Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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sehe» versuche, dasihm sooft ji,pJM,nuifl jüdischer Interessen, zur Erstrebuug vou Verbejseruugcu nnf jüdischem «Mcüictc und zur Et reich» ug voll deden^ tuugsvolle» Tliatsachen diente. 6'v ist Rabbi El iah Raphael Rosettbanltl iu Zell a. M. b"r, der aut dhjd 's p"*y \\ml) ttlehrjährigem, schwere»! beiden im Alter von 76 Jahren in daS bessere Jenseits schied und dessen wir hier gedenken sotten. Rabbi E. R. Roscnb. b": zeichnete sich eben so sehr als }ivb miö pn'i wie als ein Mann von wissenschaftlicher Bildung, von seltener Geistesschärfe aus. WaS ihm aber ein öffentliches Ansehen verlieh, das war die Thatkraft, womit er für seine Ueberzcngnng eintrat, das war sein öffentliches Wirken für die Erhaltung unserer Religion, für bic_ Wahrung jüdischer Interessen, für die Berbeyerung unserer sozialen Stellung, für die Sicherung jüdischen Geistes und Lebens in der Unterstützung derjenigen Organe, deren Berns es ist, diese zu Pflegen und zu hegen. So sehen wir ihn durch Schrift und Wort die Interessen des orthodoxen Judenthums vertreten , im eigenen wie im fremden Lande. , Als von Ungarn ans der Aufruf zur Gründung des Vereins erfolgte, da erhob auch Rabbi E. N. Nosenbaum bu' seine Stimme im „Israelit" und forderte seine Gesinnungsgenossen in Deutschland auf, dem dortigen Beispiele zu folgen, und wenn sein Streben damals auch nicht den erwünschten Erfolg hatte, so mögen die gestreuten Samenkörnlein vielleicht doch nicht ganz verloren gegangen sein und die nunmehr erstandene freie Vereinigung darf vkelleicht ebenfalls als Frucht seiner Bemühung betrachtet werden. Auch für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums erhob er seine Stimme und gab die Wege an, wie solche zu ermöglichen. Möchte mit der Zeit auch diese Idee zur Verwirklichung gelangen! Mit der Schärfe seines Geistes beleuchtete er s. Z. die religiösen Zustände Württembergs und er hatte vielleicht damit den Impuls gegeben für die im Dezember des Jahres 1869 stattgefuudene Delegirtenversainmlung zu Stuttgart, durch welche, wenn auch nicht gerade Abhilfe geschaffen , wenigstens diese Zustände durch geeignete Organe der f. Regierung zur Kenntnis; gebracht wurden und das echte Jndcmhnm in beredten Worten (durch denDelegirten für Mergentheim, Ludwig Stern) seine Vertretung fand. Es har sich seitdem auch in dem von dem ehemaligen Ooerkirchcnamr vezcichncten „modernen Jerusalem" eine orrhodoxe Gemeinde in Stuttgart gebildet. Bekannt ist und hervorgehoben zu werden verdient, welchen Anthcil Rabbi E. R. Rosend. an der Besetzung der Rabbinatsstellen in Nntersraukcn genommen: seinem energischen, klugen und sachverständigen Eingreifen war es hauptstüw lich zu verdanken, dass die Rabbiuatc Kifstngeu und Würzbnrg (bei der jüngsten R'abbinerwahl war er Bevotlmächtigter der Landgemeinden des Würzburger Rabbinats) in den besten Händen sind und der religiöse Geist dort wie hier von dieser" Seite'ans ernstlich angcstrebt ivird. Auch an der (Gründung der Israel. Lehrerbildungs-Anstalt, die sich zu einem wahrhaft wohlthätigcn, bedeutungsvollen und allgemeiner Anerkennung sich erfreuenden Institute entpi porgearbcitet, hatte der Selige grossen Antheil. i Sein Rath, der durch seine juridische Erfahrung und seinen mehrfachen Umgang mit den k. Beamten stets das Rechte traf, galt auch dem Gründer der Anstalt R. Seligm. Bär Bamberger H*"i, als werthvoll, und konnte er in dieser Hinsicht als intellccluellcr Mitbegründer betrachtet > werden. Bis zu seinem Tode war er Mitglied des fj Enratoriums der Anstalt. Dem Beispiele feines frommen, für alles Jüdische begeisterten Vaters, des bekannten Rabbi Mendel (Zell) }s"t folgend, nahm auch er sich der Besserstellung der Juden Bayerns warm an und suchte zu derem Wohlesemen Einfluss geltend zu machen. So begleitete er in den 40er Jahren seinen Vater nach München, um an höchster Stelle eine Milderung der unter dem Ministerium Abel erlagenen strengen Gesetze gegen? die Inden zu erwirken. Tessglcichen unternahm Rabbi Mendel noch im hohen Alter auf Denen Veranlassung und in Begleitung seines Schwiegerj, sohnes G. im Jahr 1861 eine zweite Reise dahin, um am Throne selbst wegen Aushebung des - Edikts von anno 13, das Matrikel-Gesetz der Juden bctr., sowie die AnsnahmSgesetze in Bezug auf den . :! Handel, welche in den 50cr Jahren verschärft und ji namentlich in Unterfrankeu streng gehandhabt!! wurden, zu petirioniren. Die .Audienz bei dem L jj hochstsel. König Mar war von glänzendem Erfolge; - ß die denkwürdigen Worte des gnädigen Königs lau- | || toten: „Ich will nicht haben, dass in meinem Lande?;; ein Unterthan gedrückt werde!" Im Januar 1862 \ - wurden das Matrikelgcsetz und auch jene belästigenden j Einschränkungen int Handel ausser Kraft gesetzt. l Im Jahre 1863 wurde dann vom k. Staatsminii sterium ein Gesetz über die Gleichstellung der Juden;! den Kammern vorgelegt und von dieftn angcnom- ^! men. Sicher har auch hicsür Roftnb. die möglichste ^! Thätigkeit entfaltet. ' r! Und wie im öffentlichen, so zeigte tieft R. auch <• | im Privat- und Familien-Leben als der echte, dej! geisterte 'wrr. Wenn auch Geschäftsmann, so war j ihm doch das Lernen Haupt- und Licblingsbeschäf- | I .... m i —- >. ——, ,u , ,^i