeiten bereits so weit gediehen, daß wir uns der Hoffnung hingeben dürfen, Ihnen fdiini das nächste Mal über die inzwischen erfolgte Gründung einer Handtverkerfchnle Bericht aTtattai zn können. Es sind tlns von zrvei ausgezeichneten Menschellfrennden Anbote genlacht worden, lvonach der eine derselben unter gewissen, erst scstznstellenden Bedkurtnngen eine Werkstätte für mehrere Handwerke auf seine Kosten erbauen lassen will, während uns von dem durch seine Humanität berühmten Freiherrn von Hirsch in Paris vorläufig eine Summe von Frcs. 25.OOO für die Erhaltung einer Haudwerkerschule zur Verfügung gestellt wurde. Tie bisher für diesen Zweig unserer Dhätigkeit aufgeweudeten Kosten betrugen im abgelaufenen Jahre laut des Ausweises fl. 2885. — Große Schwierigkeiten stellen sich der Zuführung der jüdischen Jugend znm Ackerbaue entgegen, da in dieser Richtung noch keine wie immer gearteten Vorarbeiten, an welche man ankuüpfen könnte, im Lande vorhanden sind und wir es hier mit etwas ganz Neuem zu thnn haben. Die Sache beschäftigte uns durch lauge Zeit und wir hübe» schon vor einigen Jahren ans Antrag unserer Filiale, in Tarnopo! eine Anzahl von Stipendien für jüdische, eine galizischc Ackerbauschule besuchende Zöglinge amt. Aber damit war wenig gethan. Denn abgesehen davon, daß die auf die- Jem Wege der Feldarbeit znzuführende Zahl der Zöglinge nur eine verschwindend kleine sein kann, so sind diese überdies, wenn sie den Eurs abfolvirt haben, bloße Theoretiker, welche es im besten Falle zn Aufsehern 2c. dringen: wir aber wollen Mt krisch geschulte echte und rechte Ackerbauer heranbilden. Gelingt uns dies, so werden wir im Laufe der Zeit nicht nur znm Nutzen des Staates arbcitssame jüdische Ackerbankräste schaffen, sondern auch jenen Gefahren begegnen, welche drückende Noth und mangelnde Erwerbsthätigkcit für Manche so oft zur Folge haben, indem wir der jüdisch-galizischcn Jugend neue, auf phnsischer Kraft beruhende Erwerbsarten eröffnen. Es gelang uns, jüdische Grundbesitzer und . Pächter in Galizien und der Bukowina dafür zn gewinnen, daß sie Knaben im Alter von 15 Jahren und auswärts in Gruppen von je 5—10 anmehmen, mit sie zn tüchtigen Feldarbeiten ausznbilden. Es haben sich ans unsere Anregung jüdische Landwirrhe bereit erklärt, eine größere Anzahl von Zöglingen unter der Bedingung anr- Zunebrnen, dast die Allianz für deren Bekleidung und Unterricht Sorge trage. Ein von uns vor wenigen Monaten behufs Erlangung der nörhigcn

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