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Der Israelit · 1886-05-27 · Heft 42 (27.5.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 42 (27.5.1886)
Date
1886-05-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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73tt wie 5. B. auch Professor Dr. Daniel Landers eine Autorität auf demsch-sprachlichem Gebiete, dcr Maröemanker SicamiHi und andere hier auch genanm werden dürfen. Glicht in der Simultan-, nicht in der bloßen Religionsschule. sondern allein in der ierocliiifcftcn Volks- und Konfessionsschule, sagt SrraBinmtcr* wird die religiöse Unterweisung, als die Grundlage alles Wissens am besten erreicht. 5m 6. .Kapitel schildert der Verfasser das jüdische Schulwesen in Württemberg, seinem eigenen Hcimathslandc, wo die israelitischen Lehrer den christlichen ganz gleichgestellt sind, aufs eingehendste und gibt uns noch zum Schlüsse eine Bibliographie der jüdischen Pädagogen in chronologischer Ordnung, eine ebenfalls sehr genaue und verdienstvolle Arbeit. Zn derselben hat Straßburger, während andere Bibliograpen meistens eine alphabetische Ordnung liebten, die chronologische Folge gewählt, um die Leistungen jüdischer Auroren (nur solche werden anfgeführt) auf pädagogischen! Gebiete in den verschiedenen Perioden vor Äugen zu führen. Dekan Kübel in Eßlingen, der dem Buche in einem größeren Leitartikel im „Süddeutschen Schuldotcn" (isso, Nr. r>) eine sehr ausführliche Besprechung widmet, schließt seine» Artikel mit folgenden empschlendcn Worten, denen wir uns auch anschließen: Ueberblickcn wir noch einmal das Ganze,' wie cs in 9 Lieferungen vor uns liegt, so nehmen wir keinen Anstand, diese Geschichte der Erziehung und des Unterrichts bei den Israeliten von Straßburger als den ersten wirklich gründlichen und gelungenen systematischen Versuch dieser Art zu bezeichnen und das Studium derselben für Lehrer und Laien anzuempfehlen. Neben Dr. Güdcmanns in jüngster Zeit erschienener Darstellung der drei wichtigsten Perioden der jüdischen Geschichte steht dieses Werk durchaus selbstständig da und erscheint als die fleißige Arbeit langer Jahre und als eine werthvolle Bereicherung dieses Zweiges der Geschichte der Pädagogik, die unsere Beachtung verdient. Sie empfiehlt sich auch durch die ganze Anlage und Tendenz der Schrift, die ihren Standpunkt, den wir getrost auch für unsere christlichen Schulen unterschreiben dürfen, in dem charakteristischen Schlußworte bezeichnet: „das Wissen vom Wesen der Religion und ihrer Geschichte muß der (israelitischen) Jugend in um so reicheren Maße zu Theil werden, je mehr das Leben in ihren Formen an Kraft und Umfang verloren hat, die Treue nnd Begeisterung für dieselbe muß um so tiefer in den Gemüthern befestigt werden, je mehr die Macht des Lebens in die fremde Gemeinschaft hknein.sseht. „Wer seinen Kindern den Unterricht in der Religivn vvrenthält. entzieht ihm das Erbchcil seiner Väter.- Besondere Anerkennung verdient auch noch das maßvolle besonnene Urthal des Verfassers, das sich überall bemüht, objektiv zu reden und auch diesen Vorzug erreicht hat! Auch wir wünschen dem interessanten Buche, das von rechter Liebe des Verfassers für Jude» und Judenthum zeugt und den hohen Werth einer echt jüdischen Erziehung hcrvorhebt, die weiteste Verbreitung. Kappel, 16. Mai 1886. D. Wallersteiner. Zcituugsnachrichterr uud Eorrespoudenzeu. Deutschland. Berlin, 22. Mai. Am Freitag Abend habe» die Christlich-Socialen wieder eine große Versammlung in der Tonhalle abgehaltcn. Der Umstand, daß die beiden Präsidenten der Partei, Hosprcdiger Stöcker und Professor Adolf Wagner, ei» die ftudircndc Jugend betreffendes Thema: „die deutsche Jugend, die nationale Idee und das Judenthumbehandeln wollten, hatte auch eine Anzahl Studrrcndcr dorthin geführt. Herr Hofprediger Stöcker, der nie um irgend einen dramatischen Effekt verlege» ist, wenn es gilt, seine eigene Person mit dein Nimbus des Volkstribunen zu umgeben, leitete diesmal seine Angriffe mit der Mittheilung einer ihm zugegaugencn anonymen Postkarte ein, mittelst welcher ein „ergebenst" Unterzeichneter Demokrat ihn auf eine grausige Gefahr aufmerksam machte. Die Sozialdemokraten beabsichtigten, ein Attentat auf ihn auszuführen. Wen» er heute Abend auf der Bühne stünde, würde auf ihn und auf den Polizei-Lieutenant aus Revolvern geschossen werden. Eine Anzahl Anarchisten trügen auch Dolche „tm" Busen. Große Heiterkeit, in welche Herr Stöcker selbst mit der Bemerkung emslimmte, daß die Unterschrift richtiger gelautet hätte: „Ergebenst ein Orientale." Herr Stöcker bedurfte dieser Redewendung zur Einleitung seines Vortrages, der in der Verdächtigung des ihm unsympathische» akadeuiisch-liberalen Vereins gipfelte. Dagegen wurde dem. „Verein deutscher Studenten" reiches Lob gespendet. Nicht Hetzerei, sondern de» Kampf gegen die sozialistischen Hetzer und die Hetzer gegen Thron nnd Altar wolle dieser Verein, und das sei löblich. Nachdem Herr Sind. Jnnghans, der im vorige» Semester Vorstandsmitglied des akademisch-liberalen

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