Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 66 (19.8.1886)
- Date
- 1886-08-19
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449663--24874-2514280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Rumänien ander«, uIh die Reichen Lit» u neu«. Die Vorfahre» Diener haben ihre» Rniuhthnm. nicht plötzlich, .sondern'erat, nach und nach erworben und vererbt«»» ihr Vermöge» ihre» Nachkommen, Ja länger der Wohlstand in einer Familie herrschte, desto mehr wurden die Ge- Hinnungen und Charaktere der Familienglieder geläutert und gereinigt von den Schlacken, welche die Armutk ansetzt, So wird man z. B, nicht finden, dass ein Reicher aus Lithauen sich zum Vermittler von Heirathen oder von Käufen und Verkäufen für Geld hergiebt, weil er dies für unehrenhaft hält. Nicht so der Wolynier oder der Rumäne, dessen Grösse von gestern ist, denn vom Ladentisch wird er Eigenthümer des Geschäftes und vom Diener schwingt er sich zum reichen Herrn empor. Vornehm ist er nur in Bezug auf Speise und Trank, jedoch nicht bezüglich der Wahl seiner Erwerbsmittel. Dieses vorausgeschickt, wird man das Treiben in Safed verstehen und die befremdenden Erscheinungen werden klar werden. So wird es besonders klar, warum die Rumänen und Wolynier Safed vorziehen, während die Lithauer und Russen es verlassen. Denn wie könnten Jene sich leicht von dem fetten Fleisch und den Fischen trennen, von der Butter, der Milch und dem Käse, den sie dort billig haben können und den öden Felsen von Jerusalem sich zu wenden? Man wird begreifen, warum man da viele verlassene Häuser und Geschäfte findet, die Gemeindeeigenthum waren und die einen Werth von vielen Tausenden hatten, was man alles in Jerusalem nicht findet. In der Thal »iml die Wolynier und Rumänen freigebig«!»*, als die Lithauer. Finden wir in ganz Lit hauen, Samut und Re uh non einen Reiche», der eine grosse Hümme Geldes zu einer Stiftung vermacht, wie dies der edle Ficht«nh o 1 z aus Ber d i ts eh eh gethan, dessen Stiftungen in Safed und Jerusalem seinen Namen verewigen, oder wer von den Reichen Lithaiiens gleicht dem edlen Tultscheski aus Ihuman, der ein berühmtes Krankenhaus in Safed erbaute, das mehrere tausend Rubel kostete? Man wird aber auch begreifen, warum kein Plan und keine Ordnung in der Verwaltung dieser wohlthätigen Werke herrscht, warum alle Einnahmen dieser Zufluchtshäuser nutzlos verschwendet wurden und diese selbst in andere Hände gerathen sind, — warum das erwähnte Krankenhaus von Tultscheski verlassen ist und die Räume zu Wohnungen vermiethet oder geliehen sind Jedem, der da kommt, so dass Alle davon Nutzen haben, nur nicht die Armen. Denn die „Beschter“ Chassidim kennen keine Sorge; sie sind unbekümmert wegen der Zukunft und grenzenlose Frechheit herrscht unter ihnen. Die Stadt ist ein Herd, auf welchem das Feuer der Zwietracht nicht erlischt, denn Keiner will unter dem Anderen stehen; die Stadt besteht aus lauter Häuptern, es überhebt sich die Jugend über das Alter, der Geringe über den Gelehrten. Da gilt nicht die Ehre der Lehre und nicht die Ehre der Gelehrten und nicht die Ehre des Alters, — die körperliche Stärke überwiegt Alles. (Fortsetzung folgt>) -i-v-l- Herr Elias Scheid in Jerusalem. Jerusalem. In dieser Woche beherbergte - unsere Stadt einen sehr angesehenen Gast, den Vertreter des berühmten Philantropen, des Gründers nnd Förderers der jüdischen Kolonien in Palästina, Herrn Elias Scheid, welcher im Aufträge des bekannten Edlen die Kolonien besucht, um von den in denselben etwa noch bestehenden Mängeln Kenntniss zu . nehmen und ihr deren Beseitigung durch Hilfe des Philantropen und Derer, die sich demselben ansehliessen wollen, Sorge zu tragen. Am Sonntag, den vierten T'S, kam Herr Scheid auf einem österreichischen Schiffe nach Jaffa. Gleichzeitig mit ihm kam auch Herr E11 in g e r, der im Aufträge des Philantropen die Leitung der Kolonie "22 w5H übernimmt an Stelle des Herrn Ass er i, der jene Stellung nicht auszutiillen vermochte, sowie auch ein Gärtner, der die Aufsicht über die Feldarbeit und die Weinberge in "22 führen soü. Die beiden Letzteren, fuhren mit demselben Schiffe weiter nach "2"", um sich von dort nach "22 W» zu begeben. Herr Scheid begab sich von. Jaffa nach, der Kolonie fPS? , wo er unter vielen Ehren- .411