Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 71 (6.9.1886)
- Date
- 1886-09-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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12 tt krümmen die Allste der Seligkeit erschauen werde»«, die für die vollkommenen Menschen bestimmt ist, fd werden sie jeden Augenblick bedauern, welche sie hienieden »»»»thätig verbracht haben. pr»n N'2.-> Vp). „llnd der Hausherr drängt." Der Hausherr, von welchenl Nab bi Tharphon spricht, ist der allmächtige 6wtt. Mit dieser Bemerkung können wir auch einen räthselhaften Ausspruch unserer Weisen erklären; sie sagen: y? tqixiv no. bi nüo pn nti'y rvun 7p2. Alles, was der Hausherr dich heißt, das thne; nur, wenn er dir fortzngehen befiehlt, so folge ihm nicht. Nach unsrem modernen Recht wurde ein solches Verfahren eine Anklage »vcgen Hausfriedensbruches nach sich ziehen können. Man hat daher vielfach versucht, den Ausspruch der Weisen anders als nach dem einfachen Wortlaute zu erklären. Die gewöhnliche Erklärung ist folgende: Wenn du in das Haus eines Andern kömmst, so sei zurückhaltend und bescheiden; thne nichts, wozu der Hausherr dich nicht vorher auffvrdert; setze dich nicht, bevor er dir einen Sitz anbietet; iß und trink nicht, selbst wenn Speisen und Getränke bereit stehen, ehe daß der Hausherr sie dir anbietet; nur Eins thue aus dir selbst und »varte die Aufforderung dazu nicht ab: werde nicht lästig durch zu lange ausgedehnte Besuche; gehe fort, bevor mau dich zum Fortgehen auffordert. Wir hätten demnach zu übersetzen: Warte in allen Dingen die Aufforderung des Hausherrn ab; nurzum Fortgehen lasse dich nicht erst anffordern. — Es ist das allerdings eine sehr schöne und beherzigende Anstandsrege! - doch erscheint die Deutung ein »venig gezwungen; »vir »vollen daher noch eine Erklärung geben, die dein Wortlaute des Ausspruches mehr entspricht. Der große Gelehrte, Elischa beu Abusah, der ein Abtrünniger geworden rvar, ritt einst au einem Sabbat an bem Lehrhause der Rabbi Meir vorüber. Die Schüler sprachen zu Rabbi Meir: Da reklet dein Lehrer. Rabbi Meir verließ darauf das Lehrhaus und folgte dem Reiter, viele Fragen an Elischa richtend, die dieser vom Pferde herab beantwortete. Endlich sprach Elischa: Meir, mein Sohn, kehre um! Au dem Hufschlage meines Pferdes habe ich abgezählt, daß bis hierher die Sabbatgrcnze reicht; du darfst mir nicht »veiler folgen. — Da brach Rabbi Meir in Thränen aus und bat: Rabbi, kehre auch du um! — WehmnthsooÜ antwortete Elischa: Ich kann nicht. Am verflossenen Versöhnnugsrage. der auf einen Sabbat fiel, ritt ich an der Ruine des heiligen Tempels vorüber und hörte eine Stimme rufen: Kehret zurück, ihr irrenden Kinder mit Ausnahme von Acher (Beiname des Elischa), der Mich ci'frtiuit hat und Blich bemtoef) verlasse»». — Dennoch, lehre»» die Weiser», hätte Elischa sich nicht abhalteu lassen sollen, zu Gott zurückzukehreu, da keine Sünde groß genug ist, die nicht von Reue und Buße überwunden werden könnte. Ueber die Bede»»t»mg des Wortes »w „gehe weg", sinder» »vir eine Erklärung unserer Weisen zu l.B. d. K., E. 22, B. 22. Der Geist des ermordeten Raboth hatte sich erboten, den König Achab zu verführen, nach Ramoth Gileath zu ziehen, damit der böse König dort sein Ende finde; er »volle als ein Geist der Lüge im Munde der Propheten Achabs fein. Und Gott sprach zu dem Geiste des Raboth: ns, das heißt: tstisq ns „gehe hinweg von Mir, von Meiner Umgebung!" Denn Gott haßt die Lüge. Uud nun werden »vir jenen Ausspruch der Weisen erklären können: mrp nan bvi na h „Alles, was der Hausherr, das ist, der Herr des Weltalls, der allmächtige Gott, dir sagt, das thne; folge treu und sorgfältig allen Seinen Geboten, pn NW aber wenn Gott selber zu dir sagt: Gehe hinweg von Mir, Ich will nicht, daß du zu Mir znrückkehrst", wie Gott zu Elischa den Abuja gesprochen, in diesem Falle folge selbst der göttlichen Aufforderung nicht! Gerade wie ein Vater, andern der Sohn sich versündigt, dessen Vaterherz der Sohn mit schrvcrem Kummer belastet hat — Schlimmes uud Böses hat der ungerathene >sohn gar vieles gethan, so daß es den Anschein hat, daß ihm der Vater niemals verzeihen iköune; endlich kehrt der Sohn zurück, das Herz voll bitterer Rene, und »virst sich dem Vater zu Füßen. Dieser aber wendet sich ab rmd spricht: Gehe hinweg, ich »vill nichts von dir 'wiffen; du hast Meine Laierhuld zu oft mißbraucht! — Was soll da der Sohn thun? Soll er der Weisung des zürnenden Vaters folgen, sortgeheu, aufs Reue sündigen und schlimmer »verden denn zuvor? Rein und tausendmal nein! Wenn der Vater ihn auch noch so strenge abweift, soll er nicht ablaffen zu bitten und zu stehen, zu weinen und seine aufrichtige Reue zu versichern, bis das Vaterberz überqnillt in Liebe und Erbarmen. (Fortsetzung folgt.) Literarischer Werkcht. Der Talnmd oder das Prinzip des planetarischm Einstmres nach der Anschauung des Talmud. Von Rabb. <-al. Thein. 3. Aust. Amsterdam isss. Selbstverlag. S. Der reine Monotheismus, wie ihn das Indenthum lehrt, duldet naturgemäß nicht einen