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Der Israelit · 1886-07-26 · Heft 59 (26.7.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 59 (26.7.1886)
Date
1886-07-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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V-»7» * * " XXVII. Iadrgang. Brilagk zu Nr. M des Jsrarlit. Zeitirngsuachrichtett und Correfpoudenzen. Deutschland. Aschaffenburg. (Unlieb verspätet). -.'\v °n 5646 fand dahier unter großer Betheiligung das Leichenbegängnis; von y*j n”: -irx n *i2nn statt. In dieser an wahrhaften d'nt so armen Zeit verdient das thatcn- und segensreiche Leben eines solchen Mannes in diesen Blättern rühmliche Anerkennung und Erwähnung. Der theure Dahingeschiedcue hatte sich in seiner Jugend den so schwierigen, hochwichtigen Beruf eines Lehrers erwählt. Mit einer seltenen Conseguenz und unvergleichlichen Hingebung hat er während fast vier Dezenien diesem edlen Amt obgelegen, mit der peinlichsten Gewinenhaftigteit hat er die damit verbundenen Funktionen eines crnsyi y"v erfüllt und sich allgemein den 3hif eines tüchtigen, charaktervollen, durch fein edles' Vorbild allen voranleuchteudcu Mannes erworben. Durch seltene Frömmigkeit und Wühltätigkeit sich auszeichnend, war es insbesondere seine beispiellose Selbstlosigkeit und Bescheidenheit, durch welche er in unserer Zeit des Egoismus und der Ueberschätzung des eigenen Jch's in ungewöhnlichem Maße hervorragte. Durch seine eiserne Ausdauer und Glaubensstärke, die sich bei keinem Anlage verleugnete, war er jederzeit ein jnsa -ciy, wo min mqjn bedroht waren. Ans seinem Krankenlager, bis zum letzten Augenblicke beschäftigte er sich noch mit nc26 mm nv'v. In ihm verliert unsere Gemeinde einen wahrhaften mira 'n TJiy, die Dürftigen einen Stütze, das Zudenthuul eine Säule, fundirt auf mny min cvron mt'D-'i und wir müssen klagend, ausrufen b2n TFcrwD röi paxn by, denn sein Abstcrben hinterläßt eine unausfüllbare Lücke. Den Gefühlen berechtigter Trauer gaben der hiesige Herr Rabbiner Bamberger "2, sowie der von Hanau herbcigeeilte Herr Rabbiner Dr. Koref in ergreifenden Worten, beredten Ausdruck. Das Andenken des treuen Da- Hingeschiedenen wird unvergeßlich bleiben. :cur nyoi nrci Straßburg, 18. Juli. Se. Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, den Rabbinern Levy zu Oberehnheim und Trcyfnß zu Zaberu de» königlichen Krouen-Orden vierter Elasse mit der Zahl 50 zu verleihen. Oefterr.- Ungar. Monarchie. .. Wien, 15. Juli. Der Mechaniker und gewesene Präsident des Oestt'rreichischku Äkesormvereins, Ernst Schneider, ließ die von Dr. Patta i verfaßte Petition, welche die Einführung der Sonntagsruhe propagirte, in verschiedene Sprachen übersetze» und versendete sie in allen Provinzen der diesseitige» Reichshälfte. Dem Bürgerrneister Jawrow, Apotheker Ladislaus Lachowicz, kam gleichfalls eine solche Petition zu, er sendete sie jedoch Herrn Schneider in Begleitung einer Eorrespoudenz-Karte zurück, welche dahin lautete, die Absendung einer derart stylisirtcn Petition sei eine Schande, der Uebersever sei ein Ignorant, ein „Ehi'neser.,, Schneider schrieb als Antwort hierauf an Lachowicz eine Eorrespondenz-5rarte des Inhalts, es rühre die Uebersetznug der Petition nicht von ihm her, sie sei jedoch nicht so mangelhaft verfaßt, wie Lachowicz meine, indem sie auch von vielen Professoren, Advocaleu und Geistlichen, also von Leuten anstandslos unterfertigt worden sei, die doch höhere Studien genossen haben als ein Apothekerlein. „Freilich," so hieß es weiter auf der Eorrespondcnzkarte, „sind diese Leute von der social-rcformatorischen Bedeutung der Institution der Sonntagsruhe durchdrungen und buhlen dieselben nicht mit die Gunst der Juden. Mit der einem Juden gebührenden Achtung: Schneider." Einige Tage darauf erhielt Schneider von Lachowicz ein Schreiben nachstehenden Wortlautes: „Obwohl ich nicht zulassen kann, daß die von Ihrer höchstschätzbarcn Persönlichkeit vom 20. signirte Karte auch wirklich von Ihnen geschrieben ist, da die darin vorkommenden Ausdrücke und Wendungen nur von einem Präsidenten irgend eines ungehobelten Eanalputzer- oder Schindervcrcins adstammcn können, so seheich mich doch veranlaßt, gegen diesen grobctt und gemeinen, Ihren werrhcn Namen mißbrauchenden «chreiber, bezeichnet Schneider, eine Ehrenbeleidigungs-Klage einzuleiteu, sowie auch den ganzen Vorgang in den betreffenden Zeitungen zu veröffentlichen, wovon Sie, Herrn Präsidenten, zu verständigen die höchst nnterthäuige Ehre hat — das für gebildete mit Achtung, aber für rohe und gemeine Individuen, sei es welch immer Eonfcssion oder Standes, mit Verachtung verbleibende Apothekerlein Ladislaus Lachowicz."

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