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Der Israelit · 1886-07-05 · Heft 53 (5.7.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 53 (5.7.1886)
Date
1886-07-05
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVII. Jahrgang öi’sJsnii'Ut Artik,i. Amerikanische Miese. in New-Bork, 20. Juni. Acht Tage noch trenne» uns von der Eröffnung der bincinattier Rabbinercoufcrcnz, die als Fortsetzung der Plttsbnrger weitere Reformen anbahne» will. Wenn die Herren nicht ganz starke Nerven haben und von den Ereignissen der letzte» Zelt"nur ein klein Wenig gelernt hätten, müßten sie die gute Gelegenheit benützen, um dem ungestümen Borwärtsmarfch einzelner ihrer Heros» ein $alt 311311 rufe»; allein da man die Verdauungsfähigkeit der amerikanischen Führer des Judcnthmns nicht benrthcilcn kann, so kann mau auch nicht wissen, wie weit sich die Herren von'den Ereignissen der letzten Wochen beeinflussen lassen. Dies vorausgeschkckt, will ich auf die angedeuteten Vorkommnisse des Näheren eingchen. In einem offenen Brief i:n „American Hebrew" erklärt einer der Rcdacteure des „jüdischen Reformer" Dr. Köhler, dass der Herausgeber infolge finanzieller -Schwierigkeiten sich veranlaßt sehe, das Blatt nicht weiter erscheinen zu lagen. Nicht lange nach der Pittsburger Eonfcrenz trugen die Theiinehmer derselben, den Kopf ziemlich hoch und neben anderen Dingen beschloß man auch die Herausgabe eines großen Reformorgans in dein östlichen Theil Amerika» und zwar in der Stadt Rew-Aork. Die Herren Dr. Köhler .in New-Nur?, Hirsch in Chicago und Moses in Löuisville übernahmen die Redaktion, und der Wächter des Pittsburger Heiligthums, der Herr Dr. Wiese in Cincinatti, erthcilte in einem laugen Leitartikel dem Unternehmen seinen Segen. Ties genügte, um dem Unternehuien gleich von vornherein keine gute Zukunft in Aussicht zu stellen und der Segen Seiner Heiligkeit verfehlte auch die Wirkung nicht. Obwohl mit großen Plänen in's Leben gerufen, koimte die Zeitung trotz der ^moralischen und finanziellen Unterstützung, deren ste sich erfreute, nickt lange leben, und nach einer Existenz von nur wenigen Monaten sahen sich die Herren Rabbiner veranlaßt, das Ableben des Blattes in Folge finanzieller Schwierigkeiten anznzeigen. Die Finanzen sind bei einer Zeitung nau'irlich keine Kleinigkeit, allein, wodurch werden dieselben bei einem solchen geregeltV Sicher nur durch die Theilnahme des Publikums. Hat dasselbe Sympathie für die Tendenz eines Blattes, dann hat dasselbe sicher auch nicht mit finanziellen Schwierigkeiten zu rümpfen; der Abonncntenkreis, die Zahl der Jnserirende» vermehrt sich und die Existenz wird gesichert. Wenn aber das Publikum die Tendenz mißbilligt, dann werden dem Blatt die Hilfsquelle» abgeschuilten, und dasselbe geräth dahin, wo cs hingchört. Wenn die Herren vom „Reformer" das Aufhören des Bla'-s auf finanzielle Schwierigkeiten basireu, so gesichen sie die Antipathie des Publikums zu und bekennen offen die Haltlosigkeit ihrer Sache. Wie dieselben Herren mm sich in Cincinatti zn weiterem Treiben auffraffeu können, daS ist dem einfachen Uutcrlhanciiverftaud undenkbar; doch nous veirons. Der zweite Blitzschlag , der im Lager der Gefolgschaft der Herren Reformer einschlng, ist der ansgedeckte Skandal in St. Louis, wie ihn die Presse nennt. Obwohl mir die Sache seit einiger Zeit bekannt ist, wollte ich doch den in Deutschland ja so bekannten Dr. Sonnenschein nicht eher in diesem neuen Lichte zeigen, bis alle begleitenden Momente offen daliegen. Da nun sogar hervorragende politische Blatter, wie die „N.-A World," eines der bedeutendsten Blätter Amerikas, die Angelegenheit besprechen, will auch ich nicht znrückhalten. Dr. Sonnenschein hat bekanntlich resignirt, allein auf Wunsch einer Anzahl Gemeindemitglieder sich wieder gemeldet. Tie Gegner des Rabbi traten nun mit einer neuen Klage gegen ihn vor und die wichtigste derselben wird in dem bekannten jüdischen Blatte in St. Louis, der ,Je\vish Free. Press“, wie folgt, dargclcgt: - „Dr. Sonnenschein ging nach Boston, empfohlen von einem hervorragenden „nnitarischen" Geistlichen in St. Louis; Dr. S. besprach seine „Pläne" mit hervorragenden (in der „Presse" mit Namen genannten) „nnitarischen" Geistlichen;

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