Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 51 (28.6.1886)
- Date
- 1886-06-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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ent» Dasein M venchanen: der Kunft und Wissenschaft in ihren Jüngern, ein Förderer mib Gönner im hoLherzigßcn Maßnabe gewesen u. s. w. Der SynagogenLor stihrte die Tranergcsäugc im Trauer- Hause wie auf dem Friedhöfe <m«, auf irddjni die keien ScflniiiigfK ebenfalls der Zlabbiucr Tr. Mavdaum vollzog. Rührend war es am Sarge, ans dem Friedhofe, die alten, gebrechlichen Greise und Greisinnen zu scheu, die ihrem WohUbärcr, dessen Namen der eine Flüge! der jüdischen Alrcrvcrsmgnn.qs-Anttalt, in der großen Hamburgcrssraßc tragt: „Adolph Reichen heim," die Ictuc Ehre imb den letzten Tan?, in Darbringung eines mächtigen Kranzes mit Widmung darbringcn "und ihn ihm unter Thräncn auf den Sarg rnederlegteu. Ter Entschlafene hat, wie wir hören, fas: alle wohljhätrgcu Institute unserer Residenz ohne lirttcrschicd der Religio» durch reiche Spenden bedacht. Pyritz (Pommern), Mai. Am nes rr ist hier ein Mann verstorben, -egen nachahmungswnrdigcs Beispiel eines Gorr rvohtgcfälliacs Wandels gewiß verdient in der Erinnerung der Mit- und Nachwelt bewahrt zu werden. .Ecir Elias Hahn b~£\ dessen Hinschcidcn wir beklagen, zählte gewiß zu jenen Männern, welche den Namen eines p'is tvahrhast verdienen. Rogascu im Poscnschcn geboren, weihte er sein ganzes Leben von frühester Fugend bis zum letten Arhemzugc der rr.-.n und gewährte durch sein tugendhaftes Leben ein mustergültiges Vorbild der Verwirklichung derselben. Früh des Vaters beraubt, hatte er bald nach seiner Verhcirathuug mir Rahrrmgssorgen. zu. kämpfen und wandcrte nach der Provinz Pommern ans, wo er während 24 Zähren in verschiedenen Dörfern seinen Wohnsitz nahm, sich an dein Nothdürstigftcn ein Genüge sein ließ und jeden freie» Augenblick, den ihm die Arbeit für die Seinen übrig ließ, zum Studium benutzte. Seine ense waren seine Freunde, mit welchen er unausgesetzten Ilmgang pflegte. Und wahrlich, er hat sich nicht vergebens dem Studium hingcgcben. Man kann ihn entschieden zu den Gelehrten zählen, wie er der Tugendhaftesten Einer gewesen. Vor etwa zwölf Jahren siedelte er hierher über, zog sich fast ganz vom Geschäfte zurück und lebte nur für rmn -r.oVn nnd nme CT?e. Die Kinder der hiesigen Gemeinde unterrichtete er täglich im Hebräischen und verbat sich selbst die Aeußerung eines cinsachcn Tankes für seine Mühewaltung. Ten Armen und Rothleidenden war er stets ein freundlicher Vcrather ') ClMflrr?crid)t wurde iirrkimilich an ciuc andere Zcituug gcschickr,md itt i» iZotgedrsscn mjpiiicl worden.— T n «'inscudkl. rmd WohlkKärcr. Ten Fremden stand fein Hans und fein Tisch immer frei. Wie er selbst unermüdlich im Wohlrhnn war, so veranlaßte er Andere zur gleichen Tngrndübnng. seiner Todesstunde sah er in vollem Bewußtsein und erhabener Scelcngröße entgegen. Er thcilre feiner Familie mehrere Stunden vor seinem Hinscheiden mit, daß er noch an diesem Tage sterben würde und wiederholte die Anordnungen, welche er ihr bereits früher ancmpsohten hatte. Von diesen Wünschen sei rmr angeführt, daß er bestimmte, nur solche Personen dürften sich bei seiner mne und m*c? dcthciligcn, welche das Verbot des -sre mV: nicht übertreten. Er verbat sich jeden -£t>n. Mit vernehmbarer Stimme sprach er wiederholt in de» letzten zwei Stunden seines Hierseins den ersten Abschnitt des >*rr und bemerkte ausdrücklich, daß er wegen des 2iv er die nt: nicht sage. Er hauchte feine ner: rmnen mir *ms aus. jlntcr großem Gefolgt, welches die Mitglieder der jüdischen Gemeinde und viele christliche Mitbürger, sowie viele Auswärtige bildeten, ward er nes Vr :n v-sdn zu Grabe getragen. Er hmtcrläßt eine seiner Tugenden ebenbürtige Wiitwe, mit welcher er in 40 jähriger glücklicher Ehe gelebt, 8 Kinder und 24 Enkel. Wer, der ihn in seiner Sterbestunde geschaut, spräche. nicht mit uns: *nee tptjn -nm enr* me ‘tre: men. Er hatte während seines Lebens stets den Wunsch, au dem Tage zu sterbe», an welchem einst sein Vater gestorben, nnd dieser Wunsch ist ihm auch vom Allmächtigen gewährt worden. - Dresden, 8. Juni. Herr Pinkcrt-Waldegg hat seinen Konkurs angemeldet. In der neuesten Nummer der „Deutschen Rcfonn" zeigt ein lonscrvatittresonnerisches Eomits an, daß es die „Reform" erwerben und wcitcrführen will; cs seien ihm die Nachweise gegeben worden, daß sich die „Reform" seit einigen Wochen mit reichlich 10 pCt. zu rentiren angefangen habe: auch erlaube cs dem Eomittz sein politisches Gewissen nicht, ein von der starken volkskonscrvativcn Partei geschaffenes Blatt wie die „Reform" eingehenzu lassen. Herr Pinkert-Waldcgg verabschiedet sich in derselben Nummer mittelst eines Artikels, in welchem er behauptet, nicht seine jüdische» Feinde, sondern die Jndol.'nz des deutschen Michels habe seine Niederlage verschuldet. Herr Pinkert- Waldcgg wirst namentlich ans manchen seiner Freunde, „denen er zu Ehrenstetten verholten", einen Seitenblick; aus wen Das wohl gehen mag? (tzotha. Ter aus Preußen anSgcwiesene Eigarrcnhändler Stein hatte gegen den Stadtrath zu Gotha wegen Herausgabe einer Naturalisations-