Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 66 (19.8.1886)
- Date
- 1886-08-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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meiste» nahe fonmieii. Dies ist, zutiächst für „Ru- Ulänischc" gesagt, bei den t'iiukni lateinischer Nasse b o 11 ft ä n d i a der Fall. Das EUeiche ist bei den „Nnssischen", wenn sie nach dem tu eiteren, dem asiatischen Rußland beziv. den eiirom'iisch-sla w i sch e n Ländern gehen; dann bei den Oesterreich-Polnischen („Galizischen"), wenn sie sich im übrigen s la w ischen Oesterreich und in den Balkantändern vertheilen, oder fit* gegebenen Falle nach Amerika gehen, aber um Ackerbau zu treiben; schließlich bei den Auswanderern ans Preußen, wenn sie nach englischen Ländern gehen, die den deutschen am meisten verwandt sind. Wandern sie aber ohne Wahl, „Rumänische" z. B. nach Deutschland, England, Englisch-Amerika, „Russische" nach Frankreich, England u. s. w. dann treffen sie aus lamer Gegensätze: anderes Leben, andere Sitten, andere Sprachen. Letztere müssen sie erst erlernen, in die crsteren müssen sie sich crstznrechtfinden und hkneinleben; unterdessen aber erschöpfen sie sich unter unerträglichen Widrigkeiten mit dem wenigen Mitgebrachten in tausend Versuchen und verfallen noch eher dem Elend. Wie cs geboten erscheint, in den zu besiedelnden Ländern eine Auswahl zu treffen, so muß auch ganz besonders bezüglich der Städte sorgfältig überlegt werden. Die alten Wege nach Paris, London, Nerv-Jork müssen unbedingt aufgegeben werden. Zunächst ist es ein großer Fehler, welchen Viele schon durch schwere Leiden zu bedauern gezwungen waren, daß inan sich nach „Amerika" wendet, um dort Handel oder Handwerke zn betreiben oder „von der Lust", d. h. von zufälligen Geschäften und Beschäftigungen zn _ leben. Amerika bietet nur deinienigen eine Zukunft und sür's Erste Auskommen, der sich dort mit Ackerbau 'befassen will. An Händlern, Industriellen und „freien Gewerben" besitzt „Amerika" oder New-Bork (.'), welches leider gewohnheitsmäßig ausschließlich unter „Amerika" verstanden wird, viel mehr und viel raffinirtere, als man sich in Europa denkt. Und, wenn es vielen Einwanderern so bitter schlecht ist, daß sie aus allen Wegen nach der alten Heimatti znrückkommen, so ist es nicht nur darum, weil in „Amerika" noch ältere und einheimische Anwärter ans Erwerb in großer Anzahl konkurriren, sondern auch darum, weil die frisch Eingewanderten und mit den Verhältnissen nicht Vertrauten gegen die älteren Einwanderer, namentlich aber gegen die Gewiegtheit der Einheimischen nicht auskommen können. An zu bearbeitendem Land aber ist noch großer Ueberstuß vorhanden und die Bedingungen zum Erlverb desselben sind derart, daß nur mul) der gute Wille mib frei lkch auch die zur Bearbeitung des Laubes nölhige« ersten Ausgaben in Betracht lounueu. h Es ist sodann ein folgenschwerer Irrthum, wenn mau. glaubt, daß mau iu den größtmöglichen Städten, den Residenzen, „unter so Bielen" auch noch durchkonuneu wird. Andererseits ist es ein ebenso großer Irrthum, daß mau in der kleinen Stadt verlassen dastehen und nicht fortkommen wird. Wenn die „so Bielen" immerfort durch neue „Viele" vermehrt lverden, so muß dies unbedingt eine Reaktion Hervorrufen; und die Erfahrung lehrt uns täglich, daß wenn auch in den Residenzen die Bedingungen zum Fortkommen in größerem Maße vorhanden sind, so ist die Ansammlung von Menschen in denselben andererseits so groß, daß die ll e b e r v ö l k e r un g die Lebensbedürfnisse vertheuert und die Konkurrenz so vieler Arbeit»-, krä f t e die Erlangung einer Erifterrz oft unmöglich, mindestens sehr schwierig macht, so Mancher ist in dem Kampfe der großen ^tadt — ich rede natürlich voit dem Armen,, der nichts hat und nichts mitbringt — untcrgegangen ober etwas anderes geworden, was er in der kleinen Stadt nicht getücfou und was er da nicht gedacht hat, daß er werden könnte. Speziell von New-Jork sind mir Fälle bekannt, daß früher vermögliche und den höheren Ständen augehörige, zartgebaute Leute mit ihren „aristokratischen Händen" zum Straßenkehren griffen, um. ein schon seit Lange elendes Leben zu fristen, daß sie aber trotzdem oder recht eigentlich deßwegen nicht vorwärtskamen, und hochbeglückt waren, endlich nach schwerer Mühe nach Europa zurückfahren zn rönnen. Sie waren von den Zauberworten „Amerika" ..! New-Jork.! und von der schönsäröerifchen Vorspiegelungen über „glänzende Position", die sie von sogenannten „aufrichtigen" Freunden und sogar von nichtswürdigen Verwandten erhielten, verlockt und: sie hatten die Reise und andere Kosten, die unnütz verlorene Lebenszeit, die ausgestandenen Drangsalen, die ungewohnte niedrige Arbeit und das Berlachtsei», zum Schaden, zu bedauern. (Fortsetzung folgt.)?.) In Kanada r. B. gibt die englische Regierung;edeur über l.s Jahre Zählenden l<u> üiJcr anbaufähiges Land nneutgeUIich. t'los ir.it der Verpflichtung, ne innerhalb einer geraifien Zeü urbar geurscht;n haben. * "I * I ni.i miiiji - —n—rin i in i i. i Tr* \ ~.r il n,m»ni, «eiuww»?.