Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-08-30 · Heft 69 (30.8.1886) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 69 (30.8.1886)
Date
1886-08-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449666--24920-2514665
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

2 fl wenig U'iiiifd)ciii'ituTtl) c& vielen scheint, solche unnde üuic l)icr rmd dort durch die jüd. Blätter zu verbreiten, so JjtiDai doch die bnidi Herzeusrciiibeit und Seelenadcl hervorragendeir tt'harnctere ein Recht darauf, das! ihnen ein Ehrendelikmal der (Viimierimfl im Lager Israels bereitet werde. Ein solch hervorragender Eharakler warJsra c l St iebcl von hier, der am um plo^lidj, mitten ans einem Leben voll tüchtigen Schaffens und Wirkens, seiner Familie nnd der Gemeinde im Alter von -16 Jahren durch den Tod entrissen worden ist. Israel Stiebet war einer jener chw, wie sic durch eine glückliche Bereinigung glänzender Vorzüge des Herzens, des Geistes und Eharakters den lebendigsten Protest gegen die Behauptung bilden, man konnte heutzutage nicht inehr den überlieferten jüdischen Pflichten und zugleich den Anforderungen der Zeit gerecht werden. Der Dahingefchkedene war Inhaber eines Tuchgeschäftes und Kleidermagazius. Seine strenge Rechtlichkeit, verbunden mit feinem weltmännischem Benehmen, schuf ihm einen ausgedehnten Kundenkreis, dem viele der angesehensten Einwohner unserer Stadt angehörten. Bon eisernem Fleiße, widmete er denrioch regelmäßige Zeit den; 'pn urrnn t.2?. Vom Jünglingsalter an war er bemüht, sich Kenntnis; der Gotteslehre anzucignen und waren es ganz besonders die Werke des verehrnngswürdigen Rabbiner Hirsch b'"y, deren Studium ihm eine lautere Quelle reinster Freuden bildete. Er bekleidete in früheren Jahren die Stelle als Gemciude-Aeltestcr, in den letzten Jahren als Mitglied des Borstcheramtcs der Israeliten der ehem. Provinz Fulda und als Krcisvorsreher. Auch war er mit allen Bestrebungen, die aus das Wohl des städtischen Gemeinwesens abzirlten, innig verbunden und wurde öfters mit der Leitung solcher gemeinnützigen Unternehmungen betraut. Seine unbestechliche Rechtschaffenheit, die ihn überall der guten Sache dienen ließ, seine Intelligenz, sein klarer Blick, sein biederes, gerades Wesen, das sich gegen alles Falsche förmlich aufbäumte, seine Unerschrockenheit und sein beredtes Wort machten ihn zum erfolgreichen Vorkämpfer alles Guten nndWünschenswerrhen: und dies Alles in Verbindung mit seinem warmen Herzen für das jüdische Leben und Streben, seiner reinen cm rc-s, seiner Uneigemnrvigkeit und seltenen Opserbercitschasr mit allen physischen, vecuniären und inLeüecruellenMttLclu machte ihn, wie Wenige, befähigt, das Beste zuni Wohl der Gemeinde und ihrer JnftitutiöneN zu leisten. ' Als die Kunde von dem Schlage, der ihn, eben lm Begriffe, sich znm Sabbateingang zu rüsten, ptölllich getroffen hatte, sich in unserer Gemeinde verbreitete, ging ein »mbeschreibliches Weh durch alle Herzen. Am Morgen des pin r-yy hauchte er seine reine Seele ans. In seinem Leichenbegängnisse am :n3 'u 3iy hatte sich nicht nur die gesammte Gemeinde, sondern auch viele christl. Bürger eingefnnden. Unser Provinzial-.Rabb. Dr. Eahn sprach, selbst tieferschüttert, an der Bahre einige Worte des Nachrufes, welche die großen Eigenschaften des Heimgegangenen schildernd, in dem Herzen der Hörer lebhaften Widerhall fanden. Möchte doch der Attgntige der tiefgebeugten Wittwe und den noch jungen Kindern Trost und Beistand senden, und das; sie im Bewußtsein der seltenen Anerkenmulg und bleibendeu Verehrung des zu Gott Einberufellen neuen Lebensmuth finden. rhD zvrr n"2'W'n pns-*Dt. England. London. Herr Samuel Montagu hat in Begleitung dcs.Herrn Tr. AschereineNcisenachPolen nnd Rußland unternommen, um die Lage der Juden in diesen Ländern zu prüfen. Bereits haben sie Warschau. Wilna, Grodno, Bialystock und Moskau besucht und wurden überall mit großen Ehren empfangen. E e n t r a l - A s i c ». Khiwa. Unsere Gemeinde wurde soeben von einem großen Unglücke heimgesucht. Eine Feuersbrunst, die um Mitternacht hier im Hause eines jüdischen Bäckers ausbrach und durch einen vom Aralsee eben heranbrausenden Winde zu einem wahren Fcuermeere angesacht wurde, hat nebst mehreren Theilen unserer Stadt auch zahlreiche Häuser des hiesigen Jndenviertels (Mechalat El-Jehnd,) dann auch eine Synagoge und das an dieselbe anstoßende Beth-Hamidrisch und zwei Kinderschnlcn Cp*in 713) in Brand gesteckt nnd dieselben so in Trümmerhaufen verwandelt. Das Feuer fand eine bedeutende Nahrung in dem Umstande, daß alle diese Baulichkeiten, die ans Holz waren, durch die gewaltige Hitze, die mehrere Tage vorher hier geherrscht hatte, so ausgetrocknet wurden, daß sie, kaum, daß die Flamme sie beleckt hatte, sogleich hoch anflodcrten und nach einigen Sekunden 'schon von Feuer und Rauch umhüllt waren. Leider sind die Fenerlöschrcqnisiten nicht nur des Jndenviertels allein, sondern der ganzen hiesigen Stadt noch sehr primitiver An — eine Spritze kennt man hier gar nicht und wird dieselbe durch Schläuche aus Ziegenfcllen^ oder roh gearbenercn Bottichen, die man mit Wan er füllt und dayelbL dann in die Flamme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.