Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1886)
- Date
- 1886-08-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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üM/aUWtm miSUm 1072 ausgibt. Werthvoll ist üDriqcirä das Zugeständnis;, denn bisher wurde es. noch immer bestritten, das; die Führer des Antisemitismus als „inopportun und als Stein des Allstotzes bei Seite gestoßen worden sind." Italien. ~ Rom. Die Demolirmkg des römischen Ghetto macht gute Fortschrittte. In Kurzem werden die Häuser längs der Via Nua niedergerissen sein, zum großen Verdrusse der armen Krämer, die nicht wissen, wohin sie sich flüchten sollen. Bald wird auch die Synagoge auf der Piazza bette Scuote demolirt werden müssen. Eine neue große Synagoge wird sich auf dem Bauplatze erheben, der begrenzt ist von der Piazza Cenci, Piazza delle Scuole, Via Rua und Via delle Scuole. Tie neue Synagoge wird im Stil der großen Synagoge von Florenz erbaut werden: die Synagoge von Florenz aber gehört zu den schönsten Jtalien's. Die bis jetzt in Rom erbauten Synagogen sind sehr ärmlich. England. London. Baron Worms wurde auch in dem neuen Ministerium zu Secretär des Handelsamtes ernannt. / T ü r k e i. Konstantinopel, 26. Juli. Das türkische Blatt „Tarik" meldet heute: „Die Semestral-Prüfungen an der deutsch-jüdischen Schule unserer Stadt haben gestern stattgefunden. Unter den anwesenden Gästen bemerkten wir die Herren Bloch von der Alliance Jsraölite in Paris, M. Klarfeld, A. Vitali, den Schiffslieutenant des hiesigen österreichischen Stationsdampfers, dann Herrn Rosenthal, Madame Erras rc. Die Professoren der Schule wurden für die Leistungen ihrer Schüler lebhaft beglückwünscht. Diese Professoren — sie verdienen es durch ihre vortrefflichen Leistungen allgemein bekannt zu werden — heißen: Kralowitz, Springer, Großmann und Suhami. Aber nebst den Professoren muß man auch dem Schulcomire seinen Dank ausdrücken für dessen unermüdliche Thätigkeit, um die llnterrichtsmittel dieser Schule zu verbessern und zu zu vermehren und das viele Schüler auch mit den nöthigen Lehrbüchern, Kleidern rc. gratis versorgt. Per sie n. Teheran. Vor Kurzem führten mich meine Geschäfte abermals nach V esd. Ich hätte nämlich für ein englisch-indisches Harrs einige Ballen Seide einzukaufen, welche Waare man in genannter Stadt nicht nur in den verschiedensten Qualitäten, sondern auch da die Gegend dort die seidenreichste Persiens ist, zu ermäßigten Preisen kaufen kann. Aesd ist bekanntlich auch der Hauptsitz der noch heute in Persien und Indien und zu einem geringen Theile auch im südlichen Rußland, zumal an den Gestaden des KaSpisees,' vorhandenen Secte der Feueranbeter, welche von den mohamedanifcheu Persern Geber» d. h. Ungläubige, Ketzer genannt werden, während sie selbst sich Parsi nennen, da sie Abkömmlinge der alten Perser sind, in deren Sprache auch der größte Theil ihrer Relrgionsschriften abgefaßt ist. In der heiligen Schrift geschieht, wenigstens dem Anscheine nach, der Feueranbeter keine Erwähnung, dagegen spricht der^alnlud oft von denselben und nennt er sie dann Haberiu (pan.) Woher mag doch dieser seltene Name stammen? Ich glaube nun, ihn in dem hebräischen Worte -nrt ian, welches wir mehr der lieben Gewohnheit halber als aus philologischen Gründen mit Schlangenbeschwörer übersetzen, entdeckt zu haben, aan bedeutet bekanntlich im Hebräischen: zusammengesellen, zusammenstellen, zusammenbinden. Daher aan der College und -vann wieder der Verfasser, Zusammensteller. Nun ist eine der Hauptcermonien der Perfen bei ihrem Gottesdienste (auf diese Ceremonie werden wir später noch ausführlicher zurückkommen) das Binden einer Schnur um den Leib, in die dann vier Knoten gemacht werden. Jeder Knoten hat seine andere mystische Bedeutung und wird daher der dessen Schlingung irgend ein heiliger Spruch hergcsagt. Die Talmudisten nannten daher die Feueranbeter eigentlich pan (Knotenbinder), während die heilige Schrift einen solchen Feueranbeter lan aarr (gleichfalls Knotenbinder) nannte. Dieses ist nun die bescheidene Ansicht eines simplen Geschäftsmannes. Sollte irgend ein berühmter Orientalist im gebildeten Abendlande eine bessere Erklärung wissen, so werde auch ich dieselbe mit Freuden acceptiren. Ich ging nun mir einer Karawane nach Jesd und kehrte dorr bei dem jüdischen Makler Tand (David) . Scharukini ein. In der Nähe von meinern Quartiersherrn wohnte ein Andiar (Priester) der. Hueranbeter, und suchte ich sogleich dessen Bekanntschaft zu machen, was mir mtt Hllfe des Herrn Scharnkini bald auch gelang. Der Name dieses Priesters lautet Kofchru, auch Korschu (enä,)' ein Name, der noch heute unter den Parsen stark verbreitet ist, da sie es als ein für die Seelen ihrer Heimgegangenen Eltern sehr heistune^ Werk betrachten wenn sie ihre Kinder nach demselben benennen. So hei-