Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1886)
- Date
- 1886-07-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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er natürlich nicht finden, da sie wah,scheinlich keine Inschriften trugen. Ob aber Ncbnkadnemr nach Jeremiah's Verkündiglmg luiiflhl) nach Taljpanhcs kam und ans eben dem Platz sein Königszell auf* schlugV Nach egtzptischen Inschristen kam er »iid wurde von AprieS besiegt, babnlvnische dagegen bekunden, daß er als Eroberer kam. Jedenfalls, meint Petrie, ftankmen die .'1 Thoneplinder im Museum von Bulak mit des Königs Namen, Titeln rc. die er auf seinen Feldzügen als Merkzeichen seiner 3icflc aufrichtete, nicht, wie die arabischen Händler sagten, aus Tuffnn, sondern von diesem Platze, in Tahpanhes, dessen zcfallcne nub zerstäubte Nuiucn das Ende von „Pharao's Hans in Tahpanhes" erzählen. M a r o l t o. Fez. Die jüngst dahier stattgchabie Ausschreitung gegen die Juden ist wahrscheinlich indircct durch einen Brief des Sultans, der in allen Moscheen verlesen wurde, veranlagt worden. Tic eingeborne Bevölkerung faßte den Brief so ans, als wenn der Sultan den heiligen Krieg gegen die Juden predige. Bereits war das Pöbel in das Judenquartier eingedrungen und einige Juden waren schon verwundet, als die städtische Behörde mir aller Energie den Aasstand dämpfte. Michael. Erzählung von S. Lohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Aron und Sara glaubten zu erkennen, daß die arme Mutter vollkommen recht habe, daß schon in den nächsten Minuten das schwache Band, das jetzt noch Seele und Körper zusammenhielt, zerfallen und jene zu ihrem Schöpfer emporsteigen würde. Die eigcnthümliche Scene, schon an und für' sich aufregend und erschütternd, war cs für sie noch unl so mehr, als sie am heutigen Morgen, das volle Widerspiel, bei welchem sie die traurige Hauptrolle gehabt, erlebt hatten. Am heutigen Morgen war ihr Kind von. ihnen geschieden, und nun war cs ihnen - wie die gottgläubigen Menschen an* nahmen, durch Gottes Nathschlnß, kftiimut — Iengen zu sein, wie eine sterbende Mutter von ihrem verztvcifelttdett Kinde schied, und der ganze Vorgang rief einen eben so tnüchtigen als nachhaltigen Eindruck auf sie hervor. Die Nutze' und Seelengröße der Fremde«, die hochentwickelten Geistes' kräfte des kleinen Knaben, setzte,! sie noch weniger in Erstaunen, als das ans Wunderbare grenzende Zusammentreffen, daß der kleine Knabe, der so rasch ihre Liebe und Theilnahme gewonnen, nicht nur das Alter, das Aussehen ihres verlorenen Kindes besaß, sondern merkwürdiger Weise auch dessen Namen trug. Wie sie später einander mittheilkcn, hatte jeder von ihnen, als der Namen des fremden Kindes das Erstemal an sein Ohr schlug, an eine Gehörestäufchung geglaubt. Dieser überraschende Umstand trug nicht wenig dazu bei, bei ihnen den festen Vorsatz zu wecken, das Kind, das ihnen sicherlich von der Vorsehung zugesandt wurt, bei sich zu behalten, wie ihr eigenes zu halten. Aron und Sara Brack hatten sich von ihrer frühesten Jugend an gekannt, sie waren in ihren Neigungen und Gesinnungen vollkommen gleich, ihr Seelenleben war förmlich ineinandergewachsen, sie erriethen einander, jeder wußte sofort was in dem Herzen, dem Gemüthe des Andern vorging. Brack erkannte, daß wenn er die Sterbende beruhigen, ihren Heimgang erleichtern, ihren letzten Lebensmoment verschönen wollte, er nicht Zeit hatte, dem Ausfprechen seines Entschlusses, eine Unterredung mit seiner Gattin vorangehen zu lasten. Er verständigte sich rasch durch einen Blick mit dieser. Beide traten, jeder den kleinen Michael bei einer Hand erfassend, au das Bett der Sterbenden und Brack sprach deutlich jedes Wort betonend langsam und laut: „Sie können über die Zukunft Ihres Kindes benchigt sein. Wenn Sie der Allvater zu sich ruft, soll Ihr Söhnchen hier auf Erden nicht verkästen sein. Wir haben heute," Sara brach bei diesen Worten ihres Gatten in einen Strom von Thränen aus, „einen Knaben so schön, so lieb, so alt wie dieser, und der auch wie dieser Michael hieß, in die Gruft gesenkt. Wir waren trostlos. Gottes Fügung hat uns in Ihrem Kinde einen Ersatz geschickt. Was schwache Menschen für einen andern zu thun vermögen, wollen wir, meine Frau und ich, für Ihr Herrliches Kind thun . . . . hier meine rechte Hand als Mann und Jude, ich will so thun, so fürwahr als ich einst gerecht vor Gott bestehen