Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 49 (21.6.1886)
- Date
- 1886-06-21
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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839 limcnl, das TamollcSfchwcrr in der Scheide wieder verschwindet, so iä»>t c* doch am Honzont der bcrrcncndcn Reformer ein „Mene Tckel" zni5ick, das für die Zukunft seine Wirkung nicht verfehlen wird. Las Ncncftc im jüdischen Lebender Stadt Rcw^Aork ist der in Aussicht gestcUrc Rücktritt des Rabbiner Tr. Kodier von der Gemeinde Bcth- (5 k. Tr. xkohlcr ist jedoch nicht so voreilig wie Tr. Sonnenschein; er stürmt nicht mir Ungestüm zur Thürc herein und erklärt kategorisch seinen Rücktritt, um dann durch eine Hintcrlhür wie Tr. Sonnenschein wieder um Einlast zu bitten; Langsam und v bedächtig geht Tr. Xiohlcr vor, ganz wie cs einem v Manne von dem Eharaktcr Tr. xr.'s. ziemt. Tr. XL ist einer der wenigen Reformer, die man zu deu begabtesten und klügsten zählen kann; er hält nicht Himer dem Berg und seine Freunde machen ihm nur zu oft den Vorwurf, er sei gerade heraus und zu wenig Tipiomar. Was Tr. XL denkt, sagt er auch und nur das Eine ist unverständlich, dast Tr. Xiohlcr nicht die letzten Konsequenzen zieht, die ihn eher zu einem freireligiösen Prediger als zu einem Rabbiner stempeln. Zur Sache übergehend, will ich dem Leser erzählen, wie Tr. Xi. zu seiner (s)emcinde steht, bczlv. was sich in den letzten Wochen zntrug. Seit der Pittsbnrgcr Konferenz hat sich nmer einemThcil der xiohlcr'schcu Gemeinde Unzufriedenheit gegen den Hirten gezeigt, die im Stillen immer weiteren Boden und auch in der Verwaltung bald Posto sasttc. Als nun jüngst Tr. xt. einige Tage abwesend war, fastlc die Verwaltung den Veschlnst, dem Herrn Rabbiner einen Assistenlcu beizugebcu. Tr. Xl., nach seiner Rückkehr, hievon versläudig!, erklärte, dast er bei Durchführung derartiger Vcschlüssc sofort zurücktreicn werde; jedoch n'cht ohne vorher an die Gemeinde appcllirt zu haben. Er verlange vollständige Oberhoheit in der Gemeinde und gänzliche Unterwerfung der Verwaltung, Eontrakt ans längere Zeit und dcrgl. Vis jetzt hat mau nicht gehört, was die Gcutcindc thnt. Die Sprache Tr. Xi's. ist offen und energisch, und wenn die Gemeinde sich ergibt, so können sich die Mitglieder nie entschuldigen, dast sic nicht wnsttcn, wie viel Tr. XL noch resormirt. Die Herren können zwischen vollständiger Diktatur ihres Rabbi, oder seinem Rücktritt wählen. Vis diese Zeilen dem Leser zu Gesicht kommen, mag wohl eine Entscheidung gefallen sein. Bei dieser Gelegenheit sei gestattet einen km^cn Vergleich zwischen den beiden Tr. Xi'S. ziehen, nämlich den .Herren Tr. Xiohlcr und Tr. .(lohnt, die beide als die obersten Vertreter der bcrr. Richtungen gelten. Tr. hohler steht auf dem Standpunkte der äußersten Reform und vertritt dieselbe energisch; Tr. xioh-it steht auf couscrvaüvem, predigt so in seiner Resormgcmcinde und erzielt bei seiner Gemeinde nichts. Tr. Xiohlcr sagt seiner Gemeinde, entweder ihr folgt mir nach oder ich gehe; Dr. Kohnt bittet seine Gemeinde ihm zu folgest; sie rhnl es nicht, erhöht ihm den Salair, stellt ihn fest au und — er bleibt, immer wieder orthodox predigend. Mir mir glaubten viele an dcur Ernst der XioHut'scheu Bestrebungen: allein wen» dem so wäre, dürste er nicht bleiben, einen neuen Vertrag an- Kclmicu li. s. w. Tr. .(lohnt ist ein Gründer des neuen konservativen RabbincrscminarS. Es ist Zeit, dast Xlohut entweder seine Gemeinde zu sich bringt oder iich von ihr entfernt. Seine Thätigkcit am Rabbiucrscminar dürste in sich zerfallen, da Zöglinge aus solchen Eonscqucnzen kaum heilbringende Lehren schöpfen. Wenngleich man ja de» Standpunkt im Privatleben Dr. Xiohnt'S bisher achtete, so kann derselbe doch nicht Stand halten, wenn man die Xiehrscitc im Leben der Gemeinde sieht. Das Festhalten an rz byzvrmn — das Hübsch'schc Gebetbuch, das so Vieles anslästt; die TraunngScercmonien ganz st Ire Reform — der koschere Haushalt; das Fallcnlaffcn des 2. Tag 2"' in der Gemeinde — die private Beobachtung desselben und noch ein Dutzend anderer Tinge. Anfangs konnte man glauben, er versuche zn bessern; wcnncs aber nicht, geht, geht er. Es geht nicht, Xlohut bleibt, die Reform bleibt, Xiobul macht weiter in Konservatismus (per Rede). Ta must man bald dem „Weisen" vom Westen znstimmcu. Dr. hohler ist uns ein schroffer Gegner; aber wir wipcu, woran wir sind. Tr. Xlohut scheint uns ein Freund, ist cS aber nicht. Wie Tr. Mendes, Dr. Schnceberger m i t ihm für die Orthodoxie arbeiten können, versteht man nicht. Hätte Dr. McndcS bei dem letzten Meeting behufs Gründung dcS RabbincrseminarS, als der Vertreter der Xlohm'schcn Gemeinde sich erhob und erklärte, die Gemeinde unterstütze das hiesige und Kincinater Rabbincrscminar gleichmäßig. nicht sofort anstrctcn sollen, um di esc.Hülfe zurnckzuweiscn, als dast er im Stillen sciucm Nachbar gegenüber seinen Acrgcr ausdrücklc? Das; man cs mit Dr. Xlohut versucht, ist erklärlich; er sprach und lebte ja so conscrvativ; allein, nachdem er sich ohne Etwas zn erreichen, so häuslich in der Gemeinde cinrichtet, sollte auch mit ihm das Paktircn aufhörcn. Möge der Leser selbst jetzt eine Parallele zwischen Xiohlcr und Xtohut ziehen. Schreiber dieses ist Einer von denen, und er gesteht es ein, die sich in Xiohnt iirtcn. — Die Gemeinde in St. Lonis, dcr Dr. Sonnen-