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Der Israelit · 1886-08-19 · Heft 66 (19.8.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 66 (19.8.1886)
Date
1886-08-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Ml Stadt, sind lullt »mliT OK’iiu’ijiDt: Zligemit» ituifiiii ZN derselben iljrc Beiträge zahlen, mmt. lud mit dcrHallptgemcindc nlifiiibni u. s. in, 2o sind also mid) die (Kiartoltcnbnrger ^uöcu zur Berliner Hanplgeineinde fldmrifl und müssen dieser Steuern zahlen. Die berliner Hanptgemeinde zieht hierdurch dun CjnvIottcuDm'rt flcflcn Tuuo Mark jährliche Mitgliederbeiträge ein. Hierfür ist Berlin allerdings verpflichtet Charlottenbnrg betreffs der Abhaltungen von religiösen XMnbadjtcu n. s. w. n. s. w. zu unterstützen. Lies thnt Berlin aber nur in Höhe von 14«») Mark, trotzdem Chartvltendnrg allein jährlich für einen Saal behufs Abhaltung von Gottesdiensten 1200 Mark und darüber Mietye zahlt. Tic dort wohnende:: Inden sind daher gezwungen, trotzdem sie ihre hohen kirchlichen Abgaben für Berlin zahlen imujcii, falls sie religiös leben wollen, ans eigenen Mitteln sich einen Vorbcter, Prediger u. s. w. zu halten; specielt aber für den Religionsunterricht ihrer.Kinder ans eigener Tasche zu sorgen, da dieselben sonst wie die Heiden aufwachsen wüßte», falls man dieselben nicht nach Berlin schicken kann, dort den Religionsunterricht mit zu genießen. Ebenso mußten die Juden Chartottenburg's, saus sie sich keinen eigenen Gottesdienst schaffen, an Sabbaten und Festtagen Berlin aufsuchen, uw dort ihre Andacht zu pflegen. Auch die Leichen der Charlottenburger Inden müssen bis nach Wcißenfee transportirt werden u. f. w. u. f. w. Diesen Uebclsränden wollen die Charlottenburger nunmehr ein Ende bereiten und haben die Berliner Gemeinde ersucht, entweder für deren Bedürfnisse statt 1400 Mark pro Jahr mindestens 3000 M. pro Jahr zu zahlen, oder einzuwilligen, daß CharlottLnburg eine eigene jüdische Gemeinde bildet und keine Abgaben "mehr nacn Berlin zu entrichten hat. Breslau, 10. Aug. Landesrabb. Tiktin V'x ward heute Nachmittag 3 Uhr unter außerordentlich zahlreicher Beiheiligung beerdigt. Der imposante Leichenzug nahm zunächst seinen Weg nach der Siorchsynagogc, wo eine Trancrfcier stattfarid. Nach Beendigung derselben erfolgte die lleberführnng^der Leiche nach dem israelitischen Friedhöfe. Herr Tiktin — so schreibt die katholische „Schlesische Bolkszeitung" — war eine hochachtbare Persönlichkeit, die nicht blos bei ihren Glaubensgenossen eine seltene Verehrung und ein weit über das Gewöhnliche hinausrcichendes Ansehen genoß, sondern auch bei den Andersgläubigen sich der allseiriaüen Smnvarhien Erfreute. Herr Tikrin verdiente die Achtung der Inden wie der Christen im vollsten Maße. Crr ruhe in Frieden! R n ß l a l> d. Ans.lriett» wurden von der russischen Behörde mehr a!S hundert jüdische Familien mit der Malivirnng ansgewiesen, sie besäßen lein Recht zur Niederlassung. Das Glend derselben ist groß. — A f r i k a. Algier, im Juli. (Schluß.) Für den Dienst, den die Mitglieder der Gemeinde als Krieger (Thornnd Stadtwächter, F-encrivehrmänner n. s. w.) ihrer Vaterstadt leisteten, erhielten sie keine Cntlohnnng, da derselbe obligatorisch war und wurden zu demselben gewöhnlich junge und kräftige Menschen heranaczogen. Der Mitritt in die Kriegerkaffe stand übrigens Jedem offen; nur mußte er Jude, ein Kind der Stadt Gar-Taja und auch bemittelt sein, so das; er sich die zu seinem Stande und Berufe nöthigcn Waffen und Rüstung aus Cigcnem anschaffcn konnte. DaS einzige Benificium, das die Krieger genoffcn, bestand darin, daß sie, falls sic in Mitte ihrer Ticnstthätigkeit verunglückten, erkrankten, auf Kosten der Gemeinde verpflegt und wenn sie starben, auf Kosten der Gemeinde begraben wurden. Ihre Willwen und Waisen erhielten dann eine Unterstützung von der Gemeinde und wurden sic' auch sonst zu den Feier- und Festtagen mit Liebesgaben bedacht. Wurde die eigentliche Stadt Gar-Taja von einem Feinde angegriffen, da ließ der Scheikh der Indcngcmcinde sogleich mittelst Hörner zum Sturme blasen und binnen wenigen Minuten waren die Thore der Judcnstadt schon gesperrt, während ans deren Mauern die Krieger zum Kampfe bereit standen. Mußte bei einem Kriegsfälle die ganze mohamedanifchc Bevölkerung Gardajas in's Feld rücken, da übernahmen die Inden auch die Bewachung der mohamedanischen Stadtviertel, besonders der dorr zurückgebliebenen Frauen und Kinder und verließen sie nicht eher, bis ihre Mitbürger wieder aus dem Feldzüge heimgekehrt waren. Indes; traf man auch unter den mohamedanischen Kriegern zahlreiche jüdische Männer und Jünglinge, die, obgleich sie gar nicht zum Waffendienste verpflichtet waren, cS sich dennoch nicht nehmen ließen, an der Sette ihrer andersgläubigen Mitbürger für ihr Vaterland und ihre Heimath zu kämpfen. Sehr oft fah man auch, wie an der Seite des Vaters die Tochter, an der Seite des Bruders die Schwester und an der Seite des Bräutigams die Braut kämpfte. Tie jüdischen Mädchen Gar-Tajas sind überhaupt noch heute eine kühne, kriegerische Race und zeigen sie dieses sehr ofr, wenn sie ihre Heerden aufs Feld führen, denn da wird die sanfte Schäferin zu einer wilden

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