Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 57 (19.7.1886)
- Date
- 1886-07-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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080 sei» Lehrer faßte: Heil der. die ihn gebaren! Will man solches Lob verdienen, so ums; uui» die Mif;- fliuift bannen, die Leidenschaft bezähmen und die Menschen lieben. Die Dritten begnügen sich damit, die Bedeutung der Worte zu erklären , ob y-n ,*y ^leid oder Geiz bedeute, welcher Art Genußsucht unter jnmsr verstanden sei und ab ^'->2-7 r\x:v subjectiv ober objectiv zu nehnien: der Haß gegen die Menschen, oder das Anfsichiaden des Hasses der Menschen gegen sich selber. Unter allen Erklärer», deren Werke wir gelesen, ist der hohe Rabbi Löwe den Bczalel ans Prag der einzige, welcher den Ansspruch Rabbi Josua's ilt seiner ganzen Tiefe erfaßt und zur Genüge erklärt. In seinem Eommcntare zu unsrer Maßechta D"nn pi, und noch ausführlicher in seinem Supercommentar zu Raschi (auf den Pentateuch) 'ns tj erörtert er unsre Mischnah und löst die von uns hervargehobenen Lchlvierigkeiten. -Wir wollen in unsrer Wiedergabe dem Werke -n* folgen, wenn wir auch dabei ein wenig weit ansholen mutten. Van Joseph berichtet uns die heilige Schrift (l. B. M. E. ll7. V. 2), daß er, als er 17 Jahre alt war, sich noch kindisch benahm und von seinen Brüdern Schlimmes dem Baker berichtete. Raschi gibt, nach dein Midrasch, dieses Schlimme näher r.u: Joseph hatte seine Brüder iin Verdacht, daß sie Fleisch vom lebendigen Thiere äße», daß sie die Söhne der Bilhah und der Silpah verächtlich behandelten und daß sic keinen reinsittlichen Lebenswandel führten. — Die Frage liegt nahe, woher die Weisen des Midrasch, denen Raschi cs nacherzählt, das so genau mitten; es ist doch nicht anznnehmeu, daß sie es dnrch Tradition erfahren; die Vermuthung liegt vielmehr nahe, daß sie es aus dem Bibelworte deuten: aber wie, woher? das ist die Frage. — Rabbi Elijahn Misrachi, der berühmteste Supercommcntator Raschi's, macht sich eine rsr rro:; aber abgesehen davon. daß dieselbe theilweise sehr gezwungen erscheint, ist es ja auch nicht gestattet, sich eine mir rrrc anszndenken: man muß vielmehr eine solche lediglich durch Ueberlicferung enrpsangen haben. . Der hohe Rabbi Löwe erklärt und folgert die in Rede stehenden drei Tinge aus deni Worte nyi (njn ciGf ri» *pr. sen) „böse." Als Gott die Welt erschuf, da erklärte Er bei jeder einzelnen Schöpsnngsphase ausdrücklich 2V V, „daß es gut sei." Was also dem Schöpsungswerke entspricht, das ist 2V „gut;- was ihm zuwiderläuft, ist y^ „böse." Daher lehren auch unsere Weisen, daß die ersten Bundcstafekn, welche Mescheh zerbrochen hat, nicht erhalten bleiben konnten, weit in ihnen die Bezeichnung 2V ii? 2U" jyc7t) fehlte. Das Gute 2V, entspricht dem Wclten'.weck, das Böse, jn, läuft ihm zuwider. Drei Tinge werden in der heiligen Schrift beim Menschen „böse" genannt: der Trieb r**.y;s >“» cisn 2^ -jsp 2, des Auge. y~n 7-US2 -ry und das Herz an vielen Stellen. Joseph war — bis auf das noch kindische Benehmen — ein vollkommen Frommer, wie er sa vorzugsweise pr-nsn heißt und wie er sich als solcher später so vielfach erwiesen. In dem Betragen dcr Brüder gefiel ihm Manches nicht; er konnte auf sie nicht das Prädikat 2V auwenden und hielt sie deßhalb nicht für würdig. ’cnsr, „die Stämme Gottes" zu werden; er hielt sie deßhalb ffirjn, „böse" und hatte sie deßhalb in Verdacht des jnn rv (ta i nxn try jm), daß sie die Söhne der Bilhah und der Silpah verächtlich behandelten, des .jnn -i5T, daß sie keinen rein sittlichen Lebenswandel führten, und des jn 27, der Grausamkeit gegen Gottes Geschöpfe, daß sie nämlich vom lebendigen Thiere Fleisch zum Esten entnähmen. Diesem Verdachte aab er Ansdruck bei seinem Vater, und deßhalb heißt es Q'.72-r 7rr njn crcn n» «n Joseph irrte sich in seinem Verdachte und mußte schwer dafür büßen. Und nun werden wir unsre Mischnah verstehen. Gerade die darin genannten drei Dinge yvr py, Mißgunst, Neid, jnn ns>, der böse Trieb und 22 jnn das böse Herz, das nr-onnx:r, Haß gegen Gottes Geschöpfe und Gransamkeit gegen dieselben zu Tage fordert, laufen dem Weltenzwecke zuwider, und deßhalb 27iyn msn nst pxV.2 führen sie, jedes einzelne von ihnen, den Menschen ans der Welt. Gott will einen solchen Menschen in seiner Welt nicht dulden, da ein solcher die Zwecke der Weltenschöpfung zerstört, von der es heißt (l. B. M.. E l, B. 3l). 2V nr» nry-ts« '72 rx sen „Hub Gott sah alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut." (Fortsetzung folgt.) Amerikanische Mriefe. O New-Aork, 1. Juli. Für diese Woche hatte ich einen größere» Brief zu schreiben beabsichtigt; allein die Herren Rabbiner, die in Eincmaüi am 28. Juni zu einer Eonferenz znsammentreten wollten, Kabenrnir durch die Absage dieser Eonferenz den Stoss etwas verringert. Der Sonnenschein'sche Auftritt, der Eingang des „Reformer", der Tod des Slabbiner Gurheim scher-