Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1886)
- Date
- 1886-07-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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(Hjvc dem ältesten Sohne des Verschiedenen, Ehacham Jachjah, indem er IIjiii die Worte der Bibel Mief: yrv Vy it O'L" ijovi: (Und Josef wird seine Hand aus deine Augen legen). Nachdem dies geschehen nmr, nahm unser Mulen die nyp tZeueisinngan seinen Kleidern vor, welches Beispiel voll den Anwesenden nachgehmt wurde. Zci Schamoschiin durcheilten dann die engen Gassen des Jlkdetlviertcls und riefen mit lauter Stimme: .17^70 ^3 (Stellet die-Arbcit ein!) worauf sogleich alle Lader geschlossen wurden, während die Handwerter ihre Werkstatt verliehe:: mtb Feierabend machten. Der Scholiah Bcth-Diu hatte sich unterdessen nach den hier bestehenden fünf Bote Midraschim (Lchrhäuser) begeben und überall zur Thüre hincingcrufen: m:n pio's (Stellet die Thora- - sindien ein y worauf die dort eben anwesenden Talmide - Chachamim ihre Bänke nmstürztcn und sich auf den nackten Boden setzten. In keinem Beth- Midrasch wurde heute mehr Schinr vorgctragcn, dagegen blieb es jedem Einzelnen unbcwehrr, sich noch weiter mit dem Thorastudium zu beschäftigen. Um die Mittagsstunde rvurde der Sarg mit der Leiche in den Vorhof der alten Synagoge getragen und dort medergestcllt, worauf dann die ünson (Klagereden) begannen. Solche wurden indcß nur drei* gehalten und zwar von unserem Muley, dann von dem Schwiegersöhne des Verstorbenen und von einem von dessen Schülern. Die Vornehmsten der Gemeinden hoben dann den Sarg und stellten ihn wieder auf die Bahre, worauf sie Liese auf ihren Schultern und mit Schluchzen Zu Grabe trugen. In allen Gaffe» des Judenvicrtels, durch die man den Sarg trug, standen auf den flachen Dächern die Frauen und Mädchen mit verhüllten Gesichtern und brachen in Klagerufe und Wchgcschrei ans, wobei sie sich zugleich das Haar Zerruften. Unterdeffen hatte der p rva -ni, das o*cn -nst. angeftimmt, das mui die ganze Gemeinde nachsprach. Hierauf rccitirten Alle die '31 rbsT\ p rr'Äru. Aus dem Friedhöfe angelangt, wurde der Sarg nach der rr.:nn •arm nsr» (Abtheilung der Talmide-Ehachamim) getragen und hier auch ins Grab gesenkt. Der Muley und die Gemeinde sprachen dann ein Trauer - Gebet, das die Lehrer mit ihren anwesenden Schülern wiederholten. Draußen vor dem Eingänge zum Friedhöfe sagten die Söhne des Verstorbenen Kadisch. worauf sie ihre Schuhe ablegten und barfuß heimkchrrcu. Vor dem Sterbe- Hause bildeten nun die Gemcindemitglieder ein Spalier, durch das die trauernden Söhne schritten, während die Anwesenden ihnen zuriefen: c^7n 'm rsne* cnr; Während der Schibeah saßen Tag und Nacht Talmide-Chachamiu: im Sterbegcmache,. lernten Mifchnaiot für die Seelenruhe des Tobteil und sagten bditit Viadisch: rryoi? u*a*i rnuo vin l’C'n )'p frnwb Töirv jtstp nnuo. In den hier nachfolgende» feilen thclle ich .Ihnen sonstige Nachrichten und Neuigkeiten ans unserer Gemeinde mit. (Schluß folgt). E g Y P t e n. Sana im <<l-4)en»eir. Zwanzig Jahre sind nahezu schon verflossen, seitdem die Provinz El- Renren (pri, d. h. die rechts von Mekka liegende), ihre Selbstständigkeit verloren und ein türkisches Paschalik geworden ist , und noch immer glauben deren Bewohner, das; in Sana (nach einer Ueberliefcruug der hiesigen Juden soll unsere Stadt mit dem im Propheten Jecheskel identisch sein), noch immer Tyrannen, wie es der cnrtrohnte Abderrahman war, herrschen, und das; sie daher noch weiter mit den Juden nach ihrem Gutdünken verfahren können. So kam es vor einigen Tagen in dem westlich von hier gelegenen Städtchen Mariba auf dem dortigen Marktplatze eines Pferdes halber zu einem Streite zwischen Arabern und zwei Inden, wobei die sanalisirte Menge, unter der man auch einige Derwische bemerkte, nicht geringe Lust zeigte, - ans der Stelle einen Scheiterhaufen zu errichten und die zwei Inden in dessen Flammen zu werfen. Erst dem energischen Aufircten des dortigen Raib (Polizci-Ehefs), der sogleich mit einigen Zaptichs (Gendarmen) auf dem Kampfplätze erschien und hier mehrere der Aufwiegler und Rädelsführer verhaften ließ, gelang es, die aufgeregte Menge zu beschwichtigen und sie zugleich daran zu erinnern, daß das Jndenverbrennen schon längst nicht mehr Mode ist und das; mit der milden Herrschaft der türkischen Sultane auch für die Inden Südarabiens bessere Tage gekommen sind. Und in Wahrheit macht die türkische 'Regierung große Anstrengungen, um die sociale Stellung unserer Glaubensbrüder im Acmcn zu vcrbeyern; leider darf sie dabei nicht immer volle Energie zeigen und muß sie zu Manchem ein Auge zudrnckcn, da die Einkünfte der Provinz nicht gestatten, eine große und wohlorganisirte Gendarmerie zu halten, während cm großer Theil der Garnisonen wieder in Folge der jüngsten Ereignisse auf der Balkan- Halbinsel nach Europa beordert wurde. — Die Auswanderung unserer Glaubcnsgenonen von hiev nach dem heiligen Lande hält noch immer an und fast kein Dampfer der „Khedivich" verläßt Hodcida, unsere Hafenstadt, ohne einige jüdische Familien, welche nach Jernscholajim ziehen, an Lord zu ha-