Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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I dar, um auch bei* Abuma liM Pairiarchj der abesfunischcn Vtirche residirt. In ncHcflcr;{eü icouil) Ijiit der Müiiiti seine Residenz mul) Vlbim verteil, um der.stufte und füiuit auch tvuippa uäljer zu feilt. Au der Spike der iyalafdjiio tu Aona steht der Ras (bw Häuptling*), der zugleich auch als ihr Züchter fimgirt. Derselbe ist dem über die ganze Stadt geletzten Ras nutergestellt, von dein er auch - feine Instructionen entgegennimmt. Ein schwedischer Missionär, der eine längere Zeit in Adna geweilt und daselbst steistig mir dem Könige und seinen Ministern conferirt hatte, erzählte mir, das; König Johannes, der ein vorzüglicher .Stenner des Arabischen ist, auch die hebräische Quadratschrift m*rN 3ro wohl kennt, und sei er sogar im Stande manches hebräffche Wort, das der Bibel entstammt, niederznschreiben. Vor zwei Jahren hatte auch ein jüdischer Kaufmann ans Wien, Karl Kohn, der damals zu Kassala in Nubien wohnte, und von dort ans die Schönbrunner Menagerie, ebenso auch den bekannten Thierhündlcr Hagenbeck in Hamburg mit wilden Thieren versorgte, der aber seither schon verstorben ist, eine Audienz bei dem Regns, der sich eine längere Zeit mit ihm in arabischer Sprache unterhielt. Der König erkannte sogleich aus dem Namen Kohn, das; er es mit einem Inden zu thun habe und versicherte er ihm dann, das; er nicht anstehen würde, europäisch-jüdischen Geschäftsleuten die Ansiedelung in seinem Reiche zu gestatten, foferne diese sich als abessynische Staatsangehörige erklären würden. Er Hage nur die europäischen Missionäre, die Haß und Zwietracht in seinem Lande säen wollen. Leider hat cs Herr Eohn unterlassen, sich in Adua zugleich auch ein wenig nach den Verhältnissen seiner Glaubensgenossen, der Falaschas, daselbst zu erkundigen, worüber diese sich später zu den Europäern in dieser Stadt bitter beklagten. In einem späteren Schreiben werden wir über die Falaschas in der Provinz Semen sprechen. O st i n d i e n. In Calcutttt wurde am 1'.). Juli vom Gouverneur von Bengalen, Sir Rivers Thompson der Grundstein zu dem isr. Spital „Esra" gelegt, welches die Wittwc des verstorbenen E. D. I. Ezra zum *) Die 'Jlfcefuimer haben rablreiche Vorre aus dem Hebräischer: urrd Arabischer! in ibre Tvrache aufZenomnieu. vou Leuen ne noch deure. rrokdem ihre Munerivracke. das Ambari'che. eraeue Äusdrüete für Liescldcu Lar. rüchr lassen zollen. Meiner '.Innchr nach in s.'gar der Tire! des Königs von Mccjsvuieu. Srr .Negus" laurer. bcdräiscden tlr'orurrgs uuS stamm! er von dem LSorre (Ämrcidrr. Ssberaussrher) her. Anmerkung des Eorrefpondenten. Andenken an ihren verstorbenen Mann ans eigene .St osten erbauen läßt. In einer längeren Rede hob der (SUmiu'uteur die Wolilihäligkcit der Israeliten hervor, die eine Rationaltugend dieses Volles sei. Feuilleton. Michael. Erzählung von L. nohn, Verfasser von Gabriel. - (Fortsetzung.) Der Pfarrer machte eine kurze Panse. Er überlegte, er wollte bcu Bürgermeister, nachdem er ihm so viele herbe Wahrheiten gesagt, nicht noch in einen höher» Grad von Erbitterung, die Dritten schädlich werden konnte, versetzen und sprach: „Da ich aber sehe, daß Ihnen viel daran liegt, daß Lorenz den Gymnafialnrtterricht von ntir empfange, will ich Ihrem Wunsche jedoch nur unter folgenden Bedingungen Nachkommen: „Lassen Sie diese hören," rief der Bürgermeister ungeduldig. „Vor Allem muffen Sie Ihrem <2ohne auch noch einen tüchtigen Informator, etlva den Lehrer Balanek halten, der die großen Lucken seines Wissens in den Rorrnalschulgegenständen, so rasch und so gut als möglich aus füllt . . . ." „Zngcstanden!" warf der Bürgermeister dazwischen. „Zweitens, behalte ich mir ans- und nachdrücklich vor, daß ich in dem Momente, in welchem ich erkennen sollte, daß meine Bemühungen bei Lorenz fruchtlos sind, ich den Unterricht sofort abbreche." „Auch das> räume ich Ihnen ein," rief der Bürgermeister eifrig, „um fojiteljr, als ich überzeugt bin, daß sie tncinem >Lvhn, gewiß ohne es zu wollen, Unrecht tfjun, ihn gar zu hart beunheilen. Sie werden sich überzeugen, die dummen Lehrer an unserer schule, die Hornochsen, haben es nur nicht verstanden mit dcnt aufgeweckten, regen Jungen umzugehen, haben es nicht vermocht, chm Respekt und Liebe zum Lernen einzuflößen, aber unter Ihrer weifen Anleitung wird er die prächtigsten Fortschritte tnachcn und Ihnen viele Freude bereiten." Der'Pfarrer schien trotz dieser zuversichtlichen Zusage in seiner ursprünglichen Meinung von Lorenz Golzinger nicht erschüttert zu fein, und fuhr fort: „Drittens und leötcns bitte ich Sie, Ihrem Sohne mir größtmöglichem Nachdrucke, einzuprägen, den klemm Michael nicht zu kränken: — das würde ich entschieden nicht dulden." - -