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Der Israelit · 1886-08-19 · Heft 66 (19.8.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 66 (19.8.1886)
Date
1886-08-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IM:! umutlji’ilcii. Daher sammle dich Odin Webet und Ode stets so, das; auch du mit dir zufrieden sein kannst. . C^oilfctuuifl fllfitfj Zeitttttgüttachrichtett und (<vrrespottdtttzeu. Deutschland. Darmstadt, 13. August. In den „Neuen Oberhcssischen Volksblättern" lesen wir: Am 15. d. MtS. werden es. sechzig Jahre, das; der am 20. April 1801 in Darmstadt geborene jetzige Ober- Rabbiner zu Kopenhagen, Professor Dr. Abraham Alexander Wolff von ^Grotzherzog Ludwig I. zum Rabbiner von OberhcNen ernannt wurde und feiert somit unser Landsmann, welcher trotz seiner 80 Jahre heute noch in voller Rüstigkeit seinem Amt Vorsicht, an genanntem Tage sein sechzigjähriges Dienftjubilänm. Schon am 6. August 1821 erhielt Wolff von der philosophischen Facultät zu Gießen den akademischen Doktorgrad. Nachdem er dann 1822 sein erstes Werk über den Propheten Habakuk veröffentlicht, gab er im Jahre 1825 sein Lehrbuch der israelitischen Religion heraus, welches bald in schwedischer llebersetznng zu Stockholm und in französischer llebersetznng in Brüffel erschien. Tie Zahl aller von Dr. Wolff in Truck erschienenen, vielfach in mehrere Sprachen übersetzten Werke belauft sich über Hundert. Mit einigen seiner Jugendgenossen und hervorragenden Männern in der deutschen Heimath, wie Justus von Liebig, Hofbibliothekdirekror Mitzenius, Kirchenrath Dr. Wagner n. A., war er befreundet und stand mit denselben bis zu ihrem Tode in Verkehr. D. Hcrlbronn a. N. In den letzten Wochen fand am' kiesigen Gymnasium das Abiturienten- Eramcn statt und waren Freitag und Samstag als Tage zur Abnahme der schriftlichen Prüfung bestimmt. Hermann Strauß, Sohn des Herrn Heinreich Strauß hier, welcher unter den Abiturienten war, stellte, da er am Sabbat nicht schreibe, beim Rector den Antrag um Verlegung der Prüfnngstage mit dem Erfolg, daß zwei Werktage bestimmt wurden. Am letzten Dienstag, nach Abnahme des mündliche» Examens, von welchem Strauß dispensirt war, wurde des Resultat der Prüfung bekannt gegeben, und da zeigte es sich, daß Strauß die höchste Notenzahl erreicht hatte, und mit Rücksicht hierauf wurde ihm der ehrenvolle Auftrag, errheilt, beim Schlußakt die Fest- und Abschiedsrede zu halten. Durch Letzteres und sein PrüfuugsresuttaL lmt Strauß hier großen «".tj? bereitet- und ist dieser Priisililgsaiiogaiig um so erfreulicher und ehrenvoller, als derselbe, abweichend von vielen seiner Indischen Mitschüler, noch nie am p2k* geschrieben Hai. Möge dieser lwssnniigsvolle junge Manu auf seinem ferneren Studienwege ebenso crsolgrcieh sein und möge er besonders in seinem künftig zu wählenden praktischen Berufe jederzeit ein treuer Jehudi und für das echte Judemhum stets ein solch begeisterter und opferwilliger Anhänger sein und blcibcu. Berlin, 12. Aug. Vor Kurzem erst hatten wir Veranlassung, darauf aufmerksam zu machen, daß daS Leitende Organ der konservativen Partei, die „Kreuz-Ztg.", den Zeitpunkt für gekommen hält, den seit geraumer Zeit etwas kraftlos gewordenen Antisemitismus wieder ne» zu beleben. Sie bediente sich dazu der Fiktion, daß die Socialdemokratie eine Erfindung der Juden sei, und führte bittere Klagen, daß der Antisemitismus zu einer Zeit, in welcher die Negierung den Kampf gegen die Socialdemokratie mit allen Kräften betreibt, von maßgebender Seite nicht nur nicht gewürdigt, sondern sogar ziemlich unsanft zur Ruhe verwiesen worden ist. Eine offieiöfe Antwort, auf die das Blatt vielleicht gerechnet hatte, ist nicht erfolgt: es laßt sich aber dadurch nicht irre machen und vertritt neuerdings die antisemitischen Forderungen .mit einer Entschiedenheit und in einer Form, wie sie zur Zeit , als der Antisemitismus noch in seiner Maienblüthe stand, weder von ihr selbst, noch von anderen angesehenen konservativen Organen geltend gemacht worden sind. Es scheint, daß die „Kreuz- Ztg." jetzt, da sie wieder einmal mit aller Energie das Streben nach einer Mittelpartei bekämpft, sich auch entschlossen hat, die Judenhetze, die hauptsächlich im Interesse des Gedeihens der mittelparteilichen Bestrebungen offiziös zur Ordnung gerufen und verleugnet worden ist, von Neuem ans den Schild zu heben. Nachdem die Konservativen vom Schlage der „Kreuz-Ztg." den Mnth gesunden haben, durch die Forderung „größere Freiheit für die evangelische Kirche" in Opposition zu der Regierung zu treten, scheuen sie sich auch nicht mehr, sich zu dem Antisemitismus zu bekennen, den sic seit geraumer Zeit auf die Winke von oben hin ans taktischen Gründen im stillen Busen verwahrt haben. Die „Kreuz-Ztg." hat zwei Artikel über „Die Juden in Frankreich" gebracht, in denen ste im gehässigsten Tone und durchaus kritiklos — sogar Gambetta muß wieder als Jude herhaUcn— die Schilderungen des bekannten Drummond'fchen Buches sich aneignct und

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