Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 68 (9.8.1886)
- Date
- 1886-08-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVII. Zahraang. j\!l CJ8. Ein AenLrak - Hrgan für das orthodoxe Zndenthum. Hcrausgegcben von LSr. Lehman» in Mainz. Donnerstag, den 26. A u g n st 5616 <1886). Leitende Artikel. Aic Sprüche der Mtcr. IR. Buch, zweite Zlbtheilung. XXXIII. Mainz, 23. August. 2TflEf.nD J?T. ,"“110*712^ ">7i "12*N 'l •rcs^ hy2 xn psa t>ay nrx p ':zh jm pn-p^ : *p?iys -cg* -p oV-’g? „Nabbi Elafar (den Arach) pflegte zu sagen: Sei emsig, Thora zu lernen , und wisse, was du dem Epikuräcr zu entgegnen Haft, und wisse, vor wem du dich bemühst und das; zuverlässig der Herr deiner Arbeit ist, daß er dir bezahlcu wird den Lohn für dein Wirken." . Auch hier scheinen es vier und . nicht drei Sen-, tcnzen zu sein, die uns dargeboten werden. Aach Einigen gehören die beiden ersten Sähe zusammen. Diese Interpreten wollen Las erste y-i gestrichen wissen, so daß der erste San in der Ueberseynng lanret: Sei emsig Thora zu lernen und zwar namentlich dasjenige, womit du dem Epiknräer entgegnen kannst. Andere ziehen die zwei letzten Save zusammen und lesen den Schlußsatz wie folgt: •*& bsy “nx 2 22? y~’ Tj2 x*.n. „Und erkenne, vor wem du dich bemühst und wer der Herr deiner Arbeit ist." Aber auch ohne daß mau die Lesarten verändert, kann man die beiden letzten Sätze als zusammengehörig betrachten. Ehe wir zur Erklärung der Anssprüche selber schreiten, wollen wir das Wort crsp’SN erörtern. Viele der alten Erklärer leiten das Won von »herrenloses Gut" her. Demnach ist ein Epikores ein solcher, der die Welt glcichsani als ein dcrrcn-!o;es Gut betrachtet, indem er die Schöpfung und die göttliche Vorsehung leugnet. Für ihn bat die Thora keinen Werth, sind die Mizwoth nicht verbindlich, und er behandelt dcßhalb die Vertreter der Thora verächtlich. — Andere Erklärer leiten das Zeitwort ->ps und das Hauptwort npsn von r/.T-p^x ab, und dieses Wort bezeichnet nichts Anders als einen Anhänger der epiknräischcn Philosophie. Der Gründer einer im Altcrthnm allgemein verbreiteten philosophischen Schule war Epikuros, welcher im Jahre 341 vor der gewöhnlichen Zeitrechnung zu Gargettos bei Athen war geboren worden. In seinem 30. Lebensjahr ci’öffiiPte er in Athen eine Schule in einem Gatten , den er später seinen Schülern erblich überließ. Das höchste Ziel des Lebens war ihm die Lust, die Wonne, das Vergnügen. Nichts, lehrte er, habe an sich, sondern alles nur in Beziehung auf jenen Zweck einen Werth., Daher fei alles fernznhattcn, was die schmerzlose Gemüthsrnhe zu stören geeignet sei: die Vorstellung von der Einwirkung der Götter ans die menschlichen Schicksale, ebenso der Glaube an die Unsterblichkeit. Die Götter, meinte er, lebten in ewiger Ruhe in den leeren Zwischenräumen zwischen den Weltenkörpern, unbekümmert um die Welt, und deßhalb brauche sich die Welt auch nicht um sie zu kümmern. Diese Schule fand im Altcrthumc, und, zur Zeit der römischen Wellherrschaft, namentlich in Rom selbst, allgemeine Verbreirnng und zahllose Anhänger. Während aber Epiknr selbst gerade, um den Genuß nicht zu stören, Mäßigung und Mäßigkeit empfohlen hatte, wichen seine späteren Schüler von diesen Grundsätzen gar sehr ab. Nur darin blieben sie der Lehre des Lehrers treu, daß sie zur Erhöhung der Genüsse die Vergeistigung derselben anstrebrcn. Ein cpiknräisches Symposion tGastmabl) war das schönste, feinste, vaffiniricfie, namentlich im allen Rom, was inan sich denken konnre. Natur und .ttiuijt mussten dazu ihre Herr-