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Der Israelit · 1886-07-05 · Heft 53 (5.7.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 53 (5.7.1886)
Date
1886-07-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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beriutii des (vijriftcntljimw unter den Silben" bei einer „nur iiiäfifflcit Bcthciligllilg" statt. De« Bericht erstattete Iit Vertretung des schwer erfrauftcii Judenmissionaw, Pastor Daab, der Missionar von Belsen. Die alte Klage, so führte der Redner nach dem „Rcichsbvten" ans, die Alte Klane wiederholt sich über die fleriitflc Thciluahme au der Jndenmissio«, die „doch auch netrieben werden müsse." (Wozu beim? Absolut überstüssig! Ref.) Weit mau so schlimme Erfahrungen gemacht, glauben Biele, man solle sich darum nicht weiter kümmern, sondern dis. Werk der Jndenbckehrnng dem Herrn überlassen. (Lehr vernünftig! Ref.) Freilich ist es auch des Herrn Werk, aber „wir müssen doch mithelfcn." (Durchaus unnothig! Der Herrgott kann das allein besorgen. Ales.) Freilich ist eS tief demüthigend, das; mmitten christlicher Völkerschaften, unter denen Juden nur in vcrhaltnißmäßkg geringer Zahl leben, eine besondere Judenmission uöthig ist, das; das christliche Leben dieser Völker nicht stark genug strahlt, daß die Inden davon von selbst angezogen werden. Das; die Mission so geringe Erfolge erzielt , ist die Schuld der ganzen christlichen Gesellschaft. Daraus, das; sich einzelne Schwindler unter den Eonvertiten gefunden haben (einzelne ist nicht schlecht, Nes.), ist doch nicht Zn schließen, daß sie von Anfang unlauter gewesen seien, man hat es nur nicht verstanden, sie recht zu erziehen und zu halten (zu unterhalten, Ref.) Zum Ersatz für den diesjährigen Mißerfolg entwarf der Redner ein fesselndes, anschauliches Bild einer kleinen Jndenstadt in der Bukowina, dem Sitze eines Wunderrabbiners. Er schilderte seine Reise, seine Ankunft in dem schlechten Wirthshansc, seine Erlebnisse in dem Ledrhanse der Talmndschnler, seinen Besuch bei dem Wnnderrabbiner, eine Disputation mit Talmudjndcn. Auf sein Bemerken , daß doch nur das mit Andacht verrichtete Gebet Segen haben könne» habe ihm ein Talmndschnler erwidert: Du hast Recht. Ein ohne Nachdenken gesprochenes Gebet ist eine Null. Reihen wir die Nullen aneinander. Aber am Bersöhnungstage betet der Jude mit Andacht: dann setzt er die Eins vor die Nullen und hat so eine große Zahl." Kein übler Einfall! — Von der Fcstprcdigt, die der Superintendent Holtzhener-Meferlingen hielt, sei es uns noch gestattet, nach der „Kreuzzeitung" die Disposition mitzuthcilcn. Text: Hüter, ist die Nacht über Israel schier hin? I) Noch immer. streitet Israel wider Gott (Nein, wider die Seelenfängerei der Jndenmission streitet Israel für und für. Res.). 2. Aber noch immer wird auch eine Auslese von Israel gerettet. (Als da sind: Simon May, Elias Eohn, Rathan Schlesinger, Hntzler u. s. w. Rcf.). Immer noch wartet die «Gemeinde ans Israel'» Kommen, (tknd sie kann lange warten! Ref). Schließen wir mit den Schlußworten des Redners: „Aber so viel steht sest, daß das Geheimltiß der Zukunft sich zn seiner Zeit als eine aufsteigende Geschichte des zuerst erwählten Volkes enthülleu wird." - Mittelasien. Bokhara. (Schluß.) Wie noch bei jeder Thronbesteigung hat es nufere Gemeinde?, als die größte und reichste des Khanats, auch diesmal nicht unterlassen, dem neuen Herrscher, Emir Abdnl-Ahad, durch eine Deputation ihre Huldigung und ihre Glückwünsche und das bei solchen Fällen hierzulande schon übliche Geschenk für den „Haushalt" des neuen Landesfürsten darbringen zu lassen. Hier in Bokhara kennt mau jedoch nicht die im Abendkande üblichen Andkenztage, sondern, wer den Emir sprechen will, begibt sich an dem Tage, an dem derselbe öffentlich Gericht hält, was gewöhnlich am Freitage, dem Jom Ed-dfchnma (VersammlnugStag) — die Mohamedaner betrachten wohl den Freitag als einen Ruhetag, aber nicht in dem strengen Sinne der Inden — nach dem Hissar (Eastell, Burg), meldet sich dort beim Katib (Secretär), der ihn dann dem Emir vorstellt. Natürlich spielt auch hier das Bakschisch (Trinkgeld) eine große Rolle und wer mehr gibt, der wird von dem Secretär zuerst dem Emir vorgestellt. Inden werden kn der Regel me zn einer solchen Audienz zngelassendieselben müsten daher alle ihre Anliegen durch ihren Mnchtar (Jndenineister) zur Kenntnis; »des Landcsfürsten gelangen lassen. Ganz anders ist cs aber, wenn sich eine Deputation zur Audienz meldet, und wenn dieselbe noch dazu nicht mit leeren Händen in dem Paläste erscheint. Auf eine Anfrage durch den Mnchtar ließ der Emir unsere Parnafsim (Gemeindevorsteher) verständigen, daß er sie an dem nächstfolgenden Mittwoch nach dem Terrawih (MittagSgebete) — die europäische Stnndenemtheilung ist hier nicht im Gebrauche — empfangen werde. An dem bczeichneten Tage begaben sich unser Nlulay (Oberrabdmer) mit seinem Betb-Din und den Gemeindevorstehern, alle festlich gekleidet und in kostbare mit Zobel verbrämte Pelze gehüllt, in das Haus des Muchtars, der sie dann in den Palast führte. Zwei gemierhete Kawaße (Polizei-Soldaten) mit thnrmhohen Turbanen auf dem Kopfe und ihrem silbcrbeschlagenen Amtsstabe in der Hand, schritten nun der Depntatüm voran, um für dieselbe in den engen Straßen Platz zu machen und sie zugleich vor Insulte zu schützen.

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