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Der Israelit · 1886-07-22 · Heft 58 (22.7.1886) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 58 (22.7.1886)
Date
1886-07-22
Page
– (sequence 22)
Language
German
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(die ohne Zweifel au« dem Urthoil sachverständiger Kenner der Kolonisation sowohl in Palästina als in Frankreich hervorgegangen ist) die Kolonie der er seine Gnade zugewendet, durch Anbau von Reben von dem sicheren Untergange zu retten. Alle diese Dinge zusammengenommen beweisen zur Genüge, wie sehr die Kolonisation in Palästina zugenommen und sich günstig entwickelt hätte, wenn wir darauf unser Augenmerk richteten, neben den bestehenden Ackerbau-Kolonien, die den Getreideanbau pflegen, auch Kolonien für Weinbau und Weincnltur zu gründen. Drei Vortheile sind es, die uns aus einer solchen Unternehmung erwachsen werden: I. Wir geben den nur raässig Bemittelten, die zum heil. Lande ziehen wollen und unvermögend sind, einige Tausend Rubel auf einmal auszugeben, (und deren Zahl ist dort nicht gering) die Möglichkeit, sich im Lande Eigenthum zu erwerben und für eine verbaltnissmässig geringe Summe Besitzer zu werden. Im Weiteren werden wir noch unser Urtheil im Einzelnen durch überzeugende Zahlen rechtfertigen. IL Der Kolonist ist nicht gezwungen, seinen gegenwärtigen Wohnsitz auf einmal zu verlassen, sondern leistet nur seine Bürgschaft und kann sein Geschäft ausserhalb des Landes weiter betreiben, vier Jahre hindurch oder nach Belieben noch länger; tritt er dann später sein Eigen thum im heil. Lande -an, so wird er alles in bester Ordnung vorbereitet finden und kann sich ohne Sorge für seinen Lebensunterhalt seinem Eigenthume widmen, das Ihm bequeme und ruhige Nahrung sichert. in. Hierdurch sind wir im Stande, die Arbeitsuchenden in Palästina zu beschäftigen durch Einstellung der Arbeitskräfte, die jetzt im heil. Lande in Menge verfügbar sind. — m. Die Industrie-Kolonisation muss nun nach meiner Ansicht in folgender Weise vor sich gehen. Ein Weinberg 30 Dunam gross, (selbstverständlich kann nach Belieben diese Fläche auch vergrößert werden) 5 Dunam fiir den Gemüsegarten, Wohnhaus und Stallung, 5 Dunam für Weideland, im Ganzen also 40 Dunam genügen für den Unterhalt einer mittelgrossen' Familie. Fünfundzwanzig solcher Familien können schon.zu einer Nieder- " lassung vereinigt werden. In solcher Weise kann eine Kolonie eine Bodenfiäche von ca. 1000 Dunam oder 90 Desriatyn ankaufen. Es dürfte rieh empfehlen, den Boden neben einer bereits bestehenden Colonie anzukaufen, die von den „Zkmsfreunden* unterstützt wird, und einem odermehrerenBeauftragten der „Zionsfreunde* soll die Aufsicht und die Leitung dieser neuen Kolonie übertragen werden. Zuvörderst hat man mit dem Einpflanzen der Rehen zu beginnen; das Zahlenverzeichniss am Ende dieser Artikel, welches das Resultat eingehender Versuche - in der Kolonisation aus den letzten Jahren ist, zeugt deutlich die Ausgaben und Einnahmen, die mit einer solchen Kolonie verknüpft sind, und wenn auch diese Zahlen auf äusserste Genauigkeit nicht Anspruch erheben können, so sind sie doch annähernd richtig. Hierbei ist noch zu beachten, dass die Gründung einer solchen Niederlassung uns noch wesentlich erleichtert wird, dass man dabei durchaus nicht genöthigt ist nach einem guten und fetten Boden zu suchen, da auch bergiger und sandiger Boden sich dazu eignet. Das Einzige, was hierzu dringend erforderlich ist: geregelte Ordnung, redliche Aufsicht und gute Kassen-Verwaltung. Doch mit Hilfe der „Zionsfreunde* werden wir dieses wichtige Unternehmen zum Ziele fuhren, und nur sie können jedem bei dem Unternehmen Betheiligten die Bürgschaft gehen, dass der angekaufte Bo len sein Eigenthum ist, dass die Aufsicht über die Reben und die Leitung des Unternehmens redlichen, gewissenhaften vertrauenswürdigen Männern an vertrant ist, die Verständnis» und Eifer für ihre Aufgabe besitzen. Der Verein der „Zionsfreunde* seinerseits muss diese Aufgabe einem oder zwei Mitgliedern seines Comites im heil. Lande übertragen, oder muss eine besondere Ahtheilnng bilden für die Leitung dieses grossen und wichtigen Werkes. — Aus folgender Berechnung ist ersichtlich, dass, wenn Jeder zum ersten Male die kleine Somme von 400 Rubel -= 1045 Francs und nachher noch 200 Rubel alljährlich vier Jahre lang hinter Oman er zahlt, im Ganzen also im Zeiträume von 4 Jahren 1200 Rubel, ein jedes Mitglied der Kolonie am Ende des vierten Jahres ein Vermögen hat: 1. Als werthvolles Eigenthum einen grossen, schon bebauten Weinberg, dessen Werth ungefähr 1000 Napoleons*) beträgt. 2. Eine Stelle, die eine beständige Einnahme ergiebi von 1500—2000 oder 3000 Francs, ausser den Einnahmen ans dem Gemüsegarten und dem *> Nach dem gegenwärtigen Gangwctthe ist 1 Napoleon $ Rubel oder etwas wenigem

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