Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 58 (22.7.1886)
- Date
- 1886-07-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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’ß icilö haben. Die Vertheilung dieser Geldbeträge fand, in der Scuula i-auluita Opanischen Synagoge). die zu diesem .'Zwecke eigene hernerichtet wurde, fiatt, Stistsnibbiner Eav. Dr. Moise Ascarelli hielt dabei eine feierliche Ansprache uu die anwesenden Damen, in der er daraus hiuwics, welches Verdienst Israel sich dadurch erwarben hat, da» es das ns’jw (die That) dem yssw (Hören des Befehls) voraugeheu lieb. Er ermahnte dann die zum lyintvitt in den Ehestand bestimmten Mädchen nicht nur Mutter im Sinne der Natur, sondern auch im Sinne unseres heiligen Glaubens zu sein und gleich unserer großen Ahnfrau Sarah das nzir br t: (Licht des Sabbat, des Ruhetages) die ganze Woche hindurch, von einem Freitag bis um andern, brennen zu lassen, damit der ermüdete Gatte nach des Tages Kamps und Anstrengnngen zu Hause an der Seite seiner Gattin stets Ruhe, Frieden und Erholung finde. Tie Rede machte einen Liefen Eindruck aus die anwesende Damenwelt, die dem Rabbi nach Schluß derselben ein tausendfaches: mille grazil! (Tausendfachen Dank!) zuries. Der Secretär der genannten Gesellschaft erstattete dann den Bericht über die Geschästsgebahrung im vergangenen Jahre, dem zu entnehmen war, daß, Tank der pccuniären Unterstützung der Herren Eomendatore Samuel Aiatri (Rasch Hakahal unserer Gemeinde,) Pellegrino Pontecorvo und Abramo Piperne (Präsidenten der Trödlergenossenschaft) es der Gesellschaft ermöglicht, wurde, statt der bestimmten vier mm fünf Mädchen mit einer Aussteuer von je 200 Lire zu bedenken. Tiefe fünf Mädchen, die durch das Los bestimmt wurden, heißen: Marietta di Angela de Leroli, Fiore di Abramo di Terracina, Ester d' Isaia Eolo, Fiore di Lazzaro Tivoli und Eonsola di Abramo Terracina. Rach der Feier vereinigten sich mm die. Mitglieder der Gesellschaft zu einem Festessen, dem unser.genannter Rasch Hakahal präsidirre. Es wurden dabei auch mehrere Toaste, aus den Rasch Hakahal. den Präses der Gesellschaft, den Rabbiner, die fünf Bräute u. s. w. ausgebracht. Rach dem Verhallen, des letzten Toastes wurde sogleich eine Geldsammlung für die Bräute des kommenden Jahres eingeleitet, die ein schönes Sümmchen einbrachte. Unser Hasan Scazzecchio di Beroli erfreute uns nun mit einigen Synagogengesängen und zum Schlup e auch mit einem ^22 rrm; bei dem alle Anwesenden miteinstimmten. Mit dem üblichen Tiscligebete endete dann die schöne Feier. Wir hatten so einen Tag verbracht, von dem wir sagen konnten: r» „-■q nnsr^ röw ‘i orn t II i I I t t ® II. Brief,.' »ms dem yekttgeil Laude. (Fünfter Brief.) Geliebte Eltern! Ich befinde mich in Jerusalem und habe die Umgebung nach allen Richtungen durchstreift. Alten Rationen ist die Stadt heilig, im Morgenlande ist sie nur unter dem Namen El .stods (die Heilige) bekannt. Auf den Straßen drängen sich in merkwürdigem Gewirr alle Nationaltrachten einher. Der Syrer ist in seinem röthliche», mit goldgesticktem Sacküberwurf gekleidet. Der Grieche kommt in seiner weibliche» Tracht, der griechische Mönch zieht einher in seinem langen Gewände und dem Barett, ähnlich die katholischen Geistlichen. Auch Mönche in fränkischer Tracht drangen sich durch die Straßen. Tie Juden gehen im Kaftan einher und zeigt ihr funkelndes Auge, wie ernst sie es auch heute mit dem Studium des Gotteswortes nehmen. Daneben bemerkt man die Beduinen, das schöne Antlitz ist malerisch mit dem Küpstuche umwunden, mit weitem Mantel und langer Lanze auf schönem Rotz. Auch die fanatischen Ar aber erblickt man in ihren verschiedene» Trachten. Alles wogt durch einander bin und her. Nach den verschiedenen Völkern und Bekenntnissen zerfällt die Stadt in vier große Quartiere, nämlich in das der Muhamedauer, das der I u d e n, der a b e n d l ä n d i s ch e n E h r i ft e n und das der Armenier. Die Armenier bewohnen den Zion, die übrigen Christen die Nordwesthöhe, die Juden das Thal zwischen dem Zion und Moriah und die Muhamedauer die Bezetha in dem nordöstlichen Theil. Zwei Hauptstraßen, die eine vom Jaffathore bis zu der Moschee auf Moriah, die andere mit dem Thal im bilden aufsteigeud bis zum DamaskuSthor, durchschneiden sich und grenzen so die Quartiere von. einander ab. Die bedeutendsten Straßen laufen fast rechtwinklig gegen einander, sie sind eng gebaut, so daß cs schwer hält auszuweichen, wenn Balken, Steine, Wayer rc. rc. durch Kameele oder Esel vor-, beigeführt werden, oder wenn Damen, die sich auf Sänften tragen lassen, einem Fußgänger begegnen. Die Gayen sind schlecht gepflastert, oft bkos mit breiten Steinen unregelmäßig belegt, doch bewirkt ihre größtenrheils nicht unbedeutende Abschüssigkeit, daß sie ziemlich rein sind. Tie Bazargayeu sind nicht gewölbt und sehr belebt. In diesen Bazaren arbeiten die verschiedenen Handwerker ganz frei. Die Häuser sind m einer Art Würfelform gebaut, von gehauenen Steinen, mit platten Lächern. Auf