Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 68 (9.8.1886)
- Date
- 1886-08-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1178 lichsten (VaDen bieten. Die;Jaf)f bei* Theilneinner eine^? solchen Gasunahls dnrj'le nicht lveniger als drei imt> nicht mehr alo neun betragen. Schöne .Sinabeii bekrön.',ten die (Stifte -mit den fofibaviieii Blumen, folbtcii sie mit wohlriechenden Ode». Reizende Sklavinnen führten vor ihnen unter den MlrtMflt’ir einer herrlichen Musik sinnbcrauschende Tänze auf. Aus allen Provinzen des großen römischen Weltreichs wurden die köstlichsten Speisen, die Vesten Weine herbeigeholt. solches Gastmahl kostete häufig ungeheure Summen. Was die epikuräische Schule um so gefährlicher »lachte, war die philosophische Begründung, welche sic ihren Lebensanschauungcn gab. Auch unter den Juden fand sie Anhänger, und diese suchten sogar ihre verwerflichen Anschauungen durch Sätze aus der heiligen Schrift zu begründen, wovon uns im Talmud viele Beispiele angeführt werden. Es ist nicht zu verwundern, das; bei der großen Verbreitung der Epiknrüer das Won cv»ftn ein Gattungsbegriff wurde, welches man zur Bezeich- »ung eines jeden von Gott abgefallenen Menschen gebraucht. — Wir haben.oben gesehen, das; Epikur die Welt als ein herrenloses Gut bezeichncte: so bildete man aus dem Eigennamen das Zeitwort der Ansicht des Epikur huldigen, die Welt für herrenlos halten (Sanhedriu 88 d.). Aus diesem Zeitworte wurde dann das Hauptwort ipe.*: „herrenloses Gut" gebildet. Wir haben Rabbi Elasar bcn Arach als einen Mann von hervorragendster Bedeutung, von großem und weitem Blicke kennen gelernt. Sein großer Lehrer hat ihn einer sich stets verstärkenden Quelle verglichen, hat ihm den Vorrang eingerüumt vor allen Weisen Israels, hat bezeugt, daß bei den wichtigsten Sentenzen seiner Schüler die Rabbi Elasar's stets die umfassendste war. Auch der uns vorliegende Ausspruch beweist den weiten Blick des großen Weisen, das richtige Verständniß seiner Zeit. Jerusalem war gefallen, der heilige Tempel zerstört, der jüdische Staat aufgelöst. Die stolze Roma war die Besiegerin und Vernichterin des kleinen, jüdischen Reiches. Sollte auch das jüdische Volk verloren sein, sollten römische, sollten cpikuräische Anschauungen die Zukunft Israels vernichtend All die großen Güter eines selbstständigen Volksthums: Land, Staat, auch die durch den heiligen Tempel zu Jerusalem repräsentine, selbstständige Kirche! waren verloren: nur Eins war uns geblieben: die Thora, die heilige Gotreslebre. Sie allein war das Mittel unsrer Erhaltung, die Begründung unserer Zukunft. Die Thora ist keine abstrakte Wissenschaft, sondern die Norm, nicht allein unsres Ten- » kens und Enlpsindens, fonderu auch unsres Tlmns und Lassens. Sie muß geschützt werde» vor jedem Augrisf. Eines jeden äußer»! Schimes durch den Staat und durch staatliche Eiurichlnugeu beraubt, lebt uiib gedeiht sie nur in den Herzen, in dcn Geistern ihrer Bekenner. Gefährlicher als die materielle Macht der Römer, welche -den jüdischen Staat zerstört hatte, waren die cpikuräischen Anschauungen der Unterdrücker. Rur zu leicht und \u gern bequemen die Unterjochten ihre Anschauungen denen der Unterjocher an, zuutal, wenn diese in dem lieblichen, reizenden, verlockenden, verführerischen Gewände der cpikuräischen Philosophie erscheinen. Das Hauptaugenmerk mußte daher darauf gerichtet werden, daß man die Jugend befähigte, der Verführung machtvoll cnrgegeuzutreten. Aber auch diese Verthcidigung birgt große Gefahren in sich. Um die Epikuräer widerlegen zu können, muß man ihre Anschauungen kennen, muß in ihren Künsten und Wissenschaften versirt sein, um öe» Gegner ans seinem eigenen Gebiete zu schlagen. Ta könnte es kommen, daß der Bertheidiger besiegt und für die gegnerischen Anschauungen gewonnen würde. Tiefe Gefahr ist jedoch nicht vorhanden, wenn man die Gotteslehre genügend kennt, durch die Bekanntschaft mit ihr sic liebgewinnt und für sie begeistert wird. Daher ruft Rabbi Elasar dem Schüler zu: mm T.cr7 tpr. „Lei emsig, fei beharrlich im Lernen der Thora d*tf*s^ 2*rrsr na jn: und dadurch wirst du befähigt werden, den verführerischen, evikuräischeu Anschauungen entgegenzntrcten. Ern lerne mir Luft, Eifer, Liebe und Ausdauer, und dann erst wage dich auf jenes gefahrvolle Gebier. Nicht die Lust, die Freude, der Genuß sind die Endzwecke des Jndemhnms, sondern die Annäherung an Ilm, den Urquell alles wahrhaften Lebens, durch die Erkenntniß und die gottgefällige Thar. Freilich ist das Leben des Juden häung ein Leben der Mühseligkeit, des Verzichtens auf irdische Genüsse und des Entbchrens; aber erkenne, vor wem du dich mühest und daß zuverlässig ist der Herr deiner Arbeit, der dir bezahlen wird den Lohn für dein Wirken. (Fortsetzung folgt.» Literarischer Bericht. Qmui Inschi, die 107 orientalischenVolkssprüLe und Bolkssagen, die als solche in: Badnlonischcn Tatnind beiläufig erwähnt werden, frei bearbeitet von H. Bloch. Breslau 1884. Das Buch, welches unter dem obigen Tire! im Selbstverläge des Berfas?ers erschienen ist. u»)