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Der Israelit · 1886-08-30 · Heft 69 (30.8.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 69 (30.8.1886)
Date
1886-08-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Rückkehr irr ihre Heimath chicii flroijeit mib drei fU’tiH’ic Höfe um den Preis non II200 .Pudel erworben, um dem fli^cim*u()iiiinii‘jnimind der Armen abzuhelftn. schierer ist auch iiachDibcriaS Meist, UN» daselbst ein passendes Grundstück für Mitglieder des wbres zur Anlegung einer Kolonie anzukaufeu. Beide sprachen sich über die segensreiche Wirksamkeit des Vereins qtitj miy sehr belobend ans. F e u i 1 1 c t o n. 3m fjciöclotrgct llintäcifitnts-^uüitfium. Es wird wohl Manchen überraschen zu erfahren, daß cs Juden waren, die der Universität Heidelberg wenige Jahre nach ihrer Gründung unfreiwillig die eigentliche Festigkeit gaben. Wie überall in jener Zeit, wo die Juden als Waare betrachtet wurden, die nach Belieben eingetanscht und wieder losgcschlagcn werden konnte, wurden sie auch in Heidelberg von Kurfürst Ruprecht II. gedrückt und vusgesangt und schließlich 1391 gänzlich verjagt. Das Haus des reichen Hntz, welcher die Flucht ergriffen hatte, wurde gemeinschaftliche 'Wohnung von 6 Lehrern der Artistenfakultät. Die übrigen elf Häuser, welche die Juden besaßen, wurden den Lehrern anderer Fächer zugcwicscn. Die Synagoge wurde in eine Kapelle „nuferer liebe» Frauen" umgewandelt, welche als Versammlungsort des akademischen Senats diente. Der schon 1369 erwähnte Judenkirchhof in der Judcngasse, nebst andern Gärten und Feldern, sowie alle Weingärten , Zinse und Gülten, die bisher jüdisches Eigenthum waren, wurden der Universität ^vergabt. Endlich wurde eine Anzahl den Juden abgcnommcner hcbr. Bücher, mit Ausnahme eines Talmudexemplars, in Geld umgesetzt, das gleichfalls der Hochschule Zum Geschenk gemacht, wurde. — „Durch de» Verkauf der Bücher, welchen nach dem Beschluß des Senats Marsilins von Jnghcn und der Magister Nikolaus Burgmann besorgten, wurde eine ganz erhebliche Summe Geldes gelöst" (Willen, Gesch. der Bildung, Beraubung rc. der H.'schcn Büchcrsammlung H. 1817 ') Als Niederlaffungszeit der Jude» in Heidelberg ist der Anfang des 14. Jahrhunderts änzunchmen. Die erste urkundliche Erwähnung derselben fällt in das Jahr 1321, wo Graf Johann v. Nassau bekennt, daß er eine Urkunde „umb der burger schulde vnd den Juden zu Heydilberg" besiegelt habe. Daß auch hier in dem I) Kaum rin Jahrhundert später »ar H. der erste £tt, cn dem von ReuchNn dir hebräische Sprache griehrr krrrrde. — Bl Nt ja hr l.;H9 die Jtldeu vert lieben iüinbnt, gcl)t aus der l^rivahunug Heidelbergs unter denjenigen Orten, die sich damals durch. Jndenverfolguilg bekannt geulachl (vgl. Meulorbuch von Mainz, Deutz u. a.), unzweifelhaft hervor. Psalzgraf Ruprecht schützte sie zwar vor dem Zorne des Pöbels, dafür beschuldigte ihn dieser der Habsucht, als wenn er sich von ihnen hätte bestechen lasten. Dennoch lud er die allerorts vcrtricbcuen Juden zum Wohujitz in seinem Gebiete eiu, und versprach ihnen feinen Schutz, wie 1357 in einem ^chutzbricse einigen Juden von Suuueshcim dieselben Frciheitt« zugesagt lvcrdcu, wie sic im Laude seßhaften Juden besonders die zu Heidelberg, besaßen. Er gab ihnen auch einen Beweis seines besonder» Vertrauens, indem er 1364 dem Juden Mose Rurenberg das Amt eines Steuereinnehmers für Heidelberg übertrug. Dieser hatte das Ungelt und die Bet von den Ebristen und Juden in H. einzuziehen, wie alle die Zinsen daselbst, welche ans Martini und von den Kramläden der Herrschaft jährlich sielen,' er erhielt die Gewalt, diese Stücke clnzunehmeu „gegen jegliche Widerrede der pfälzischen Beamteten oder Untcrthancn." Dafür hatte derselbe dem Pfalzgrafen seinen Heidelberger Burggartcn zu bauen, die Wächter auf den beiden Schlossern und in der Stadt zu unterhalten, das Uebrigc von der Einnahme aus die herrschaftlichen Bauten zu verwenden und genaue Rechnung darüber abzulegen. Er blieb in H. bis zur schon erwähnten Vertreibung 1391. Unter den in Köln angesessenen Juden wird 1387 ein Jude Jndelyn (Jödelyu) von Heidelberg und 1414 ein Jude Licpert von da erwähnt, die bis 1424, dem Jahre ihrer völligen Vertreibung ans Köln, dorten wohnte». — Gegen 1540 soll „die ehrbare und züchtige Frau Morada, Doktorin der freien Kunst der Arznei, wohnhaflig zu Günsburg" eine Benlfnng als Lehrerin der griech. Sprache an die Universität H. erhalten haben. — Ein Jude Lazarus v. Heidelberg wird 1555 in Verbindung mit Juden aus Landau bei einer Verschwörung gegen den Kurfürsten Ottheinrich erwähnt (vgl. Zeitschrift für Gesch. des Lbcrrheins Bd. 25, S. 242 ff.: Gray Mlsch. 1883 S. 379 ff.) — Das oben erwähnte Talmnd-Mannscript, das den Judelt abgenonnnen wurde, blieb, nach Angabe Wilkens (a. a. O.) in der Universitätsbibliothek ausbewahrt und „es zeugt von dem guten Sinn der damaligen Väter unserer h. Schule, daß sie eine Ahnung von der Wichtigkeit der Erlernung der hebe. Sprache hatten und daher den Beschluß faßten, einen Talmud zu künftigem Gebrauch der Universitär Jnrückzuöchalten." Unter den 1623 der Universitäisbibüo-

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