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Der Israelit · 1886-07-05 · Heft 53 (5.7.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 53 (5.7.1886)
Date
1886-07-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1)1 tt stuftet jüdischer Weiblichkeit, ein ftamlliciiMcu, iüclcijcö fnv.il)!« eine Cucüc reinster, ungetrübter - senden wurde. Streng, in fast rigoros gegen sich selbst, beurtheilte er die Handlungen seiner Mitmenschen stets noi und fu darf es nicht Wunder nehmen, dast er tticht nur der zärtliche geliebte Mittelpunkt seines engeren Familienkreises geworden, sondern dast auch ferner stehende .streife mit ehrfurchtsvoller Achtung zu dem Manne hinanfblickten, von deffen Lippen wohl Weisheit floß, nie aber ein abfälliges Urtheil vernommen wurde. In welch hohem Grade der Verblichene sich die Liebe und Achtung aller derer erworben, die ihn kannten, bezeugte ein Leichcnbegängniß, wie cs großartiger und imposanter in hiesiger Gemeinde wohl selten gesehen wurde. — Mit silberweißen Haaren bis zur lehren Stunde noch geistig fnsch, in einem hohen und glücklichen Alter sanft und schmerzlos von dem Schatten deS Todes nnischlungen, hat er die Fruchte seines edlen, thaten- und segensreichen Lebens schon in dieser Welt gcnoffen, möge ihm nun in jenen lichten Höhen das zu Thcil werden, das allen den verheißen ist, die, wie er, inenen nr’b:i rnny rnirr ihren Lebenszweck erkennen und danach handeln. — n"a"s"i"n. Königsberg, 2. Juli. Den traurigen Berichten gegenüber, die uns über die Bedrückung ^unserer Brüder von jenseits der Grenze znkommen, verdient wohl ein Beweis der Anerkennung und Würdigung um so mehr hervorgchobcn zu werden, als er von sehr hoher Seite ausgcgangen ist. Eine solche Auszeichnung besonderer Art wurde diese Woche dem Rabbiner der Libaner Gemeinde, Herrn Dr. Ph. Klein, zu Thcil. Dieser Herr, der sowohl durch sein talmndischcs Wissen, verbunden mit einer gründlichen wissenschaftlichen Bildung, was vereint leider noch in Rußland spärlich in den frommen Kreisen zu treffen ist, als auch durch sein freundliches, mildthätiges Wirken die Herzen aller, selbst der ncologcn streife, sich zu erwerben und zn erhalten verstand, hat durch seinen rastlosen Eifer und seine selbstlose Hingebung für unsere heiligen Ausgaben in seiner Gemeinde für die von ihm gegründeten Schulen, sowie für die anderen Gemcindemstittüionen Großes geleistet. Bei diesem Streben, den Bildungsgrad der Jugend zu heben und durch seine Beredsamkeit veredelnd ans die ihm anvertraute, große Gemeinde einzuwirkcn, kommt ihm die Achtung zu statten, die er bei den Kaiserlichen Behörden dort genießt. 'Diese ehrende Hochschätznng wurde ihm auch dadurch bewiesen, daß Herr Rabbiner Dr. Klein dieser Tage aus Anlaß des Besuches des Großfürsten Wladimir in Liban zur Enr besohlen und vom - iVironftirftcit zur Tafel gezögert rvnrde. Bel all' Km Kammer, der täglich zn rrnS drirrgt, ist dieser Lichtblick doppelt erfreulich. Oesterr.-ttngar.Monarchle. Pefth, Juni. Ein großer Mann ist gestorben, der eine Sünle und Stühe des orthodoxen Indenthnms gelvesen. y") ern;w;n avi, Obcrrabbiner der hiesigen orthodoxen Gemeinde ist von uns geschieden, uns alle in Trauer versetzend. Was an ihm seine berühmte Familie, seine Gemeinde, die ungarische Iudcnhcit, ja das gcsammte Indenthmn verloren, das zn schildern überlasse ich einer kundigeren Feder; heute will Ihnen nur über das dahier*) veranstaltete Leichenbegängnis; berichten. Dasselbe gestaltete sich so großartig und imposant, daß cs ein ern sr-p im wahren Sinne des Wortes nennen rvar. Schon in den ersten Stunden war' das Orzische Haus, in welchem die Wohnung des Verstorbenen und die Synagoge der orth. Gemeinde sich befinden, außerordentlich belebt. Fremde Rabbiner, Deputationen und einzelne Private, die aus. den verschiedensten Gegenden des Landes herbeigeeilt waren, in erster Reihe aber die Mitglieder der hiesigen orthodoxen Gemeinde füllten alle Räume des weitläufigen Gebäudes. .‘JO Personen, hervorragende Rabbiner und Mitglieder des hiesigen Vorstandes, die sich morgens rau: gewesen, nahmen die mne vor; unter diesen befanden sich der Liebling des verstorbenen Rabbiners, der Arzt Dr. Schächter; ferner Advokat Dr. Toris und der Schriftsteller Albert Forkosch, die neben ihrer gesellschaftlichen Stellung und hohen Intelligenz zn den Frömmsten der orthodoxen Gemeinde zahlen. Da die Synagoge die Menschenmenge nicht fassen konnte, wurden, um Unglück zu verhüten, die cnson in dem sehr großen Hofe abgehaltcn, der von Außen, um weiteres Gedränge zu verhindern, abgespcrrt werden niußte. Auf allen Gesichtern der Anwesenden spiegelte sich die tiefste, innigste Trauer ans. Acht Trauerreden, wurden gehalten, (zwei der Redner waren Brüder des Verstorbenen) die alle einen mächtigen Eindruck ans die Zuhörer, die oft in lautes Weinen mid Schluchzen ansbrachcu, ausübtcn. Bis 4 Uhr dauerten die cnsen. Rach Zehntauscndcn zählte der M'nschenstrom, der derLeiche dieses großen Mannes das letzte Ehrcngclckte bis .zur Eisenbahn gab. Voraus wurden die hintcrlasscncn Handschriften •) Der verstorbene wird seinrm tcxicn Wunsche gen:äst' > in Prrxburg bezraürL. ' - ,' mw p wiw umgBMagggsg1

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