Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 71 (6.9.1886)
- Date
- 1886-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XX VH. Jahrgang. JSh yr 9 f I E! n AenLrak - Hrgau für das ortyodoXe IudenLfium. Hcrailsgcgcben von S-r. Lehma»»» in Mainz. Montag, den «.September 6<l 46 (1886). gcifcube Ztrtikcl. Alt! Sprüche der Väter. II. Buch, £\vcitc Zlbtheilung. XXXVI. Mainz, 2. September, nmn "ezro. „Und der Lohn ist viel." Einst, erzählen unsre Weisen (Thoßephta Peah E. 2), hatie ein frornmcr Btaml eine (tafcc ans dem Felde vergeffen. Als er cs erfuhr, freute, jx sich ungemein und sprach zu seinem Sohne: Gehe hin und bringe für mich einen Stier zum Ganzopser und einen Stier zum Freudenopfer! Verwundert fragte der Sohn: Mein Later, warum freust du dich mit dieser Mizwah mehr als mit allen andern Gottesgebotcn i — Siehe, mein Sohn, belehrte ihn der Vater, alle andern Gebote müssen wir mit vollem Verständnis; und mit vollkommener guter Absicht vollbringen: dieses Gebot aber, daß wir die vergessene Garbe den Armen überlassen, knüpft sich an eine Gedankenlosigkeit unsrerseits, und doch heißt cs von ihm: Wenn dn ernten wirst deine Ernte auf deinem Felde, und du tvirst vergessen eine Garbe aus dem Felde, so sollst du nicht zurückkehren sie zu holen; dem Fremdling, der Waise und der Wittwe soll sie sein, damit dich segne der Ewige, dein Gott, in allen Werken deiner Hände (5. B. M. C. 24. L. 19). Und nun schließe von diesem Gebote auf alle die andern. Wenn^ schon für dieses Gebot, das an ein Vergessen, an eine Gedankenlosigkeit sich knüpft, der Allgütige Leinen reichen Segen verheißt, wie erst wird Er die Erfüllung der Gebote belohnen, die wir mit vollem Verständnis; und in vollkommener Absicht vollziehen! — Einen ähnlichen Schluß ziehen unsre Weisen am Ende des Traktats ISI^n!in (F. 141): Es heißt in der heiligen Schrift: Wenn sich darbietet ein Vogelnest vor dir, auf dem Wege, auf jedem Baum oder auf der Erde, junge Vögel oder Eier, und die Mutter ruht auf den Jungen oder auf den Eiern, so sollst dn nicht nehmen die Mutter fammt den Jungen. Fortschicken, fortschicken sollst du die Mutter, und die Jungen magst du dir nehmen, damit es dir wohl gehe und bn lange lebest. (5. V. M. C. 22. V. 6—7). Wenn schon für das Wegschicken der Vogclumtter, die vielleicht den Merl^eine^kleme^r Silberniünzc hat, Wohlergehen und langes ~ Leben verheißen wird, wie unendlich groß wird da der Lohn sein, den der allgntigc Gott für die Erfüllung derjenigen Mizwoth bestimmt, die oft nur unter schweren Opfern zu erfüllen sind! — Alles Glück und alle Herrlichkeit, welche die Propheten verheißen haben, lehren die Weise:: (Berachoth 34), beziehen sich nur ans das messianische Reich; von der zukünftigen Welt aber heißt es: >kcin Auge hat sie geschaut, denn Tu, o Gott, allein! lJcsaias E. 64. V. 3). — Alles Glück und alle Herrlichkeit, welche die Propheten verheißen haben, beziehen sich nur auf die reuigen Sünder, aber in Bezug auf die vollkommen Frommen heißt cs: Vtciu Äuge hat es geschaut, denn Ln, o Gott, allein! — Alles Glück und alle Herrlichkeiten, welche die Propheten verheißen haben, beziehen sich nur aus den, welcher seine Tochter einem Talmid Ehacham verheirarhet, oder wer einen Talmid Ehacham in seinem Geschäfte unterstützt, oder wer von seinem Eigenthnm einem Talmid (5hacham zu Gute kommen läßt; von den Talmide (5bachamim selbst aber heißt es: Mein Auge hat es geschaut, denn Tu, o Gott, allein! — Auch nur anuährend die Wonne der ewigen Seligkeit schildern zu wollen, ist unmöglich/und doch gibt es auch darin Abstufungen, und wenn die