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Der Israelit · 1886-06-03 · Heft 44 (3.6.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 44 (3.6.1886)
Date
1886-06-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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ihnen von Gott angewiesenen Grenzen. Wie Er dem ewig fluchenden Meere, das fortgesetzt loslös! vom festen Lande, fortgesetzt anstürmr gegen die Grenzen, Alles überfiuchen und verschlingen möchte, einen unüberschreitbarcn Damm entgegensetzt, so daß es, wenn auch größer und umfangreicher als das feste Land, nicht Herr wird darüber; so hat Er uns in -Semem Gesetz den einzig schützenden Damm gegen die Naturgewalt gegeben. Mögen auch alle Natnrgewaltcn sich gegen uns heranwälzcn, pn Tür rcb? „ein Gesetz gab er, unüberschreitbar" mfcn ra^pcp^KTT’r&rTon lobrPnn 'ü*b pp dt „Er erhöhte das Horn seines Volkes. - Das ist der Ruhm all seiner Frommen, der Kinder Israel, seines Ihm nahestehenden Volkes. Lobet Gott!" „Und nun", spricht Gott am Tage der Gesetzgebung, „wenn Ihr immer hören werdet auf meine Stimme", wenn Ihr zu allen Zeiten, unter allen Lagen, überall meine Stimme, mein Gesetz vernehmet „und meinen Bund, den Ich heute mit Euch eingegangcn, bewahret, dann werdet Ihr mir immer das geliebte, erwählte Volk sein, und mögt Ihr sein, wo Ihr wollt, denn mir gehört die ganze Erde. Die ganze Erde ist ja auch meine Schöpfung, die Menschen alle meiner Hände Werk, denen Ich Gesetze gegeben, welchen sie sich, ob willig oder nicht, zu fügen haben; aber ein Geschenk, das die Erhaltung für die Dauer dieser Erde Euch garantirt, habe ich nur Euch gegeben." Das ist die Bedeutung der Gesetzgebung am Sinai. Sie ist das oberste Gesetz aller einzelnen Schöpfungsgesetze. Sic ist das erhaltende Moment; läßt allein uns gegen die Naturgewalt den Kampf um's Dasein richtig führen, für unsere Fortcrhaltung wirken und schaffen. In wundervoller, tiefsinniger Weise drückt sich der imD über den Akt der Offenbarung ans. Anknüpfend an den Ausspruch des Propheten Amos «r ab '2 •m D’pb* '*1 „der Ewige Gott redet, wer soll nicht wciMgen!" bemerkt er: nox Y'n 13m» 't ceo. „R. Abiah im Namen N. Iochanan's sagt: mmn ns m"pn iweo „als der Heilige, gelobt sei Er, die Lehre gab" rms itss da zwitscherte fein Vogel, ms ab das Geflügel flog nicht, nyj nV tet der Ochs brüllte nicht, xb c\5£:.x die Räder (des Weltenwagens) machten keine Schwingnng, m-ip new n’t onc:? die Seraphim sprachen nicht das „Heilig!" prjna cn, das Meer bewegte sich nicht rovt6 nv-on die Geschöpfe (Menschen) redeten nicht Ppn nüm annsi pnu? cfryn -ppvr< 'n sondern die Welt schwieg und war fülle und die Stimme ging ans: Ich bin der Ewige, Dein Gott." Alle Stimmen der Natur, alle Naturkrafte, selbst die Himmelsschaaren, kurz die Welt schwieg stille, als die Sttmme ertönte: Ich bin der Ewige, Dein Gott. Der Gottesstimme, dem Gottesgesetze gegenüber muffen alle Natur laute, alle noch so natürlichen von Gott selbst den Geschöpfen beigelegtcn Eigenschaften, die natürlichsten und berechügftcn Vorgänge in der Schöpfung verstummen. Wenn Gott spricht, da muß jede andere Stimme schweigen. Darum, wenn wir sagen: unsere Vernunft sagt. Das schadet nicht. Jenes nützt nicht, Das ist ein unnatürliches und darum unberechtigtes Geodcr Verbot; wozu sind die Dinge vorhanden, wenn wir uns nicht an ihnen erfreuen sollen; es ist Alles erlaubt, was in der Natur des Menschen begründet ist: Auf all derartige Einwände und Vermmstgrnnde hält uns jener smo entgegen: Gott spricht; die Schöpfung, die Natur hat zu schweigen. Tausende von Jahren tönt uns vom Sinai herab das Wort: Ich bin der Ewige, Dein Gott. Sorgen wir, daß auch in Zukunft diese göttliche Stimme gehört und verstanden werde, daß auch ferner die Ehrfurcht vor dem allmächtigen, allgewaltigen Schöpfer vorherrsche, die unsere kleinlichen Wünsche, unsere Neigungen verstummen heißt, wenn es gilt, ein Gotteswort zn hören und zu erfüllen. Dann tragen auch wir bei zum Fortbestände des r&*0D vp. _ Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, l. Juni. Bereits seit ca. 2 Jahren wird in der hiesigen königl. prenß. Konservenfabrik von Sachverständigen es für's Beste gefunden, die Thiere, wie bei den Juden, zu schachten und sind in diesem Zeitraum Tausende von Ochsen auf diese Weise geschlachtet worden. Dies geschieht durch einen christlichen Schlächtermeister, (im vorigen Jahre ist sogar zu diesem Bchufe ein Schlächtermeister von Berlin hierher gekommen,) der mit einem langen Messer in den Hals hincinschneidet, und obgleich die Haut so viel weniger werth, so wird doch diese Form des Schlachtens gewählt. Als Grund wird angegeben, daß das Thier auf diese Weise besser verblutet, das Fleisch viel schmackhafter und namentlich sich zur Aufbewahrung besser eignet, so daß sich das Fleisch viel länger hält. Wenn also das sogenannte Schächten Thicrqua! wäre, wie es die Tlnerschntzvcrcine schildern, so würde man von der hohen Behörde aus cs nicht veranlassen. lg***? *r: it W'*' * *■***# •»«**<■ •£ V*

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