Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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iifliuifl; er benübte I)u?,ji jede freie Zeit, selbst auf seinem täglichen iltfeflc, den er bio nahe mi sein Ende znr Stadt machte, lernte er. Liesen Weift der Frömmigkeit und die üiebe zur nrn suchte er auch in seiner Familie zu erhalten und er hatte das Glück, Schwiegersöhne zu finden, die sich eben so sehr als min’« wie als ntn« ’tya anszcichncn. So konnte Rb. E. R. mit Befriedigung auf sein Leben zurückschauen; er hat dasselbe dem Dienste WotteS und der Menschheit geweihet und sich bei der Mit- und Nachwelt ein gesegnetes Andenken gesichert. Sein Tod, wenn auch eine ErliWrg von langwierigem Leiden, ward allgemein bedauert und fand bei feinem Leichenbegängnis; vollen Ausdruck. Da der Sterbetag am p"w und anderen Tags schon die map zu Schwan seid statt fand, so erfuhren nur Wenige von dem Traucrfall. Dennoch gaben ihm von hier auS zahlreiche Freunde und Verehrer das Geleite. Am Grade sprach Herr Distrikts-Rabbiner Bambcrger von hier, unter Anwendung der Talmudstelle pinn ero® '/TGT» -noy, bm\zr 12 die Eigenschaft des Verblichenen als rron p, als ’iirr und als geistiger Kämpfer schildernd. Auch Herr Dr. Dachauer widmete dem theuren Verwandten Löorte des Schmerzes und der Anerkennung. So möge er dort ruhen und geniesten vid rt'2&nt uns aber stets im dankbaren Gedächtnist bleiben, pns rrrr nb'y! R u m ä" n i c n. Bukarest. Große Sensation erregte jüngst die Verhaftung des Herrn Salomon I. Halfon, des Chefs des berühmten Bankhauses und Präsidenten der fcphardischcn Gemeinde. Herr Halfon ist einer der ersten in Rumänien naturalisieren Juden und eine im ganzen Laude angesehene Persönlichkeit. Die Polizei führte ihn wie einen gemeinen Verbrecher ins Gefängnist, weil er eine Geldstrafe von wenigen Franken zu bezahlen versäumt hatte, welche ihm vor VU Jahren auferlezt worden war, weil ein Grundstück seiner Schwester nicht gehörig abgeschlossen worden. Gleiche Behandlung wurde ihm im Arrest zu Theil. Erst nachdem der Ministerpräsident Bratiano davon Kenntniß erhalten, wurde er wieder befreit. A b e s s y n i e n. Massanah. (Schluß.) Sie betheiligcn sich jedoch nur durch fünf Tage der Woche an dem Bau dieses Palastes, da sie am isabbarh nicht arbeiten wollen und am Sonntag aus Rücksicht für ihre christlichen Mitbürger feiern. Immerhin ist es sehr anerkcnucnswcrth vom Negns, dessen Eifer für die Ausbreiluug des christlich koptischen Glan bcns bekannt ist und dessen Politik immer dahin zielte, aus Abesshnieu einen echten christlichen Staat zit machen, das; er - den Jaden gestaltet, au dein Ban seines Palastes mitzilhelseri. liegen die Mohamcdaner wäre er schlvcrtich so nachsichtig geiveseri, denn diese hat er erst vor wenigen Jahren ans seinem Reiche verbannt, tvoranf e r bereu Gotteshäuser in Mivcljeu uunuanbelii liest. Seit danials wagt cs kein Araber seinen Fnst auf abessynischen Boden zu sehen, da er zu befürchten hat, die Bevölkerung daselbst werde ihn maffaerircu. Wurde doch erst vor wenigen Wochen eine von RoseraS am Blauen Rile auSgczogcne arabische Karawane, die heimlich durch Äbessynien hieher nach Massanah gelangen wollte, an den Ufern des Tzanasecs überfallen und gänzlich niedergemetzelt. Die niedergemachten sechs arabischen Kaufleute und ebenso auch ihre zehn Diener wurden in den genannten See geworfen, damit sie den Fischen daselbst als Nahrung dienen sollen. Nun es mag auch sein, das; der König mit den Juden deshalb glimpflicher verfährt als mit den Mohamedanern, weil die Abcffhnier sich doch als die Nachkommen der zehn Stämme betrachten, und sind noch heute bei ihnen viele Sitten und Gebräuche der Juden heimisch. Der Schwiegervater des abessynischen Kronprinzen, König Mcnelik von Schoa, der ein Pasall des Ncgns ist und sonnt lammt feinem Lande noch 311 Äbessynien gehört, behauptet vor^sich sogar, daß er ein Nachkomme des Königs L-olomo und der Königin von Saba sei und lägt er sich sogar „junger Leu ans dem Hanse - David"-tirulircn. Die Dynastie Mcnelik's zählt heute schon 2900 Jahre und ist sie sonnt das älteste der jetzt regierenden christlichen Fürstenhäuser. Auch der Orden, den König Johannes vor etlichen Jahren gestiftet, heißt „Charam Snleiman" (ncta? snn), Salomo's Siegel und besteht er aus zwei ineinander verschlungenen Dreiecken, was die Inden gewöhnlich t.i ps (David's Schild) nennen und das noch heute das heiligste Symbol der Freimaurer ist. Die Falaschas bewohnen in Adua eigene Gassen, da sie nichr unter der übrigen Bevölkerung daselbst leben wollen, um nicht in der Erfüllung ihrer rcligiöfen Obliegenheiten gehindert zu sein. Auch von ihnen heißt es somit: iirnr.’ rS p: (Siehe, cs ist ein Volk, das allein wohnt, und zn den anderen Völkern nicht mitgerechnet wird.) Ihre Wohnhäuser daselbst sind die üblichen abessynischen Lehmhütten, aus denen zum gröstreu Theil die ganze Rcsidenzstadt erbau: ist. Tic eigenrliche abcsfymsche Haupruud Resioeuzstadl ist schon seit Jahrhunderten Gon-