Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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I 225 und wohlfeile Rahrnngsinittel für dir jüdischen .Hanshaltiingen nutzbar zu «nachen. In Folge dessen Hube ich mich mit den« Fabrikanten in Berbindmig gesetzt, die Fabrikation ans das Germnejie rmd Sorgfältigste — unter Assistenz zweier flcfclKstmici, Glanbenc-genossett — untersucht und folgende Anordnungen getroffen: Zunächst habe ich, vor unser» Augen, ein Orginalfaß, welches das noch ungereinigte Eocosnusffctt enthielt, öffnen lassen und habe eine Blechbüchse mit diesem Fette gefüllt und diese Büchse mit meinem Siegel belegt; ebenso habe ich von der in unsrem Beisein sabricirten, reinen Eocosnußbnttcr ein Fläschchen gefüllt und auch dieses mit meinem Siegel versehen. Beide Proben habe ich dem chemischen Laboratorium des Geheimen Hofraths und Professors, Herrn Dr. R. Fresenius zu Wiesbaden übergeben. Herr Professor Fresenius hat auf meinen Wunsch die beiden Proben einer genauen chemischen Untersuchung unterworfen. Die Untersuchung hat ergeben, daß der in Nede stehenden Butter (Fett) ein fremdes, speciell thicrischcs Feit nicht bcigcmischt ist, sondern daH diese Cocosnußbutter keine andere Bestandtheile als die aus der Cocosnus; gewonnenen enthält. Ferner habe ich Zeinen zuverlässigen, gcsetzestreucn Glaubensgenopeu bestellt, welcher die Fabrikation der koscheren Cocosnußbntter überwacht, so daß irgend welche Befürchtung in Bezug auf rnsra vollständig ausgeschlogen ist. Die Herren Bondi Söhne in Mainz haben den Alleinverkauf dieser .Koscherbutter (Koscherfett) übernommen und sind zu jeder weiteren Auskunft gern bereit. Da die Cocosnußbutter (Cocosnußfctt) ein reines Pflanzenproduct ist, so ist es selbstverständlich, daß sie sowohl zu Fleischwie zu Milchspeisen verwendet werden darf, daß sie also in jüdischen Haushaltungen zum .Kochen, Braten und Backen, ebenso die Butter wie das Fett, Gänseschmalz, Oel rc. vollkommen zu ersetzen geeignet ist. Die Cocosnußbutter zeichnet sich vornehmlich dadurch ans, daß dieselbe alle flüchtigen Fettsäuren, die andern Speisefetten anhasten und störend auf die Verdauung wirken, entbehrt, demnach für den Magen zuträglicher und verdaulicher ist, so daß bereits hervorragende Aerzte deren hygienischen Werth erkannt haben, resvecttve deren Verwendung wärmsrens befürworten. Der von mir bestellte jüdische Ausseher wird jede einzelne Büchse, jeden Kübel rc. mit der Plombe der Herren Bondi Söhne versehen. Ich hasse, meine gesetzeStrenen Glaubensgenossen eine» Dienst erwiesen zn haben, indem ich ihnen ein Nahrungsmittel zugänglich mache, welches jeder Haushaltung nicht allein große Ersparnisse bietet, sondern auch der Gesundheit förderlich ist und an Wohlgeschmack nichts zu wünschen übrig läßt. — Dr. Lehmann, Rabbiner der isr. ReligiorlSgesellschaft zn Mainz, Redactcnr des „Israelit." ZeiLungsnachrichten rrnv Korrespondenzen. Deutschland. Mainz. Ein höchst interessantes Werk befindet sich gegenwärtig unter der Presse und erscheint in der Druckerei des Herrn Oscar L e h m a u n dahier und zwar der Midrasch ivv np} 31t nn rb:u von ^s»'7 nijr^N Y3 *'2'!2 'i. Herausgeber ist Herr LLirä. phiL Seckel Bamberg er zn Asch affe nburg, welcher die Münchener Handschrift zu den 5 Megilloth copirte, solche mit den Handschriften zu Parma, Oxford, London, Rom (Casanahr und Angelica) k. verglich und einen ausführlichen Commentar hierzu verfaßte. — Der Verfasser des nptz wll ist bereits durch den von Herrn Bub er zu Lemberg edirten h'.u hpb sun'Z’aiz und mo» und durch den zu Venendig 1546 erschienenen Lckach tob-Commcntar zu den letzten drei Büchern des Pentateuch gegnügend bekannt. Würzbnrg, 26. August. Es ist stets eine traurige, aber auch meistens eine schwere Aufgabe, durch Worte das entschwundene Leben von Männern, die weit über dem Niveau der Allgemeinheit standen, nochmals sich und der 'Mitwelt vergegenwärtigen zu wollen; und doch drängt uns die Liebe üuu Achtung für sie dazu; cs ist ein Akt der Pietät, daß wir sic nicht wie Gewöhnliche dahin ziehen lassen in die Ewigkeit, daß wir sie vielmehr dem Gedächtnis; zu erhalten und ihnen ein, wenn auch nur geistiges Denkmal zu setzen suchen; es ist der Tribut der Dankbarkeit, den wir ihnen hiermit für ihre Aufopferung, für ihre Wohlthatcn zu zollen bestrebt sind. Än eine solche Aufgabe wage auch ich zu gehen, wenn ich eines Mannes gedenke, der in seinem Leben und Wirken durch seine Thatkraft und feinen Ernst unsere Bewunderung erregte, wenn ich ihm in demjenigen Organe ein Ehrendenkmal zu