Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 50 (24.6.1886)
- Date
- 1886-06-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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SG2 die Bemerkung, daß die Millionen Krnpp's und Henschels dem Begehrenden mchr weniger lieb seien, Äs die des Rothschilds. Sobald der Gegensatz Mischen Antisemiten und Konservativen noch schärfer hervorrreten wird, werden die ersrcrcn jedenfalls ganz hier von der Vildfläche verschwinden und dieser Zeitpunkt scheint nicht sehr fern zu sein. Pose«, im Juni. Gegenüber der in mehreren öffentlichen Blättern gebrachten Mnheilung, die vor einigen Monaten von der russischen Regierung erlassene Verfügung, daß jüdischen Reisenden das Paßvisum nach Rußland nur nach erlangter Erlaubniß des russischen Ministers crtheilt werden solle, sei wieder aufgehoben worden, kann hiermit ausdrücklich bemerkt werden, daß diese beschränkende Anordnung noch besteht und gehandhabt wird. Rur den Kaufleuten, die Seitens der Handelskammer den Nachweis bcibringen, daß ihre Finna zu den bedeutenderen gehöre, wird das Visum auch ohne ministerielle Erlaubnis ertheilt. Anderen ehrlichen Leuten, die nicht das Glück haben, den oberen Zehntausend ^anzngehören, bleibt das heilige Czarenreich verschloflen, denn ans einen Bescheid aus Petersburg wird man wohl schwerlich warten können. In der alten Betschnle fand am ersten Schabuoth-Festtage die Einweihungsfeicr einer neuen r.-D statt, nachdem bereits am vorhergehenden Tage in üblicher Weise einzelne Buchstaben der Schlußworte von berufenen Personen geschrieben worden waren. Die Feier, an der sich auch die Kinder betheiligren, indem sie bei der Einholung des n*D aus dem nahe gelegenen cman no den feierlichen Zug mit Fahnen begleiteten, machte einen erhebenden Eindruck, der durch die warme Festpredigt des Herrn Rabbiners noch gesteigert wurde. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die alte Betschule noch ein isd aus '22 besitzt, welches von dem berühmten pr ’trsj n geschrieben sein soll. Oesterr. - llngar. Monarchie. Krakau, N.Inni. Zn Betreff der Beschwerde über die Weigerung russischer Konsulate, die Reisepässe jüdischer Kaustente aus Galizien mit einem Visum zu versehen, hat der „9k. Fr. Pr." zufolge die hiesige Handelskammer gestern vom Handelsministerium ein Bescheid zugleich mit einer Note des russischen Ministeriums des Innern erhalten, worin letzteres sagt, daß cs in Folge der preußischen Ausweisungen das Zuströmen von Vagabunden und staatsgefährlichtlt Elementen befurcht«-! und deshalb die Konsuln im Auslande au die Verordnung vom Jahre 1860 betreffs Einwanderung fremder Zudeu erinnerte; die russische» Botschafter und Konsuln seren jedoch ermächtigt zur AusfolgMz von Nciscpäncn und zur Erthcilung des Visums au ausläudische jüdische Bankiers und Chefs bedeutender Handelshäuser, nur mutten hievon jedesmal der Minister des Innern, sowie die dritte Abrheilung der kaiserlicheu Kanzlei verständigt werde». F e n i I I e t o tu Die Juden und das Judenviertek in Amsterdam. Vergangenheit und Gegenwart. II. Amsterdam, im Zum. Die dabei in Betracht kommende Unterscheidung zwischen portugiesischen und hochdeutschen Inden ist keineswegs eilte rein ethnographische, sondern har neben dem historischen auch einen gesellfchafttkche» Untergrund. Während die aus Deutschland herübergekonnnenen Juden, in der Regel nichts gerettet hatten, als das nackte Leben, brachten die spanischen ungeheure Rcichthümer und Schätze mit. Eine der ersten und bedeutendsten dieser Familien sind die Pintos. Der aus Portugal vor der Inquisition geflohene Ahnherr derselben, Thomas de Pinto, hinterließ ein Testament, in welchem folgende Vermächtnitte ausgesetzt waren. „Ich vermache," bestimmte er, „1) der Siadt Amsterdam schenkungsweise 5 Tonnen Goldes, 2) ich gebe der Stadt aus 10 Jahre ein zinsfreies Anlehen von l rj2 Millionen Gulden, 3) jeder christlichen Kirche in Amsterdam und in Haag 10,000 Gulden, 4) jedem christlichen Waisenhause in den zwei Städten 10,000 Thaler, 5) den Armen 40 Schiffsladungen Torf, 6) einem Waisenkinde, das zuerst das Waisenhaus verläßt, 1000 Thlr., 7) der portugiesischen Synagoge in Amsterdam 2'/» Tonnen Gold, 8) dem portugiesischen Waisenhaus 30,000 Thlr., 9) ich leihe der Regierung gegen 3 pEt. 10 Tonnen Goldes, die Zinsen sollen den Inden in Jerusalem zu Gute kommen, das Eapital bleibt der Stadt, 10) der deutschen Synagoge 5000 Thlr., 11) meinen Verwandten 81 Tonnen Gold, 12) meiner Wittwe 10 Tonnen Gold,- 18) anderen Verwandte», jedem 10,000 Thlr., 14) Jedem, der bei meinem Leichenbegängnisse zugegen ist, 100 Dukaten, 15) jedem katholischen Priester in Amsterdam und in Haag 100 Thlr. lind dies waren nur Legate, die Haupt-