Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 42 (27.5.1886)
- Date
- 1886-05-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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WMrhäLcr, Sennolicr und Lehrer der Anftült. UM ri Uhr findet Festaktns in der Aula statt, dem Nschmitsgs ein Enm der Zöglinge, ein Festdiner für Administration, Gäste und Lehrer unb ein Schauturnen in der Seminar-Turnhalle folgen. BollweUer. (Elfast.) Am Mittwoch Len 7. Jjar d. I. verschied in Colmar Herr Joses Cahn, langjähriger Vorsteher der Gemeinde nach langem, schmerzvollem Krankenlager im Alter von 12 Jahren. Durch feinen Hintrüt wurde eine achtbare Familie ihres thcurcn Oberhauptes, das im besten Äannesalicr stand, beraubt. Der Verstorbene war ein wahrhaft frommer Jehudi gewesen, der treu, gcwiyenhaft und pünktlich unserem heiligen Neligionsgesetze nachleble. In heiligem Eifer für die Sache Gottes versah er viele Jahre hindurch das Amt eines Mohel mit großem Geschick und in der uneigennützigsten Weise, welch letztere Eigenschaft bei den Mohclim hier zu Lande, nebenbei gesagt, immer seltener wird: ja als der Edle schon von schwerer Krankheit heimgefncht war, lies; er dennoch nicht ab, diese hochheilige Pflicht zn erfüllen. In seiner Frömmigkeit ließ er sich durch nichts beirren; wenn er auch wußte, daß er vereinzelt stand, so lies; eres sich nicht nehmen, rrr? in der Synagoge vorzunehmen und war er wohl der einzige Koben in seiner großen Gemeinde, der sich dieses hochwichtigen, göttlichen Gebotes nicht schämte. Stets machte er feinen Einfluß zur Erhaltung des traditionellen Judcnthums und seiner altchrwürdigcn Einrichtungen voll und ganz geltend. — Wer die religiösen Berhaltniffe des Elsaß namentlich in den größeren Städten kennt, wird wohl diesen Verlust tief beklagen. Sind doch doch die religiösen Zustände in unserer Gegend in vielen Beziehungen ganz trauriger Art; nimmt ja die gewissenhafte Befolgung des Gotteswortes immer mehr ab, während Leichtsinn, verbunden mit grober Unwissenheit, welche doch unbedingt das Hinwcgsetzcn sogar über die erhabensten Retigiousgesetze zur Folge baden, immer mehr an Ausdehnung gewinnen. Möchte doch bald eine Acndcrnng zum Besseren cintreten, damit die Lücke, die durch das Hinscheiden dieses wackeren Mannes entstanden, wieder ansgefnllt werde. 7i'2»n L. H. Schüler, Rabbiner. Frankreich. Paris. (Die Inden Chinas.) (Fortsetzung.) Im Jahre 1644 bestieg dann die noch jetzt herrschende Dynastie, die der Twtzing, den chinesischen Kaiscr- Ihron. Dieselbe stammt ans der Mongole! und ist daher nicht chinesischer, sondern tatarischer Herkunft. Durch ein merkwürdiges Zusümmentrepen fuhrt nun das jetzige chinesische Kaiserhaus denselben Namen, den die chinesischen Inden ihren Rabbinern oder Religionslehrcru beilegen. Der Amtstitel der Letzteren lautet nämlich gleichfalls Ta-tzing d. h.'Smailehrer und kam dies folgendermaßen. Tic chinesische Sprache zählt achtzigtanscnd Worte und für ein jedes dieser Worte har sic ihr eigenes Schriftzcichcn. Jndeß sind diese 80,000 Schriftzcichcn nur Wenigen bekannt, da 6000 solche Zeichen schon für den gewöhnlichen Menschen 12 bis 15000 wieder für die Gelehrten und Schriftfteller genügen. Man kann daher auch ohne nur ein Wort Chinesisch zu sprechen, alle chinesischen Bücher lesen, wenn man nur die Schriftlichen gehörig kennt. Die Chinesen besitzen daber gar keine Eigennamen, da sie nicht die nöthigen Schriftlichen dazu haben, sondenr blös Begriffsnamcu. So heißt „Pc" im Chinesischen „Nord" und „King" wieder „Stadt", daher „Pe-king" die „Nordstadt". „Rau" heißt dann wieder „Süd" daher „Nan-klng" die „Süd-Stadt." Der jetzige chinesische Kaiser heißt wieder Kuang-tzn d. h. hochherziger Fürst. Wollen nun die Chinesen den Namen irgend einer fremdländischen Stadt oder eines auswärtigen Fürsten oder Staatsmannes niederschreibcn, so bemühen sie sich für denselben die paffenden Zeichen ans ihrer Schrift herauszufinden, die sie dann zusammcnstcllen. So stellen sie, um den Namen „Mainz" mcderschrcibcn zn können, die Schristzeichen für die Worte „Meng" und „Tzi" zusammen, waraus dann der Name „Mcngtzi" entsteht. Den Namen „Rhein" geben sie mit dem Schriftzcichcn „Leng" (vom Französischen: Rhin) wieder. Die chinesische Sprache kennt nämlich dew Buchstaben „R." gar nicht und ersetzt sie denselben immer durch ein „L." Daher „Po-lrrs" (von: Prnssta) für „Preußen", „Pel-lin" für „Berlin" und „Billcl-mi" für „Wilhelnr". Die Chinesen nennen daher Kaiser Wilhelnj: „Huang-ti (Kaiser) Bil-lcl-mi"; Als mm die Juden nach China kamen, da mußten sie für die Eigennamen der heiligen Schrift die paffenden chinesischen Schriftzeichen heranssindcn, was keine geringe Anstrengung erforderte. Hie und da mußte mau sogar den Namen gänzlich muäiibern, mit ihn mit einem chinesischen Schristzeichen wiedcrgcben zn können. Statt „Sinai" schrieb man nun „Tzin", statt „Jcrnscholajim" „Jelu-tzo-lim", statt „Israel" „J-tza-lel", statt „Moschch" „Mn-tzo", statt „Aharon" „A-ha-lung", statt Kohen „Kn-an", statt Levi „Lc-si", statt Zion „Tzi-on", statt Abraham „Ap-!a-ham", statt Jizchak „J-tzi-hal", statt Rcnben „Ln-pen", statt Josef \**'jf‘* <■?'**+'* syt«au- ****&%$»