Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1886)
- Date
- 1886-07-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Oll Schriftsteller mib das „Tahpaiihes" der Bibel, zogen de» Reisenden wegen der zahlreichen verstreuten Reste von schwärzlichem Miureriuerk und Scherbett an. um so mehr, als feine Araber ihm die lokale Bezeichnung für dieselben iiamdcir, nämlich: „Kl Kaur el Hint el Vuhudi“ d. h. „Thunn der Tochter des Inden." Dem interessanten Bericht in der »Times" über die einsame Arbeit des Forschers mit 40 arabischer Männern, .Stimbcii und Mädchen in der verlassensten Cebc entnehmen wir folgendes: Das Gebäude, zuerst Fest,mg, war rechtwinklig, massiv;; sämmtliche, auch die Zwischenmauer» lvaren enorm stark. Es enthielt 1-6 quadratische Zimmern in jedem Stock, die Zahl der Stockwerke ist nicht «lehr zu ermitteln. Tie Gründungsdokumente, welche Petrie in den 4 Ecken fand: (Trankopferfäßc, Korn- Mahlsteine, Modellzkcgcl, Knochen eines Lpfcrstiers und eines kleinen Vogels, und eine Reihe kleiner Tafeln in Gold, Silber Lapis-Lazuli, Jasper, Karneol und Porzellan mit eingravirtem Namen und Titel des Königs) ergaben Psammetich I. als Erbauer der Veste um etwa 665 v. d. g. Ztr. und zwar war sic, wie Herodot (Buch II. Kap. 154) berichtet, bestinnnt für die torischen und jonischen Söldner, mit deren Hülfe er den Thron erkämpft hatte, und deren Ansiedelung und Schiffsdocks in „Daphnä von Pelusium," lange nachdem sie der spätere König Amasis nach Memphis umquartiert hatte, noch zu Herodots Zeiten zu sehen waren. Dieses „Kasr" nun steht mitten in einem 2000 Fuß "taugen und 1000 Fuß breiten, einst mit einem Wall (größte Stärke 50 Fuß) umgebenen Hofranm, denen Nord- Thor sich auf den Kanal (den pelusischen Nilarm) dessen Süd-Thor sich nach der alten Heerstraße zwischen Egypten und Syrien öffnet. 6 Zoll unter dem Boden fanden die Araber eine Unmenge von Pfeilspitzen, aus Bronze und Eisen, Pferdegebissen, eisernen Wertzeugen und Gittern, Ketten u. s. w. Nach Herodot müßte ein zweites solches Lager, das als Hauptquartier des Feldherrn und gelegentliche Residenz des Königs diente, auf der anderen Seite des (nun kanalisirten) Nilanns gelegen haben. Später sind von verschiedenen anderen Herrschern in ganz unregelmäßiger Weise allerlei „Annexe" an die äußere Wallmauer angefügt, worden, doch scheinen sie mit deni Thurm (Kasr) im Eentrum keine Verbindung gehabt zu haben. Tie Ausgrabungen sind sehr günstig ausgefallen, trotzdem hier Plünderung und Zerstörung vieles bereits zerstreut haben, bevor das Feuer das Uedrige that. Die „Stüatszimmer" waren mit schönen Kalkftcinplatten durchzogen, und diese mit Hieroglyphen, Basreliefs und sehr zarter Malerei bedeckt. Am meisten Aussicht auf Funde boten die Fundamentettrünme. in die die obere» hinabgestnrl» lvaren. Tie Küche von ..Pharaos Hans" erweist sich als ein weiter Raum mit Rische» zum Anrichte« u. f. w. in bctt dicke» Mauern. t-i große Krüge tmb 2 große Flachschüsse!» standen ntitten nnler der allgemeine» Zerstörung noch an ihrem Plav, 2 Kornmühlen, ein großes eisernes Messer, verschiedene Gewichte sowie:r Schüreisen haben ebenfalls eine Zeit von 2552 Jahren überdauert. Das Zimmer des „Küchcu-Ehefs," kn welches die Wcinkrüge aus den Kellern zum Ccfutttt gebracht wurden, wies zwar keine ganzen Amphore», aber eine Unzahl von Krugdcckelu und Stopfen ans, mit dem Stempel von Psammetich sowie Necho, seinem Nachfolger, ebenso einen Topf mit Harz. (?) Die leeren Amphoren wurden in eine Art Schutt-Depot nahebei gebracht, ihre Scherben zeigten mit Tinte geschrieben dreimal in Hieroglyphen das Wort „nefer* E.st, Est oder t. t. t. gehabt f)at._ Am merkwürdigsten ist ein Heiner Raum, der offenbar der Aufwasch- oder Scheuermaid geweiht war. Er enthält eine Nische mit einem Ausguß, eine gemauerte Bank, und Bücherbordartige Aushöhlungen in der Mauer, in welche das anfgewafchene Geschirr kam. Der "Ausguß war ein großer. Krug ohne Boden, gefüllt mit vertikal gestellten Topfscherben, durch dieses „Sieb" lief dann das Answafchwasser in einen Kanal, der aus lauter in einander gestellten kleineren Krügen ohne Boden bestand und unten im reinem Sande endigte. An den Scherben klebten noch organische Stoffe und Fischgräten. In andern Gelassen fanden sich Scherben altgriechischer Vasen aus der Zeit von 550 bis 600 v. d. g. Ztr. mit Darstellungen ans der Gigantomachie, Harphin, Sphinxen, Tänzerinnen, daneben Schwertgriffc, Brouzeringe, Anmlcrte, Siegel u. a. kleinere Gegenstände. Einige Täfelchen zeigen den Namen Amasis (Ahmen II.) und ein großes Bronze-Siegel den Namen von Apries (Hophra, Ua-ab Ra.) Jetzt erinnerte der Reisende sich auch der Steine, welche der Prophet Jeremiah die flüchtigen Juden bei ihrer Ankunft unter das Mauerwerk vor dem Hause Pharao's regen ließ, und von denen er ihnen verkündete, daß König Nebukadnczar seinen Thron nnd sei» Zelt darüber aufrichren werde. (Jerem. Kap. 4:4, 10). Er fand wirklich die Reste einer Art gemauerten Platform oor dem Eingang des Hauses, einen gepflasterten Platz, wie man ihn zum Äbladen von Gütern u. s. v. bei einem am Verkehrs-Wege liegenden Hause braucht nnd den die Araber mit „Balät" bezeichnen. Die Jdendiiät des „Bak5t" mit dem „Mauerwerk" in der Bibel ist nach seiner Ansicht zweifellos. Die Steine konnte