Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 53 (5.7.1886)
- Date
- 1886-07-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Der Deputation folgst« die drei Schamoschlm der GkMindc, welche die für den tf-mir imb dessen «hauen bestimmten iSicfdictifc al*3: Seidenstoffe, Schmucksachcn und verschiedenes silbernes Hausacuiilh trugen. In dem Palaste angelangt, lumöc die Depntation von brm Sccretär des lyroßveziers empfangen »nd zu seinem Gebieter geführt. Dieser war von außerordentlicher Freundlichkeit gegen die Juden, wußte er doch, das; er heute nicht leer ausgehcn lvcrdc, und lies; er sogleich Tschai (Thec) und Schcrbat heinmreichcn. Hkcrans meldete er selbst die Deputation beim Emir an. Diese wurde dann von dem Palastmarschall abgcholt und in den Audienzsaal geführt, in dem Abdul-Ahad mit untergeschlagenen Beinen auf einem Diwan kauerte, während der Großvezier zu seiner Rechten stand. Beim Anblicke des Emirs verbeugten sich alle Mitglieder der Deputation recht tief und blieben bei der Thüre stehen. Erst auf einen Wink des Fürsten trat dieselbe näher, worauf der Muchtar eine Ansprache an den Emir hielt, in der er ihn bat, die Inden unter seinen Schotz nehmen zu wollen. Hierauf stellte er die mitgebrachten Geschenke vor dem Diwan nieder und bat den Emir, dieselben huldreichst annchmeu zu wollen. Abdul-Ahad lispelte nun seine Antwort dem Großvezicr zu, der sic dann laut der Deputation mittheilte. Dieselbe lautete, der Emir werde nicht ermangeln, die Juden zu beschützen und zu beschirmen und auch sie seiner Gnade tbeilhaftig werden lasten. Als ein Zeichen seiner bcsondcrn Huld ließ der Emir dann die Deputation von zweien seiner Hausoffizicre in das Judenvicrtel znrückgcleiten, was selbstverständlich großes Aufsehen in der Stadt machte. Beide Offiziere erhielten dann gleichfalls ei» Lakschisch. Nach dem Maribgcbete wurde in allen Synagogen durch die betreuenden Vorsteher vom Almemor herab den Anwesende» die Antwort des Emir an die Huldigungs-Deputation bekannt gegeben. —. Nächstens wird die Reichsbank in Petersburg hier eine Filiale eröffnen und dieselbe, wie verlautet, mit drei Million Rubel dotiren. Unter den jüdischen Kaufleuten hier herrscht daher schon jetzt eine große Freude, da dieselben dann ihre Gelder, nicht mehr, wie bisher, um sie vor dem Emir imi der plünderungssüchtigen Bevölkerung hier, zu bergen, in Kellern und Gärten vergraben werden müssen, sondern sie in der Bank und noch dazu gegen eine entsprechende Verzinsung, dcponiren werden können. Da die Bank hierunter russischem Schutze stehen.wird —eine Abtheilung russischer Soldaten wird in derselben eingnartirt^scin — so werden sich unser Emir und seine Minister wohl hüten, von den verbotenen Früchten daselbst naschen zu wollet», beim brr Ezar läßt mit sich nicht fpuffcit und jeder Angriff aus die Bank würde mit der Einverleibung Bokharaü ln das russische Reich enden. Auch mit dem Ban der Eisenbahn von Merw hier' her wird es jetzt voller Ernst, und bevor dieses Jahr zur Neige geht, werden lvir hoffentlich schon in einem fcingcpolfterten Eoupü zum Khaspisee gelangen fön« neu. Die Züge werden von Merw bis Burdalik am Amu'Tarja laufen uiib hier auf einer Dampffährte nach dem andern Ufern gebracht werden, um dann von dort, bis hierher nach Bokhara zn gehen. TaS znm Ban der Bahn nöthigc Terrain hat unser Emir umsonst gespendet, und sind schon russische Ingenieure hier mit Absteckung der Route beschäftigt. Die Fahrt von hier nach Odessa wird, den Sabbat wcggetassen, acht bis zehn Tage dauern. Aber auch eine andere Neuerung steht uns hier bevor, worüber schon jetzt unsere mohamedanischcn Fanatiker verzweiflnngsvoll die Hände ringen. Mit der Filiale der russischen Rrichsbank werden nämlich ch ein russischer Arzt und eine do. Apotheke hierher kommen, und werden dieselben hier voraussichtlich gute Geschäfte machen. Auch werden wir mit der Eröffnung der Eisenbahn einen geregelten und verläßlichen Postverkehr mit dem Abendlande erhalten, alles Neuerungen, vor denen unseren moslimischen Zeloten schon jetzt angst und bange wird. Egypten. In dem verlassensten Winkel des nordöstlichen Nil-Deltas, wo man bisher nur Tempel und Gräber gefunden hatte, hat der englische Forscher Ftindcrs Pctrie während der letzten Wochen das Glück gehabt, auf die Ucbcrrcste eines alten Königspalastes zu stoßen, der übereinstimmend in der Geschichte von 4 großen Kulturvölkern seinen Platz hat. Nach dem Buche des Propheten Jeremiah (Kap. 43) brachte Johanan, der Sohn Karcah's, gefolgt von allen Hauptleuten und allen Uebrigen aus Juda, entgegen der Stimme des Propheten, die flüchtigen Töchter des Königs Zcdekiah, der entthront in Babylon gefangen saß, in einen Palast des Pharao, damals Ua-ab-Ra (26stc Dynasti, 555 v. d. g. Ztr. hebräisch Hophra, griechisch Apries), der sie sehr gastlich ausnahm, den Männern große Länderstrecken zwischen Tahpanhes und BubastiS und den Prinzessinnen diesen Palast anwieS, den die Bibel „Pharao's Haus in Tahpanhes" nennt. Die Gegend, damals fruchtbar durch die Ueberschwemmungen des Pclusischen und Tanitischen Nilarms, ist jetzt öde Wildmß: die östlich gelegenen Hügel, genannt Teil Dcsenneh, nach allen Egyptologcn das „Pelusische Daphnä" der griechischen