Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1886)
- Date
- 1886-07-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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4 1H8 Dr. S. fautc In einer Konfcmij mit Dr. Rey, nolds, dcm Sekrekär der „«inier!f<iiiIftljm iftiinulKlu*ji Kirche," daß er nicht länger Rabbiner sein könne, weil il»n dieser Platz zu m\ sei und seine Genleinde ihm in seinen liberalen xHin'uljtcit nicht nUflcu wolle: Dr. 3. erklärte gegenüber einem anderen Geistlichen Dr. Hale, bau er ebenso wie die Beschneiduug auch die Taufe als nicht nöthig erachte, allein dennoch einen nnitarifchen Predigersinhl wünschte; worauf Tr. Hale erwiederte, es sei jetzt außer einer Missionärstclle kein anderer Posten offen; ein anderer Geistlicher in Boston machte dem Rabbiner Dr. Gottheit Mitthellung von der Sachlage, bemerkend, daß, wenn 3. auch Alles nachgcbe, man ihn nicht wünsche." Diese Anklagen erörtert die Zeitung in St. Louis und bemerkt weiter, nachdem sie eine Anzahl Zuschriften vom Rabbiner Dr. Schindler in Boston, jüdischen und christlichen Männern kn Boston veröffentlicht, das; ein jüdischer Bürger aus St. Louis in. Boston war, um diese Dinge festzustellen. Man ist natürlich gespannt, was die Gemeinde in St. Louis zu diesen Klagen sagt imbjnie die Herren College» in Cincinalti den Gcnogen von St. Louis begrüßen. Tr. Sonnenschein sprach vor 7 Monaten km Tempel Dr. Kohut's hier in ziemlich conservativer Weise und man sicht, <ss. versteht sich zu drehen. Bon der Gemeinde, in der „die Reform z:"2xzvbu besteht (so nannte jüngst Tr. Kohut die Reform seiner Gemeinde) ging S. nach Pittsburg, von da nach Boston und vielleicht geht er von hier nach — Nom. Glückliche Reife. — Zeitungsnachrichten und Corresponderrze». - D c u t schla u d. Kitznrgcn n. M. Am Freitag den r 5». Snvau wurde dahier ein ien cn zu Grabe getragen, der das seltene Alter von 90 Jahren und 8 Monaten erreicht halte. Herr Josef (Jes) Stern, Vater des Herrn Gemeiudebevollmächtigten Hirsch Stern, früher in Mainstockheim wohnhaft, war dieser Edle in Israel. Er war ein Jude von altem Schrot und Lkoru, sagte einem jeden ungcnirt die Meinung, und niemand nahm's ihm übel, da er wußte, daß cs gut gemeint war und so recht vom Herzen kam. Herr Distrikts-Rabbiner Adler betonte dies auch in einem warmen Rachrufe, den er dem braven Manne widmete, indem er unter anderen Tugenden, die ihn schmückten, hervorhob, daß er rran rc'n mso in schönster Weise erfüllte, und dies mit vollem Rechte U)itn konnte, da man ihm, wenn er sagte: es? Ho •p’y 1'20. nicht entgegcilhalten kmnlte: pro mip Mo -,0'y. lvell er stets bestrebt war. alle Gebote der hetligen Thora auf das Pünktlichste ansznuben uub die tteberrrernllg irgend eines Verbotes zu meiden. Cr war ein großer jjn Tpoi (n n anw und hatte auch die 7>'s:, einen ihm gleichenden Sohn -»'-.8' co*n ■To vo* zu hiulerlassen, sowie auch einen sehrwürdigen Schwiegersohn, den gelehrten Rabbi Wots Rothschild in Mainstockheim, welcher am Grabe des Verewigten Tugenden, in schöne rmi nrr gekleidet, schilderte und zur eifrigen Nachahmung ermahnte. Köln» im Jmri. Wiederunr ist einer jener echt jüdischen, ehrwürdigen Eharactere von uns geschieden, deren ganzes Leben eine fortgesetzte Verherrlichung jüdischer Lehre und jüdischen Lebens darstellt. Wir können diesen Edlen unseres Volkes kein bleibenderes Denkmal setzen, als wenn wir öffentlich deren Namen verherrlichen, damit das jüngere Geschlecht an solch scharf ausgeprägten Gestalten des unverfälschten Judenthums sich emporranke und gleich ihnen mit .eiserner Beharrlichkeit nur solche Ziele zu crftredcn suche, die uns das heilige göttliche Wort als erreichens- und wünschenswerth vorgezeichnet hat. Der dahingeschicdene Freund, . Herr Anselm Mayer V"s"t, dem wir um feines mustergültige» Lebens willen in tiefster Ehrfurcht diese Zeiten widmen, hat arn 10. Sivan (Sonntag den 13. Juni d. I.) seilw reine Seele ansgehaucht, um in ein besseres Jenseits emzngeheu. Geboren am 27. Tebeth 1799 iir Altenstadt in Bayern, besuchte er bis zu seinem 17. Lebensjahre die damals in hoher Blüthr stehende tw' in Fürth, von da ab betrat er die geschäftliche Laufbahn, allein wo und in welcher Stellung wir ihn auch antreyen, das Streben nach dem Erwerb zeitlicher Güter hat sich ferner nie so bemächtigt, daß er'darob das Studium der h. Schriften vernachlässigt hätte. Wie sehr er diesem oblag und wie sehr er es verstand, den m der Jugend erworbenen h. Schatz zu vermehren und zu vergrößern, beweisen die Morenu-Dkplome, durch die drei hervorragende Rabbmen feinen Kemttuisten und seinem Streben ihre Anerkennung gezollr habe», — frühzeitig schon, widmete er sich dem Geschäfte eines Hvs, das er stets nur cor crH vollzog, wohl über 500 Kinder dürften durch ihn kn den sra. cr.'i'M cingegangen sein. Im Jahre 1827 führte er die Tochter seines damaligen Ehefs, Helene Eahen, als Gattin heim und gründete mit dieser, einem