Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1886)
- Date
- 1886-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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m Den. Diese Wu^uwubm’t* verlassen jedoch feiiu^ lucflO, wie iiiciit im iMliciiblaubc nlnuDcn könnte, :,u dem jlwcrfe iDvc -)?ruflel)öt1flcii imb ihre Heimalh, um buuu in Jerusalem ein nläßiges t'cDcu führen zu können und sich non den ans Emropa anlangendcn Almosen füttern zu lassen; nein! es ist die reine Liebe znm gelobten Lande (renpn p.s ran), die sie dazu drängt, Hans und Hof zn verlassen tiub zum Wanderstabe zu greife,!. Hat doch erst vor einigen Tagen unser Mari (Großrabbiner) dem türkischen (Aneral-Gouverneur, der ihn fragten weshalb so viele Inden jetzt ans dem Aemen nach Palästina auswandern, da sie doch auch in ihrer Heimath Gott nach ihrem Belieben dienen und in ihren heiligen Büchern lesen können, geantwortet, daß, mag ein Kind eine noch so gute Amme haben, es doch stets vorziehcn wird, an der Mutter Brust ruhen und trinken zu können. Jerusalem ist unsere Mutter und der Tcmpelberg daselbst deren Brust, und sehnen wir uns daher stets danach, Gott in Jerusalem anzubeten und dort auch in seinem Worte zu forschen. — Die Pforte hat zwar schon vor einiger Zeit der Lastern 1'elegrapll Company die Concession ertheilt, von hier ans eine Telegraphen-Linie entweder nach Mekka oder nach Hodeida zu bauen, um so auch unsere Stadt in das türkische Telegraphen netz cinzubezichen, was für uns sowohl in politischer, wie auch in commercicller und religiöser Hinsicht von unschätzbarem Bortheile wäre. Wir könnten nämlich dann direct mit dem Centralsitze der Negierung in Konstantinopel, dann auch mit den großen Handelsstädten Aden, Bombay und Alexandrien und schließlich auch mit unseren Glaubensgenossen in den europäischen Residenzstädten, falls wir irgend eine Hilfe von denselben fordern wollten, verkehren. Die genannte Gesellschaft trifft indeß noch immer keine Anstalten, um au den Ban einer dieser beiden erwähnten Telegraphen- Linien zu schreiten und vertröstet sie uns jetzt wieder mir der Erfüllung unseres Wunsches bis zum Jahre 1887 mp. (Wir wollen hoffen! — Eine officielle Zahlung der in Südarabien lebenden Juden hat bisher noch immer nicht stattgesunden, und sind daher die Angaben über unsere Anzahl in dieser Provinz noch immer schwankend. Während Einige behaupten, daß wir blos 800,000 Köpfe stark sind, versichern Andere wieder, daß unsere Anzahl , mehr als 600,000 Seelen ausmachr. Mag nun die. eine oder die andere Angabe richtig sein, ünmerhin ist es sehr traurig, sehen zu müffen, daß sich noch immer kein Jude gesunden hat, der den Muth, die Bildung und den Unternehmungsgeist dazu hätte, hier wenigstens eine Wochenschrift in arabischer oder hebräischer Sprache Herauszuge- Den, damit auch wir ein Drgan hätten, durch das wir zn einander, daun zu unserer hohen Regierung und zu unseren Glaubensgenossen in allen fünf Welttlreilen sprechen und ihnen so unsere Freuden und Leiden mittheilen könnten. Ein Ausländer jedoch dürste es hier dnrchhans nicht wagen, an die Gründung eines Blattes zu gehen, da die Behörde in ihm sogleich den englischen Agenten und Spion erblicken und ihm alle möglichen Hinderuiffe in den Weg legen würden. Zwar haben wir hier ein Wochenblättchen, die „ Sama"; dieselbe ist aber ein Amtsblatt und wird durchwegs von Moslims redrgirt, die sich blutwenig um jüdische Angelegenheiten kümmern.— Unser Mari (Dberrabbiner) bereitet sich zu einer Reise nach Konstantinopel vor, um dort mit den Ministern des Sultans über verschiedene Angelegenheiten, welche die Inden Pemeus betreffen, zu conferireu. Bekanntlich ist unser Mari zugleich auch der oberste Richter über alle in der genannten Provinz lebenden Inden, und wird er daher vom «ultan ernannt. — Feuilleton. W ich^ e k. Erzählung von S. Lohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Die ohnmächtige Frau zeigte noch letzt — offenbar im tiefsten Elende, in höchster körperlicher Erschöpfung — Spuren einstiger großer Schönheit. Ihre Züge glichen jenen des Kindes. Als Sara der Fremden die Fußbekleidung abzog, erkannte sie, daß diese sich in einem trostlosen Zustande befinde, daß jene in der furchtbar rauhen Jahreszeit eine larlge Fußreife gemacht hatte. Tie Schuhsohlen waren zerripen, die Strümpfe von geschmolzenem Schnee naß, die Füße wmrd, so daß es vollkommen begreiflich war, daß die arme Frau auch vor schmerz nicht einen Schritt weiter gehen konnte, umsinken mußte .... Tie Kranke hatte, als sie sie fanden, mit der Rechten die Hand ihres Knaben, mit der Linken aber ein mageres Päckchen gehalten.^ Aron Brack seyte voraus, daß es, wenn auch keine Schätze, so doch etwas für die arme Frau Serthvolles enthalten möge. Er entwand es, nicht ohne leichten Widerstand, der Bewußtlosen; und der bedachtsame und feinfühlige Mann legte dasselbe auf ein Tischchen, so daß, wenn die Kranke wieder zur Besinnung und die Augen anfschlagen, sie dasselbe sofort er- I blicken und sich beruhigen sollte. Sara hatte der * Fremden nur das fleckige Cöertueb, das sie höchst