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Der Israelit · 1886-05-31 · Heft 43 (31.5.1886) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 43 (31.5.1886)
Date
1886-05-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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•56 unb Enkelimicn. Jakob war im Laufe der Jahre | ein wohlhabender Mann geworden, auch seine Km- | der erfreuten sich fammllich großen Wohlstandes, während für Narhan das Glück nie geblüht harre; er eniährte sich und die Seinen nur kümmerlich, und die reichen Verwandten verhielten sich ziemlich kühl gegenüber der nicht glanzend situirten Familie. Auch am Bahnhof standen Nathan, Reichel und Sophie abseits. Ter Zug lief in die Empfangshalle des Bahnhofes. Ein altes, zusammengeschrumpnes, eisgraues Männchen stieg aus und schaute sich verwundert um. Jakob Vogelfang trat auf daffelbe zu und sagte fragend: „Selig?" „Ja", sagte das Männchen, „und wer bist Du?" „Jakob. Sei herzlich willkommen in der Heimaih, lieber Bruder!" Die Beiden umarmten sich, „'s Gottswillkomm, Schwager Selig!" rief Vögelchen, Jakobs Gattin, „kennst Du mich noch, ich bin Vögelchen, Deine Schwägerin." Ter Ostindier schaute sie prüfend an. „Das wäre ein Kunststück", sagte er lachend. „Hi. hi. hi, vor vierzig Jahren warst Du noch ein seines, zierliches Vögelchen. Jetzt siehst Du aus wie eine alte Stopfgans." Frau Vögelchen warf ihm einen bitterbösen Blick zu. Jakob rief die Seinen herbei und stellte sie dem fremden Onkel vor. „Und wo ist Bruder Nathan," fragte dieser, „lebt er nicht mehr?" Nathan nebst Frau und Tochter traten vor. „Scholaum alüchem, Bruder Selig", sagte er, die Hand zum Gruße bietend. „Die Dalphonim dürfen sich nicht vordrängcn. Hier ist meine Frau und dies ist meine Tochter." „Wenn man solch' eine Frau und solch' eine Tochter hat", sagte der Oftindier, die Beiden wohlgefällig betrachtend, „so ist man kein Talphon. Alle meine Reichthümcr gäbe ich darum, wenn ich solch' ein Kind hatte!" _ Die Worte „alle meine Reichthümcr" clcctrisirieu die ganze Jakob Logelfang'fche Familie. Er war also reich, sehr reich, der ostindische Onkel! Alle drängten sich um ihn und versicherten, wie sehr sie sich freuten, daß er endlich in die Heimath zurückgekchrt sei! Selbst Vögelchen schien die ihr iu's Gesicht geschleuderte Beleidigung zu vergeben und berichtete, welch' ein schönes Zimmer sie für den geliebten Schwager eingerichtet habe. Natürlich mußte der Onkel bei Jakob wohnen: in Nathans ärmlicher Wohnung war ja kein augemesieuer Raum für den reichen Ostindicr. (Fortsetzung folgt.) Lin und her. ich bleibe gleich. 3ch gehör' $um Limmelreich. Zeig' auch an Dir einen Stand. Oer ist immer bei der Land: Lamme auch, was immer will, Solgen muh er brav und still. Raphael Frankel, Obernbreit. „Ter ‘Xsiatlit'' erscheint wöchentlich zweimal, MontaqS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Rcichs-Mark. fürs Ausland 16 Reichs-Mark. Man abounirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 2L Pfennige die dreigcspaltene Peritzeile oder deren Raum. — Oestcrrcichische Banknoten laut Eours.— Drrecte Francoznsendnug unter «Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 1-1 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Marl an die Expedition franco einzusenden. Inhalt (Hauptblatt): Leitende Artikel: Die Sprüche der Väter. — Amcrilamsche Briefe. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland; Fürth. Ans dem badischen Oberlande. 4mal Berlin. Hamburg. — Oesterr.-Nng. Monarchie: Wien. — Feuilleton: Der Erbonkel. — Rälhscl. Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: 2mal Berlin. Wallau bei Wiesbaden. — Oest.-Ungar. Monarchie: Brünn. Iglan. Tyrnau.— Italien: Rom. — Rumänien: Bukarest. Dotufchan. — Verantwortliche Redaktion: ttr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche Nr. 4b. Truck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz. (Hierzu zwei Beilagen.)

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