Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1886)
- Date
- 1886-09-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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brtfi der Mond fnnfzigttkal kleiner, die Sonne fünfziglnal größer sei als die (vröi*. Unser (h'bbnll ist der größte Aiaßstab, den nur besitzen; aber dieser Maß stab reicht nicht aus, die Thora-zu messen, und deßhalb sagt die heilige Schrift: Lanner als die I5:i’bc ist ihr M a st; du kannst sie mit irdischem Maßstabe gar nicht messen; sie. ist unendlich grast. Diese unendlich graste Thora, die alles Wissen umfasst, hat Gott uns gegeben, dast wir in ihr forschen, sic erkennen, sie erfassen, sie begreifen. Die erste Frage, sagt Rabbi Jischmni-l im Midrasch Mischte (E. 24), die Gott am großen Tage des Gerichts an den Menschen stellen wird, ist die, ob er das große Gnadengeschenk der Thora auch gewürdigt und in ihr geforscht habe. Wehe denen, die diese Frage verneinen müssen; wehe auch denen, die nur das schriftliche Gesetz kennen gelernt und die mündliche Lehre unbeachtet' gelassen haben; alle Strafen der Hölle werden über sie kommen, wie die Wölfe Arabiens. Jeder Israelit hat die Pflicht, das ganze Gebiet des Talmuds zu durchforschen, die Hagadoth wie die Halachoth, solche Vorschriften, die heute noch im Gebrauche sind, wie auch diejenigen, welche in der Gegentvart nicht mehr zur practischcn Anwendung kommen, und in Bezug auf sie alle hat David gesagt: „Wie viele sind Deine Werke, Ewiger! Sie alte hast mit Weisheit Du gemacht, voll ist die Erde von Deinen Gütern." — „Und die Arbeiter sind träge." Der Weise sagt nicht, die Menschen sind träge, sondern die Arbeite r. Selbst Diejenigen, welche durch ihren Beruf dazu veranlaßt sein sollten, den Weinberg des Herrn Zebaoth zu bebauen, lassen sich gar zu häufig durch allerlei Anlässe davon abhalrcn. Wie ein Stinb, das, um nicht zu lernen, tausend Ausreden hat, so machen es auch oft Diejenigen, welche sich selbst mit Fleiß und Eifer, zum Studium anhalten sollten. Bald ist es zu warm und bald zu kalt; bald ist es zu hell und bald zu dunkel; bald ist mau nicht wohl, bald bedarf man der Erholung, .des Ausruhens vom geschäftigen Müssiggange; bald must man Besuche machen,.bald solche empfangen. Der fleißige Arbeiter hingegen überwindet alle Hindernisse und sucht unablässig in der Thora zn forschen, ihre heiligen Gebote anszusührcn. So hat Moscheh, unser großer Lehrer, da ihm Gott 40 Tage und 40 Nächte für die Erlernung der Thora bestimmte, nicht gegessen, nicht getrunken, nicht geschlafen, wie es heißt: Und er war dort beim Ewigen 40 Tage und 40 Nackte; Speise hat er nicht gegessen und Getränke nickt getrunken (2. B. M. E. 34, B. 28). Woher wiffen wir, daß er nicht geschlafen und nicht geschlummert hat? Wir ■a wollen es durch ein Beispiel erklären. Ein König führte einst seinen Freund in die Schatzkammer und sprach zu ihm: Siehe, diese große Menge von Goldstücken! Ich gestatte dir, den gauzell Tag hier zn verweilen; alle Goldstücke, die du während dieser Zeit zählen wirst, sollen dir gehören. -- In feiner Freude verlangt der Freund des Königs weder zu essen noch zu trinken, und wenn ihn der Schlau übermannen will, so spricht er zu sich: Ich darf nicht schlafen, sonst habe ich großen Schaden. Er überwindet den Schlaf, um seine Arbeit nicht zu unterbrechen. — Also erging cs Moscheh. 40 Tage und 40 beachte hatte ihm Gott beftiuimt, damit er in dieser Zeit die größten Kleinodien erwerbe. Nicht verlangte er zu essen und zu trinken, und den Schlaf verscheuchte er von seinen Augen, um^ die Zest nicht zu versäumen, in welcher er die höchsten Schätze erringen durfte. (Midrasch Schemoth Rabba E. 47.) Auch uns ist die Thora gegeben; wir besitzen aber nur fo viel davon, wie wir selbst erkennen und erforschen. Und wir sollten die Zeit, die wir zur Erringung der köstlichsten Kleinodien verwenden dürfen , mit unnützen Dingen, mit Eitelkeit und Nichtigkeit verbringen? Ist wohl der em fleißiger Arbeiter, der einige Stunden des Tages den Weinberg des Herrn Zebaoth pflegt und seine übrige Zeit nicht nur dem irdischen Erwerbe, sondern auch den Vergnügungen und Zerstreuungen nachjagt oder sie gar in Müssigkeit vergeudet? Die Goldstücke liegen anfgchäuft vor uns; wir brauchen sie nur zu zählen, auf daß sie unser Ekgenthmn werden. Laßt uns daher zn den fleißigen^und nicht zu den trägen Arbeitern gehören! (Fortsetzung folgt.) Gocosuußöulter (Gocosnußfett). Mainz, 30. August. Wiederholt wurde im «Israelit" vor der sogenannten Kunstbutter gewarnt, welche bekanntlich aus animalischen Stoffen bereiter wird und deßhalb von Israeliten nicht genoffen werden darf. Es ist nunmehr gelungen, aus reinen P fl anzen ft o ffe n und zw ar aus d er Cocosnuß eine Butter oder ein Fett herzustellen, welches an Nährwerth und Wohlgesch mack der besten Kuhbutter nicht nachsteht, an Wohlfeilheit aber alleSpeifefette üb er trifft. Als der Unterzeichnete von dieser neuen Erfindung Kunde erhielt, sagte er sich sogleich,. daß es für die gcsetzestreuen Israeliten von Wichtigkeit sein würdet dieses nothwendige, wohlschmeckende