Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 54 (8.7.1886)
- Date
- 1886-07-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Ml ludfifii il'ii tu IM’ Iriin iiiio auf einem goldgezäumteii lueijjeu Schiminel jaß. nmr höchst ueriilivt iiOcr diesen liei.Uietjeii (vnipiuiiji der;\ubcu Mogodors nnd ftvüfitc er sie hiildvollst durch seineHandbewe gungen. Indes; galten diese fuifeiUdjcii <Wi|*;c eincntlld) mehr bei» Vllumblniibc als den Juden Mogadors, denn in dieser Hafenstadt, wo faft alle europäischen Staaten b'oumle litten haben und wo auch eine bedeutende europ. Kolonie ei islirt, hütet sich wohl der relig. Faiiatisiiiiis, sich in seiner ganzen :llolihcit zu zeigen und so geruhtcauch Sidi Mulen Hassan seinen jüd. Unterthaneil daselbst wüt-n-i seine Truste zuzuwinken, damit die Vertreter der europäischen Mächte sehen sollen, das; es mit seiner Knechtung nnd Bedrückung der Juden gar nicht so arg bestellt sei, wie es die Tagesblätter glauben machen wollen. Die Eonsuln machten dann der Reihe nach dem Sultan ihre Aufwartung, der sie auf's freundlichste empfing. Besonders war er darüber erfreut, daß der italienische Ministerpräsident hier in Tanger, Eomniendatore Seovasso, die Strapatzeu einer Seereise nicht gescheut hatte und nach Mogador geeilt war, um dort Se. Majestät zu begrüßen. Derselbe hatte dann mehrere Unterredungen mit dem Sultan und in einer derselben soll er auch die Aufmerksamkeit Sidi Muley Hassan's aus den schlechten Eindruck, den dessen Ferman in Betreff der Fußbekleidung der Inden ans die europäischen Eabinete gemacht, gelenkt haben. Die Antwort Muley Hassan's hätte jedoch gelautet, er werde nach seiner Rückkehr nach Fez die Sache mit seinen Ministern erörtern, was in der Sprache der marokkanischen Diplomaten soviel bedeutet, als, die ganze Angelegenheit werde neuerdings auf die lange Bank hinausgeschoben werden. Eine Deputation der jüdischen Gemeinde. Mogadors, die zur Begrüßung des Sultans im Palaste erschienen war, fand sowohl bei diesem, wie auch beim Großvezier eine huldvolle Aufnahme, von einer baldigen Wiederherstellung ihrer alten Priviligken, so wie sie seinerzeit dem nun seligen Sir Moses Montefiore x"r zugesichert nnd verbrieft worden waren, wollten jedoch Beide, der Fürst und sein erster Rathgeber, nichts wissen, und vertrösteten sie die Deputation auf die Zukunft. Die Juden Mogadors mimen daher noch weiter barfuß durch die Straßen ihrer Stadt eilen zum großen Gaudium der fanatischen Bevölkenmg daselbst, zur Schmach des gegenwärtigen Zeitalters. Nohn, Berfasjer von Gabriel. (Fortsetzung.) Aron Brack hatte in Gegenwart zweier Rachbaren, die er hierzu eingeladen, das kleine Päckchen, welches die Hinterlassenschaft der fremden Frau bildete, geöffnet. Der Inhalt bestand zumeist aus einigen ^Stücken armseliger ttindcrwäsche, ihrem Ehering, ihrer Ksubo') und einem Packet Briese, die über die Verhältnisse der Verstorbenen Licht verbreiteten. Sie hatte Lea geheißen nnd war die Tochter des früher wohlhabenden, später verarmten Goldschmidts Löb Schweizer in Metz gewesen und hatte vor sieben Jahren einen jungen Mann, Rathan Allein, einen Elsässer, dessen warme Neigung sie aus voller Seele erwiderte, geheirathet. Run aber befanden sich die Inden während der zwei Decennien. die dem Beginne unserer Erzählung - vorangiugen, in keinem Theile Europa's unter schmachvollerem Drucke als im Elsaß nnd Metz. Alle Ursachen des verbissensten Judenhasses: religiöse Nnduldsamkeit, wahnsinniger Racenanripathie, empörende Adels- Willkür, niedrige Habsucht und grauenvolle Rohheit vereinigten sich gegen die Inden, um ihr Dasein in dem Lande, in dem sie geboren, zur Höllenpein zu machen. Man hatte sie fast aller Rechte beraubt: unglaublich, aber schauderhafte Wahrheit, man hatte ihnen jedwedes Gewerbe, jede Beschäftigung mit alleiniger Ausnahme des Viehhandels und der Goldnnd Silberarbeit untersagt; — dagegen ihnen Steuern bis zur völligen Unertragbarkeit aufgebürdet. Sie hatten im Elsaß: Schutzgelder an den König, Abgaben an den Bischof von Srraßburg. an den Grafen von Hagenau, an die Eselleme, in deren Gebieten sie wohnten, die Juden in Metz außerdem noch Handels-Häuser-Kopfstenern, 'Abgaben an die l) 6m in jüdischen Kreisen die SteNe eines ßhevenrazeS ' vettrettndes Tocmnem. l i b