Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 58 (22.7.1886)
- Date
- 1886-07-22
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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«. lilinii «> Iiiiiiiii.» >11»» n.iii. .t,i,n<äLriWit<Ui T - 14» - Die Kolonisation Palästina^. •HS- Vorschläge zur Entwickelung und Entfaltung der Kolonisation im hl. Lande durch Anlage und Pflege des Weinbaues, gewidmet dem treuen Sendboten der „Zionsfrende”, Herrn Kalonymos Seeb Wissotsky. Von Menasse Matrowitz. n. (I. Fortsetzung.•) 'Es ist allgemein bekannt, dass der Weinbau denUnternehmern reichliehenLebensunterhalt bietet, und in allen Ländern der gemässigten Zone befinden sich zahllose Weinberge Im südöstlichen Theile Russlands, auf der Halbinsel Krim nämlich, finden sich nur einzelne Weinberge als Eigenthum hoher Fürstlichkeiten,wie:W aronzow s,P ondokleiovvs u. A. Der Weinberg des Fürsten Waronzow erstreckt sieb nur über 60 Dessiatyn, und die Reben ergeben doch 11000 Mass Wein oder 55.000 Rubel alljährlich; jeder einzelne Dessiatyn ergiebt also für seinen Eigenthumer eine Einnahme von mehr als 900 Rubel. — In Frankreich, das in Bezug auf Weinbau und Weinkultur an der Spitze aller Lander steht, wurden vor 20 Jahren 2 Millionen Dessiatyn Wein angebaut, d. h. 4*/„ vom Flächeninhalte des’ ganzen Landes. Im Laufe der letzten Jahre wurde diese Fläche noch um ,;4 Million erweitert, wodurch Frankreich an der Spitze der Weinproduction steht In Nord- und Mittelfrankreich brachte früher jeder Weinberg 150 Mass Wein pro Dessiatyn, heute bereits 375 Mass. Die herrlichen Weinberge im südlichen Frankreich ergeben eine Ernte von 1000—2000 Mass Wein alljährlich, und wir übertreiben nicht, wenn wir entschieden behaupten: wenn nicht die Philoxera jene furchtbare Krankheit und Verheerung in den Weinbergen angerichtet hätte, so wäre Frankreich jetzt das reichste aller Länder der Welt, einzig und allein durch seine Rebenpflanzungen .und durch seine Weinkultur, worin seine Bewohner gewandter und geschickter sind, als alle anderen Nationen. Es ist eine' häufige Erscheinung im südlichen Frankreich, dass eine Fläche von nur einem Dessiatyn gross seiner guten Reben wegen für den Preis tob 20.000 Rubel verkauft wird, und vr:_. *;r_. wenn wir genau die Gründe untersuchen, welche die französische Weinkultur zu solcher Vollkommenheit und Blüthe gebracht haben, so erkennen wir deutlich, dass nur die Fertigkeit der Franzosen im Weinbau und der Weinpflege sie ein Ernte* und Kelter-Ergebniss erzielen lässt, das unter allen Nationen unerreicht dasteht. Und Alles dieses in einem Lande, dessen edelste Reben aus der Fremde, aus den Ländern des Ostens stammen; denn der Wein, dieses köstliche Gewächs, womit man seit der Urzeit Gott und Menschen ehrte, stammt ursprünglich aus Syrien und Palästina. Die ersten Weinbauer und Kelterer in den Ländern des Ostens waren dieBewohnerSyriens und Kanaans, von wo aus der Rebenbau. nach dem südlichen und . mittleren Europa erst vor einigen hundert Jahren verpflanzt worden ist. Bei aller Trägheit und Lässigkeit der Bewohner des westlichen Asiens ist gleichwohl der Smyrna- und Capri-Wein äusserst beliebt, der ja auch im Talmud lobend erwähnt wird; ebenso werden die Trauben aus der Umgegend von Jerusalem und Hebron gerühmt. Es giebt eine Gesellschaft, die mit Palästina-Wein Geschäfte treibt und ihn unter dem Namen »Libanon-Wein* in den Handel' bringt. Die Versuche, welche die neuen Kolonisten in den 1 -tzten Jahren mit dem Weinbau angestellt haben, sind gelungen und haben in einem Masse Früchte ergeben», die deutlich zeigen, dass. dieser Erwerbszweig den Unternehmern eine ehrenvolle, gute Existezz sichert. Die Wahrheit dieser Worte können die Aschkenasira in derKolonie „S a r o ntt, unweit decStadt Jaffa, bezeugen,' sowie die Leiter von die Eigenthum der »Alliance Israelite Universelle* ist. Der Aufseher dieser Niederlassung bezergt, dass jeder Dessiatyn dieses Bodens eine jährliche Einnahme von 600 Babel, ergiebt; der schlagendste Beweis aber Ist die Entschliesrong Jenes bekannten Edlen, v a