Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 59 (26.7.1886)
- Date
- 1886-07-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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11)22 sich an den Rcgicrungsrath des Kantons Aargatt mit der Bitte gewandt, derselbeniöge bei Aufstellung neuer (Mcfcuc über WcfmibljcitspoUjci auch ' das Schlachtverfahren bei der Tödtnng von Nutzthieren in's Auge fassen. Das Schächten wurde bei dieser (Gelegenheit selbstredend auch bedacht und gewünscht, dasselbe solle auf die israelitischen Schlachthäuser in Endingen und Lcngnau beschränkt bleiben!! Unter allen Umständen solle dem Halsschnitt sofortige Betäubung durch die Schlagaxt folgen, und einige Wünsche mehr dieser Art. Die Sanitätsdirection des Kantons Aargau hat nun am 8. Juli zufolge Auftrags des Regicrungsraths eine Instruction für die Fleischbeschauer erlassen, welche von der Petition des Thierschutzvereins herzlich wenig Notiz nimmt, dagegen bctr. des Schächtens folgende allgemein befriedigende Bestimmungen enthält, die in unserer schächtfeindlichen Aera doppelte Beachtung und Anerkennung verdienen: §4. Die Fleischbeschauer haben das Schlachten der Thiere zu überwachen. Das Tödten der Schlachtthiere hat rasch und möglichst schmerzlos zu geschehen;-die Verblutung soll eine vollständige sein. Zu diesem Zweck, werden folgende Vorschriften über das Schlachten des Viehes erlanen: 1) Sämmtliche Schlachthiere, mit Ausnahme der zum Schächten bestimmten, sind mittelst Kopfschlag zu betäuben oder durch die Schußmaske zu tödten; der Schlag bei Schweinen hat mittelst Keule zu geschehen. 2) Das Schächten darf nur durch staatlich pätentirte Schächter ausgeführt werden. Bei den Vorbereitungen zu dieser Schlachtmethode soll das Niederlegen der Thiere fo geschehen, daß ein plötzliches Niederstürzen derselben verhütet wird." T ü r k e r. Konftantinopet, 12. Juli. Die amtliche "La Turguie" meldet Heute: „In Folge einer besonder Autorisation vom Seite Sr. M. des Sultans hat Graf Eamondo vorgestern , Samstag in Begleitung seines Leibarztes Dr. Rey und einige anderen Personen das Spital von Wldiz, wo die an der Grenze verwundeten Soldaten gepflegt werden, besucht. Gemäß einer Ordonanz Sr. Maicstät haben der Divisions-General Diemil Ben und der Major Ehesik Bey, Feldadjmanten des Sultans, den Grafen bei diesem Besuche begleitet. Die Besucher sind im Spitale durch den Chefarzt Aziz Ben cmpfangetl worden. Dieselben haben alle Säle besucht und alle.Kranken gesehen, deren Anzahl zur Zeit 214 betrügt. Graf Eamondo hat an Jeden ein Wort gerichtet. Alle diese Tapfer» ließen nur Worte des Dankes und der Erkenntlichkeit für den Sultan und dann Versicherungen der Ergebenheit und Entsagung hören. Dr. Ren hat den Zustand der.Kranken und auch der Wunden des größten Theiles von ihnen untersucht. Er hat sich dann mehrere Male lobend über die Aerzte und ihr Vorgehen bei der Behandlung der Verwundeten geäußert und zugleich auch seine Verwunderung über die Reinlichkeit, Ordnung und Organisation dieses Spitals ausgedrückt. Dieser Besuch hat zwei lange Stunden angedanert. Beim Verlassen des Spitals hat sich Graf Eamondo in den Palast von Mldiz begeben, um <21*. Majestät, dem Sultan, für die Gunst, die Se. Majestät ihm gewährt hat, indem sie ihm den Besuch der Kranken gestattete, seinen Dank abznstattcn. Sr. Majestät ist sehr zufrieden gewesen zu vernehmen die Eindrücke der Besucher und das Unheil des Tr. Rey über das Svital und hat ihnen dafür ihren Tank ausdrücken lagen, Graf Eamondo und sein Gefolge haben dann auch den Park von Mdiz besucht und sich hernach im Tfchadir-Kiosk ein wenig ausgeruht, wo ihnen im Aufträge Sr. Majestät Erfrischungen dargereicht wurden. Die Besucher haben den Palast von Pildiz ganz entzückt über soviele Beweise des Wohlwollens von Sr. Majestät dem Sultan, vertanen." Wann wird cs endlich einmal dem „Israelit" niöglich sein, einen ähnlichen Bericht über den Empfang, den ein jüdisch-marokkanischer Graf beim Sultan Sidi Mulen Hanan gefunden, zu veröffentlichend Jndeß mit der Zeit kommt Alles und bald dürften auch am kaiserlichen Hofe von Fez und Marokko die Juden mit allen Ehrenbezeugungen empfangen werden. — Wie die „Turqui" ferner meldet, hat der Sultan Baron Moriz Hirsch das Großband des Osmanie-Ordcns verliehen.' JntiUeioiu Michael. Erzählung von L. «ob», Versager von Gabriel. (Fortsetzung.) „Kein Armer, fuhr Reb Joffes Singer zu reden fort, „sei es ein Gememdemitglied oder ein