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Der Israelit · 1886-06-28 · Heft 51 (28.6.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 51 (28.6.1886)
Date
1886-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Aruch-Ansgabrn mit :sm "^2. durch die LMN mit zehn Kommentaren — •xb rrrnJ — die irr ganz Europa verbreitet sind, schon von früher bekannt, aber solche Werke stellen an die Leistungsfähigkeit der Herausgeber keine so großen Ansprüche, als daß sie nicht auch andere Druckereien bewältigen könnten, aber an eine Talmndausgabc wie die vorliegende dürste sich kaum eine der setzt noch bestehenden Druckereien heranwagen. Es ist, wie gesagt, der Sitz der hebräischen Typographie nach dem Norden, specicll nach Wilna verlegt worden und zu den geschätzten und gesuchten Ausgaben werden in Zukunft die Wilnacr gehören. Es war Ihrem Eorrespondenten ein Herzensbcdürsniß, anläßlich des Abschlußes dieser Ausgabe, hier dem Gefühle der Genugthnnng über dieses nun glücklich zu Ende geführte Werk Ausdruck zu geben, und zugleich den um die indische Literatur hochverdienten Herausgebern ein ü&tv csrc -icr zuznrufcn. 311111 Schluß hätte der Schreiber dieser Zeilen nur noch einen Wunsch auszudrücken, der vielleicht vermittels dieser weitverbreiteten Blätter an die richtige Adresse gelangt: die Firma möchte auch eine neue und schöne Gesammtausgabe des Icruschalmi veranstalten, da die Sitomircr Ausgabe so selten und dementsprechend so thcucr geworden ist.*) —n—. Zeitungsnachrichten ititb Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 22. Juni. Die Petition des „Verbandes der deutschen Thierschutz - Vereine" ist vorläufig begraben, ein glücklicher Zufall hat die überraschende Gefahr, welche der Ausübung eines unserer heiligsten Ncligionsgesetze drohte, rechtzeitig abgcwendet. Wenn diese Zeilen vor den Leser gelangen, ist, wie man mit großer Wahrscheinlichkeit annehmcn darf, die laufende Session des dcntschen Neichstages bereits geschlossen und der verhängnißvolle, auf Grund falscher Informationen gefaßte Beschluß der Pctitionskommission, wie wir auf Grund von Erkundigungen in der Reichstagskanzlci entgegen früherer Meldungen, mittheilen können, zu- *) Anmerk, der Rcd.: Wie uns die Herren (Gebrüder Rom in in Wilna bcrrilä. vor einigen Monaten milgethriN haben, sichen sic im ^egrisie, eine ^critschalmi-Ansflabe;u veransinlten, wrlche an ,'\itUe des ^cbotcucn dcr Angabe des .pab'.i nicht nachstrhcn wird. gleich mit dcr Petition der Thierschutzvereiue vollkommcu erloschen. Hierdurch werden natürlich auch alle Gegenpetrrroneu hinfällig und die jüdischen Gemeinden möge» daher von allen weiteren Versendungen von Petitionen vorläufig A b st a n d n e h m e «. Keineswegs aber darf diese Wendung dcr Tinge uns irgendwie zn weniger ernsten und angestrengten -t Bemühungen in dieser. Angelegenheit veranlaßen, vielmehr muß jeder Einzelne mit ungemindertem Eifer den Angriffen der Thierschutzvercine zu begegnen suchen und die MachinationciT derselben nach wie vor aufmerksam verfolgen. Es duldet keinen Zweifel, daß die Gegner nach ihrem bisherigen Erfolge sofort beim Beginne dcr HerLstfaison sich wiederum mit ihrer Petition an den Reichstag wenden werden, und die Aussicht ist begründet, daß die schon vorbereiteten GegenpenLionen doch noch ihren Zweck werden erfüllen muffen. Nun, im Herbste sollen die Herren uns gerüstet finden, und die Zukunft wird cs lehre», was vor dem Forum' des deutschen Reichstages mehr Achtung verdienen darf, die frommen Wünsche der Thierfreunde, oder das Bekenntnis; einer staatlich anerkannten Religionsgesellschaft. XV. Berlin. Unter großer Betheiligung aller Schichten dcr Berliner Bevölkerung wurden die irdischen Uebcrrcste de» verstorbenen Fabrikbesitzers und Mitinhabers dcr Firma N. Reichen he im u. Sohn, des Herrn Adolph Reichenhcim, auf dem Erbbegräbnis; dcr Familie desselben ans dem alten Friedhöfe der jüdischen Gemeinde, Schön- Hanser-Allee am Montag Vormittag beigesctzt, nachdem im Trauerhause und zwar im Fainiliensaale daselbst, Orauienburgcrstraße 76, die zahlreich erschienene Traucrversammlnng, aus den ersten Eoryphäen dcr Kreise dcr Kunst und Wissenschaft, des Handels, dcr Börse und dcr Dertretcr gemeinnütziger, wohlthätigcr Jnstitutc aller Consessioncn, der Trauerseier beigcwohnt hatten. Dcr ganz in Flor gehüllte Saal barg den Sarg des Entschlafenen, welcher von Blumenkränzen und Palmen besäet war. Der Rabbiner Dr. M a Y b a n m schilderte in ergreifender Rede das Bild des Entschlafenen, der in stillem Wohlthnn ein Vater dcr Armen gewesen, dcr seinen vielen Arbeitern ein Freund war, und vereint mit seinen ihm in die Ewigkeit vorausgegangeucn Brüdern, wie mit seinen noch lebenden Geschwistern, -Dafür Sorge trug, seine Arbeiter im Alter, wie in Krankheiten 11. s. w. vor Kummer und Sorge zu schützen, und ihnen in der Kraft und Fülle ihrer Jahre ein menschenwürdiges Auskommen

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