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Der Israelit · 1886-06-28 · Heft 51 (28.6.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 51 (28.6.1886)
Date
1886-06-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Urkunde. die ihm derselbe ßnf Veranlassung der preußischen Regierung durch Verfügung des herzoglichen Staarsminmerjums M Gscha wieder abnahm, die Li läge angestrengt. Zu der ProzchmHe entschied nun das zuständige Landgericht in Gotha, daß die ÄaLnrülisanon des Klägers Stein, nachdem ihm die Urkunde ausgctzäudrgt worden war, nicht zurückgezogen werden könnte, und das; ihm seine Eigenschaft als Reichs- und Staatsangehöriger ans keinem Grunde abzusprcchen gewesen, das; also auch der Kläger Stein nicht als Ausländer zn betrachten fei. Ter Vertreter des Herrn Stein hatte einige Tage nach der Publikation dieses vom Landgericht erlassenen Urthcils an das Sraatsmimsterium zu Gotha eine Eingabe gerichtet und in derselben unter Hinweis aus die Urrhcilsgründe gebeten, dem Stadrrath Anweisung aus Ncnausstellnng der Naturalisations-Urkunde Mid Herausgabe derselben an Stein zu geben. Das SLaarsminisrerium zu Gotha hat hierauf vor einigen Tagen ablehnenden Bescheid crthcilt und dabei besonders betont, daß die rechtliche Auffassung desselben durch das ergangene Urthcrl in keiner Weise erschüttert sei. In Folge dessen hat Stein, der sich auch mit einem den Verhältnissen entsprechenden Gesuch direkt an den Herzog gewandt hat, gegen das erwähnte Urthcil Berufung eingelegt. Wenn die oberen Instanzen das Ürlhcil des Landgerichtes aufrecht erhalten , so muß schließlich die Klage .gegen das Staatsministerium angestrengt werden. Oesterr.-Ungar.Monarchic. Wien, 18. Juni. Die Regierung brachte in der gestrigen Abcndsitzung des Abgeordnetenhauses drei neue Gesetzentwürfe ein. Eine Vorlage bezweckt die Gewährung von unverzinslichen Staatsvorschüssen für den Wiederaufbau der am 17. April 1886 abgebrannten Stadt Stry. Die Negierung will 350.000 fl. den hilfsbedürftigen Realirären-Bcsitzern zum Zwecke des Wiederaufbaues der nicdergcbrannicn Häuser und 50.000 fl. der Gemeinde ^try zur Bestreitung der Kosten der mit dem Wiederaufbaue verbundenen Stadtregulirung zuwenden. Im Ganzen sollen also -100.000 fl. bewilligt werden. Die Rückzahlung soll vom!. Januar 1891 angcfangcn in höchstens zehn gleichen Jahresraten geschehen; die Vorschüsse sind entweder gegen bücherliche Sicherstellung oder unter der Haftung der Gemeinde zu erfolgen. Der Motivenbericht führt ou, daß 390 Wohnhäuser und 450 Nebengebäude ein Raub der Flammen wurden, daß die von dem Brandunglücke betroffenen Bewohner ihre bewegliche Habe fast ganz verloren und an 000 Familien nichts als das bloße Leben rrrten konnten. Die Angaben über dm DcrLrsa-KIcn Schaden schwankes zwischen einer und zwei Millionen, gewiß sei aber, daß der Schaden einen außergewöhnlichen Umfang erreichte und daß die Bewohner von Stry außer Stande sind, aus eigenen Kräften an den WiederanfLau zn schreiten, beziehungsweise ihre frühere tznvcrösrhärig.kcit wieder aufzunehmen. Die Sammlungen milder Beiträge, welche in reichlichem Maße eingefloffen sind, müssen größrcnthcils zur Unterstützung von Gewerbetreibenden verwendet werden. Da nun für dem Wiederaufbau weder aus den^Mittcln der Gcmcindc noch aus jenen des nicht in besonders günstiger finanzieller Situation sich benndcndeu Landes Hilfe erwartet werden kann, so erachtet die Regierung eine Sraalsaction als unvermeidlich. — Wien, 15. Juni. Aus Banjaluke (Bosnien) wird hicher gerneldet, daß vorgestern, Sonntag, dort, Herr Alfred Wiener, Sohn des bekannten Wiener Bouchers und Präsidenten der Erediranstalt, Eduard Wiener, Ritter v. Welten, in einem Duelle, eines Frauenzimmers halber, eine tödtliche Wunde erhalten und feiner Verletzung bald darauf erlegen ist. Der greise Vater des verunglückten jungen Mannes ist Besitzer eines große» Vermögens. Vor einigen Jahren hat er seine Tochter Anna zur Taufe geführt, damit sie irgend einen Baron heirathcn könne. Nun hat er bei Lebzeiten noch den einzigen Sohn, die Freude und die Hoffnung der Eltern, verloren. Leider steht Herr Eduard Wiener, Ritter v. Welten, mit seinen religiösen (?) Anschauungen nicht vereinzelt da, denn die Fälle, in denen jüdische Eltern ihre Töchter zur Taufe führen, mw sie dann mit irgend einem „verschuldeten" Aristokraten verehelichen zu können, damit der hochadelige Schwiegersohn neuen Glanz über die Familie seiner jüdischen Schwiegereltern verbreite, mehren sich zusehends . unter unseren jüdischen Geldfürsten, denen heute kein Schwiegersohn mehr Zusagen will, wenn er nicht Nachweisen kann, daß seine Ahnen schon zur Zeit der Kreuzzüge — Raubritter gewesen seien! Türkei. Sälonichi, 3. Juni. Das hier bestehende jüdische Bank- und Großhandlungshaus „Allatim Frcrcs" hat den von den türkischen Truppen hierhergcbrachren griechischen Kriegsgefangenen tausend Packctc Cigaretten als Geschenk zukommen lassen. Palästina. Jerusalem, 24. Mai. Unser Ehacham Baschi hat sich veranlaßt gesehen, über den Redacteur des

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