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Der Israelit · 1886-08-23 · Heft 67 (23.8.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 67 (23.8.1886)
Date
1886-08-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Tvinueii, Muabcu uub Mädchen, ba hier ln Babel, die Erinnerung an unsere einstige Herrlichkeit und Größe noch lebendig forlbesteht und sich ans alle Angehörigen unserer Gemeinde ohne Unterschied des Geschlechtes, des Alters und des Standes erstreckt. In vielen Familien ist cs hier sogar noch üblich, daß man dein Bräutigam und der Braut an ihrem Hochzeitstag, bevor sie unter die Ehuppah gehen, ein wenig Erde vom Boden des heiligen Landes, die zu diesem Zwecke in Säckchen hierher gebracht wird, mit den Worten nyi rv:2}* n« -piay '>ui n um* msy (ES huldigten Deine Knechte ihren Steinen und sehnten sich nach ihrem Staube) aufs Haupt gibt, worauf die Anwesenden sogleich mit den Worten: 'ui n'bvmr 'nreiw* cn. (Wenn ich dich Jerusalem vergeffen sollte u. s. w.) cinfalten. Möge nun das heurige Jahr das letzte unfcrcr Verbannung sein und niöge es uns im nächsten Jahre schon gestattet sein,' Gott in Jerusalem und seinem heiligen Tempel daselbst zu dienen! M a r o c c o. Wir haben bereits Nachrichten gebracht über die Agitation, welche in Fez gegen die dortigen Israeliten durch den Vortrag eines kaiserlichen Maui- — festes hervorgcrnfen wurde. Heute hat sich dieser Aufruhr fast gelegt. Doch noch immer versuchen es cxaltirte Männer von Zeit zu Zeit, das Volk . gegen die Juden aufzuwiegeln und die Furcht vor neuen Unruhen hat mehrere der hervorragendsten Familien von Fez veranlaßt, die Stadt zu verlassen. Man meldet neue, im Innern gegen die Juden begangene Gewaltthaten: Am 13. Jjar wurde der 20 jährige Isaak MarhelL an den Thoren von Debdon umgebracht. Um dieselbe Zeit wurde eine aus Fez kommende Caravane von Arabern angefalle», welche die den Juden gehörigen Maaren fortschleppten und Abraham Hamonk mordeten, der 35 Jahre alt und Familienvater war. Bei Gelegenheit eines Streites zwischen einem Araber und einem Inden sturste die Menge sich nach dem Mellah, um denselben zu plündern und die Inden zu morden. Dank dem Dazwischentrcten der Behörden hatte dieser Aufruhr keine ernstlichen Folgen. Erzählung von S. Äohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Es war eine längere Pause in dem sonderbaren Gespräche — sonderbar durch die Altersvcrschiedenheit und die eigenthümlichen Verhältnisse der Sprechenden — eingetrcten. Endlich ergriff Michael wieder das Wort und sprach: „Vater, wie werden wir denn das kleine Mädchen nennen Daß Brack's Töchterchen noch keinen Namen besaß, war dadurch entstanden, daß das „Aufrufen" noch nicht stattgefunden hatte. Bei den Juden wird dem Knaben der Name bei dem Arte beigelegt, durch welchen er in dm Bund Israels ausgenommen wird; dem Mädchen aber wird der Name an dem Sabbate, an welchem die wiedergenesene Mutter zuerst das Gotteshaus, die Synagoge, besucht, gegeben. Der Vater des Kindes wird zürn Borlesen der Thora „aufgerufen" und hierbei spricht der Vorbeter einen Segen für die Mutter und das Kind, und legt diesem nach der Angabe des Vaters einen Namen bei, und dieser Akt wird deshalb das „Aufrufen" genannt. Michaels Frage hatte von Steuern das Gefühl bittern Schmerzes bei Brack geweckt. Das „Aufrufen," bei welchem er seinem Kinde den Namen beilegen sollte, mußte ein ungewöhnlich trauriges werden. Die Mutter des Kindes, auf deren Haupt man in der Regel den Gottes Segen herabflebr, war ja tobt! — Er beantwortete Michaels Frage erst nach längerer Zeit. „Es ist sonderbar, der Wunsch meiner Frau, oleho hascholom *) kann jetzt erfüllt werden. Wir hatten unseren lieben Knaben, wie man dies stets bei Erstgeborenen zu thnn pflegt, nach feiner Mutter Vater, nach meinem Schwiegervater, Michael genannt: meine liebe Frau wünschte nun, wenn uns ein Mädchen' geboren würde, möge sie nach meiner Mutter genannt werden: das aber wäre nicht angegangen, wenn mein liebes Weib am Leben geil Friede mit ihr!

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