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Der Israelit · 1886-08-16 · Heft 65 (16.8.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 65 (16.8.1886)
Date
1886-08-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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II UH Uiiterbcaiiitcu itub bunt) bereu .CniüfmOt nicht allein vereitelt, sondern eine Onclle nraftet Hebel für die, zn deren.veil sie geplant waren. Die Vw der Inden zn verbessern, war von Alexander l.. das Kolonialprojekt ersannen. Solcher Molouicu fällten in Sibirien erliche aiiflcleflt werden, doch kam man hiervon zurück and entschied sich spater für Südrnßland. Das Projekt wurde zuerst jubelnd begrüßt, wurde aber kühler ausgenommen, als man cmsah, das; alles wohl schön ginge, wenn nur nicht die Unterbcamten ihre Hände dabei im Spiele hätten. Nikolaus kam wieder auf das Projekt zurück und beschlos; eine Erweiterung desselben; zuerst lies; er aber eine durchgreifende Untersuchung über den gegenwärtigen Stand anstellen, mib da fand es sich denn, das; alle nach Petersburg gelangten Berichte gefärbt waren. Es ist geradezu unerhört, wie die Beamten die Kolonisten auszubeuteu und sich auf Kosten dieser wie auch des Staates zu bereichern suchten. In der Gegenwart erfreuen sich die Kolonien eines Gedeihens, mit dem man wenigstens nicht braucht unzufrieden zu sein, doch wird cs nicht schwersallen, auch diese Kolonien zu Musteranstalten, wie die der Menoniten, zu gestalten. Wir empfehlen das hochinteressante Buch der Berücksichtigung des Publikums, denn es ist Werth viel und aufmerksam gelesen zu werden. Zeitrrrrgsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Berlin, 9. August. Unter der Ueberschrist „Antisemitisches" schreibt die „Volksztg." Folgendes: Wir erhalten folgende Mittheilnng: Tiscret. Antisemitische Correspondenz und Sprechsaal für innere Partei-Angelegenheiten. Leipzig 1886. Juli Nr. 6. Wird nur an zuverlässige Parteigenossen versandt. Unter diesem Titel erfolgt die neueste Kundgebung derHchpartei mit der gleichzeitigen Versendung einer Anzahl Beilagen, durch welche der Eifer der großen Patrioten augesporui und vor Allem versucht wird, aus dem großen Portemonnaie einige Kleinigkeiten für die „gerechte Sache" herausznholen. Zu diesem Zwecke ist gleich eine Postanweisung beigefügr, so daß nur die Kleinigkeit des Ausfüllens derselben und des Abschickens von Moneren uöchig ist, um sich den Dank der Parteileitnng zu sichern. Eine Empfehlung des „Deutschen Tageblatts", unterzeichnet: „Friedrich Luckhardt", ist gleichfalls beigesügl, und m derselben wird 'Darauf hingewiesen, daß das edle Blatt niemals den „vornchmerl Ton" verloren har, der einem so großen Blatt, das für die „christliche Staaisidcc" kämpft, so wohl anstrln. Trog dieser Vorzüge, zu welchen iiodi der Kamps gegen die „iuteiitaüoualc Geldaristokratie" und die „kapitalistische Anssangnng" kommt, ist das Blatt aber noch nicht so verbreitet, wie es im Interesse der „guten Sache" wünschenelverth ist, und deßhalb hier gleich auch ein Bestellzettel mit dem Motto: „Immer rinn in'S Berjunjen!" Durch ein besonderes Anfchrcibcn lvird den geehrten Parteigenossen nun auch gleich ulitgetheilr, woran die antisemitische Bewegung bisher gekrankt hat. Das Schreiben lautet: Leipzig, Datum des Poststempels. Sehr geehrter Herr! Es wird immer mehr offenbar, daß wir mit der antisemitischen Bewegung nicht einen Schritt vorwärts kommen, solange es nicht gelingt, die weitesten Kreise für das Berständniß der Indenfragc zu gewinnen. „Neunzig Prozent des Volkes, Gebildete und Ungebildete, stehen noch immer mit „der unglaublichsten Unwissenheit unseren Bcstre- „buugeu gegenüber. Besonders ist die Verblendung „der Arbeitermageu, die tut Begriff sind, mit der „goldenen Internationalen Hand in Hand zu mar- „schiren, eins der gefahrdrohendsten Momente für „die heutige Gesellschaft." Rief doch kürzlich in einer antisemitischen Versammlung in Leipzig cm Arbeiter dem Redner entgegen: „Wir Sozialdemokraten werden die Juden mit unserem Leibe decken!" — Gehen wir nicht ungesäumt und rastlos au eine Aufklärungs-Arbeit im grüßten Stile, so kann über Nacht das Verhängniß über uns Hereinbrechen. Das einzige Mittel, das uns noch retten kann, ist die maffenhafte Verbreitung von belehrenden Schriften. — Wenn man früher auf diese;» Wege wenig Erfolg erzielte, so lag es daran, daß meist ganz ungeeignete Schriften zur Agitation verwendete. Gehässige Schimpfereien und frivole Scherze über die Person der Inden sind nicht geeignet, wirkliche 'Aufklärung.und Verständnis; zu verbreiten. Wir empfehlen Ihnen auf dem anhängenden Bestellzettel eine Anzahl bewährter Schriften zu ermäßigten Preisen und bitten für die Verbreitung derfeben energisch zu wirken. Hochachtungsvoll Dheod. Frirrch. Es wird also zugegeben, daß bisher, „gehässige Schimpfereien und frivole Scherzo über die Person der Inden" die geistige Nahrung dicftr yii. .»^■43JI1.VW".U5SI

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