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Der Israelit · 1886-07-08 · Heft 54 (8.7.1886) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 54 (8.7.1886)
Date
1886-07-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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■• :.**< .»5. .Vi.ii >•«! <:y ffirvy.g^1oan des Propheten Molnimed hingegen grün: nall) der Heimkehr m der Pilgerfahrt mich Mekka darf dam» jeder Moslim liehst dein frumutcii Titel Hadschi (Pilger. von km Festwgllsghrer; auch eine» »uelfieii XiuUau a«mehme» und biimit sein Haupt schnlücken. Grabsteine werden in China weder von den Heiden noch voa den Mohamcdancen oder Jnden errichtet. Dagegen pflegen bittere ihre Wiüber mit einem Manerlvatk zu bekränzen, der die Form eines griechischen Omega {&) har. Ein geistreicher englischer Schriftsteller bemerkte einst mir gegenüber, daß, sollten die Chinesen mir dieser seltenen Grabmalsorm wirklich andenten wollen, das; so wie das Omega der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets ist, ebenso sei auch das Grab die letzte Errungenschaft des Menschen, dann haben sie wirklich das sinnreichste Grabcsdenkmal, das man sich nur denken kann. Aber auch die kleine jüdische Gemeinde, die noch zn Knbilei Khans Zeiten in Peking eristirt haben must, ist heute nicht mehr dort vorhanden und auch nicht einmal europäische Juden sind in dieser Riesenstadt mit ihren zwei Millionen Einwohnern anzutrcffcn, da die chinesische Regierung, mit Ausnahme der europäischen Gesandten und ihrem Personale, dann der katholischen Mission, die in Peking ein eigenes Klöster besitzt, und der wenigen im chinesischen Staatsdienste stehenden Deutschen und Engländer, keinem Europäer die Niederlassung in ihrer Residenzstadt gestattet, da sie, wie sie selbst eingestellt, nicht die nölhige Polizeimacht besitze, um dieselben gehörig schützen zu können.. Ob dagegen außer in Kai-fong-fn auch in einigen anderen chinesischen Binnenstädtcn Juden leben, darüber könnte nicht einmal die chinesische Regierung selbst Auskunft geben, da auch ihr genaue Nachrichten darüber fehlen. Tie Chinesen werfen nämlich Juden nnd Mohamedaner, die sich übrigens ini Reiche der Mitte nur wenig von einander unterscheiden, gewöhnlich in einen Topf und halten sie Jeden für einen Mohanlcdancr, der einen blauen Hut trägt und diese Kopfbedeckung wird indrst auch häufig von den Juden benützt. Starten wir nuit der jüdischen Schule in Kai-fong-fn einen Besuch ab. Schristzeichen, die so ein armes chinesisches .Kind erlernen »um, und dann des Lesens allgemein verbreitet. Es ist daher nichts Seltenes in ei ner chinesische» Stadt Arbeiter oder Tagtöhner zn sehen, die, während sie elue» .Karren oder ein Schiff ziehen, irgend clucit Klassiker oder ei» Geschichrswerk in der Hand haben nnd darin eifrig lesen. Die.Kinder sitzen in der chinesischen Schute ans dem Boden, der zn diesem Zwecke mit Matten belegt ist, nnd halten sie dabei ein Heft Papier sammt der üblichen Tintcnmuschel und dem Pinsel in der Hand. Sie schreiben oder vielmehr sie malen dann Alles, was der Lehrer auf der Tafel vorzeichnet, mit ihrem Pinsel in das betreffende Heft, um cs zu Hause auswendig zn lernen. Die Schulbücher, wie überhaupt alle Druckwerke, sind in Ehina äußerst billig und kann daher auch der Aermste seine.Kinder mit den nothigen Lehrbüchern versehen. Das erste Buch, das mm der jüdische Schüler oder die Schülerin in die Hand bekommt, ist der Tzan-tzcking (heilige Buch), eine Art Encyclopädie, auS 180 Versen bestehend, die man nun auswendig lernen muß. Hernach kommt das Ta-hil (Großes Studium) von Eonfucius, das die Lehren der Moral nnd Sitte enthält. ES folgen dann das Lesebuch Tzony-yong (das Leben der Weifen), dann der Schi-king (Buch der Gedichte) und daSLi-king(Buch der Riten), das aber von den Juden aus religiösen Motiven nicht benützt wird. Dieselben geben dafür ihren Kindern, die von ihren Rabbinern angefertigre llebersctznng der Bibel in der Hand. Dann folgen der Schn-king (Buch der Weltgeschichte), der J-king (Buch der Metamorphosen) und schließlich der Lün-jn (Philosophische Betrachtungen). Har das Kind auch die vier Spccics der Arithmetik gehörig erlernt, so ist es mit seiner Schulbildung fertig und kann sich irgend einem Erwerbe zuwenden. Geographie, Physik, Naturgeschichte, Weltgeschichte :c. werden in den chinesischen Schulen nicht vorgetragen, da weder die Lehrbücher noch die Lehrer dazu vorhanden sind. Zumal die Geographie wird von de» Ehinesen verachtet, da für sie ihr Vaterland das schönste und civilisirteste Land der Welt ist, während in den übrigen Weltthcilen nnd Ländern mehr oder minder wilde Barbaren Haufen, die nicht die geringste Ach- Dieselbe befindet sich oder befand sich vor etlichen Jahren noch in einem ehemaligen Götzentempel, den der dortige Gouverneur der Gemeinde in Anbetracht ihrer großen Armnth ganz umsonst zur. Verfügung gestellt hat. In China sieht nämlich die Regierung strenge darauf, daß alle Kinder Unterricht erhalten sollen und ist daher dort die Kenntniß des Schreibens, trotz der Taufende von tung verdiene». Daß cS bei den chmefirchcn Juden in dieser Hinsicht nicht besser aussicht. ist selbstverständlich. (Fortsetzung und Schluß folgt.)

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