Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1886)
- Date
- 1886-07-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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den historischen Thatsachen 1»-Widerspruch, da |cm*<S auch nicht (iminliaiib die fllcidtc Ausdehmnig gehabt hat. Der Verfasser ucvfmljt eine vötuun, die er aber auch nm als „wahrscheinlich", nicht als sicher hinstellt. Wett» auch die Bezeichnung wyi oder bn rp:n auo* schließlich auf das schau von den babylonischen Erulallten in Besitz genommene Gebier sich erstreckte, so sei es immerhin nicht unmöglich, das; dieselbe auch auf die Eroberungen erweitert wurde, welche später, während der Zeit deS zweiten Tempels überhaupt erfolgten. Ist diese Annahme gestattet, so must geprüft werden, ob und wann während de» zweiten Tempels das jüdische Gebiet die in dem Register näher bezcichnetc Ausdehnung gehabt hat. Da dies nun wenigstens a n n ä h e r n d in der Glanzzeit der HasmonnäerHerrschaft, also unter Johann Hyrrau und Alexander Jannai, der Fall war, so würde unsere Urkunde die Grenzen wiedergeben, welche das „Land Israel" in dieser Zeit gehabt hat. Nach der Erörterung dieser Fragen tritt der Vers, in die eigentliche Behandlung der Urkunde ein, die 5Va Druckbogen umfaßt. Wir muffen cs uns versagen, auf die Details einzngchcn, und können nur betonen, daß sich in dieser _ Arbeit Witz, Scharfsinn und CombinationSgabe in seltenem Maße verbinden. Der Vers, stellt bei jedem Orte prägnant die bisherige Forschung zusammen, widerlegt dieselbe, soweit sie mangelhaft erscheint und tritt zuletzt den Beweis fiir seine eigenen Behauptungen an, deren überraschende Endresultate für den ersten Augenblick den Leser zumeist frappiren müssen; wir verweisen z. B. auf Nr. 2, 5, 6, 8, 9, 16, 17,18, 20, 27, 29, 37, 38 und Anmerkung 234. Der größte Theil der Arbeit besteht aus Noten, welche mit ihrem blendenden Eitatenreichthmn ein sprechendes Zcugnkß von dem überaus großen, alles durchdringende» Fleiße ablegen, mit der der Berf. die Arbeit geschaffen; zum mindestens dürften die Werke von 3—400 Pro fan schri ftst eller» bei den vorliegenden Untersuchungen Berücksichtigung gefunden haben. Der. Berf. beschränkt sich aber nicht auf die Lösung der Urkunde, nein, auch eine Fülle von neuen bedeutungsvollen Nefultatcn für die b rb l i s ch e G c o g r a p h i e erscheint in dieser Arbeit, welche wohl auch deßhalb einen allgemeinereu Titel erhalten hat. Ein werthvollcr Index schließt die Arbeit ab. Die Leser dieser Zeitschrift werden schon ans unserer kurzen Besprechung ersehen haben, welche eminent wissenschaftliche Bedeutung, die nicht nur in jüdischen Gc!chrLenkrciserl,einen lebhaften Widerhall, sondern auch von nichtjüdischcr Fachfcite die vcrdlentc Anerkennung finden wird. Diese Am'rfiMiitiitfii erscheint um so berechtigter, wenn man bedenkt, daß der Verfasser am NtabbinerSensinar den Lchrslllhi für alte jüdische Geschichte und Litcrauir innehat, also bisher ans eine«» ganz besonderen Felde der jüdischen Wissenschaft sich entfaltet. Wenn man ai«s einigen Andeutungen einen Schluß ziehen darf, soll die vorliegende Arbeit nur ein einleitendes Kapitel zu einer nnlfaffendcn Behandlung der gcsaminten Geographie des heiligen Landes bilden. Nun, die wissenschaftliche Welt darf mit froher, gespannter Erwartung den weiteren Gaben des Vers, entgegcnsehen, und wir können nur mit dem innigen Wunsche schließen, daß Dr. Hirsch Hildesheimer, der nach langer Pause als Erster wiederum dem geweihten Boden der Väter seine wissenschaftliche Kraft geliehen, unter seinen Stammcsgcnosscn in der zwar mnhereichen, aber um so verdienstvolleren Paläftinaforschung recht viele, ebenbürtige Nachfolger finden möge. — Zeitungsnachrichten und Correspoudcnzerr. Frankreich. Paris. (Die Juden China». Fortsetzung.) Wie herzlich. und innig die Beziehungen zwischen den Juden und den Mohamedanern in Kai-fong-fu ist, beweist auch der Umstand, daß, wenn Letztere ihre Pilgerfahrt nach Mekka antreren, viele jüdische Jünglinge ihnen dabei das Geleile einige Meilen weit geben und ihnen bei ihrer Heimkehr wieder etliche Meisen weit entgcgenziehen, wo dann eine herzliche Legrüßmig stattsindet. Betrachten sich doch beide Neligionsgcnollcnschaften als Diener des einig-einzigen Gotte», nur daß die Juden Moses und die Moslims Mohamcd als ihren Propheten und Lehrer betrachten. Interessant dürste es daher auch sein zu vernehmen, daß in der genannten Stadt, Inden und Mohamcdäuer einen gemeinsamen Friedhof besitzen, wo sie ihre Todteu auch nach ein und demselben Eeremoniell beisetzen. Tie Mohamedancr haben nämlich im Allgemeinen auch die mre (Waschen der Leiche) von den Juden übernommen, nur begnügen sic sich nicht mit dem bloßen Waschen des Körpers, sondern tauchen denselben gänzlich in» Wasser oder baden ihn, worauf sie ihn in cm Tuch cinwickeln und so zu Grabe tragen. Dieses Tuch ist gewöhnlich der Turban, den der Mohamedatler von seinem dreizehnten Lebensjahre an bis zu seinem . Tode als ein memento mori auf dem Kopfe tragt. Dieser Turban ist gewöhnlich roch, bei den Enkeln.