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Der Israelit · 1886-05-20 · Heft 40 (20.5.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 40 (20.5.1886)
Date
1886-05-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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aScn ihren Bestrebungen so mich hmsichrich des Schäckrens nicht einmal unter sich einig: ein Moment, das bei einer eventuellen Verhandlung im Reichstage besonders zu betonen wäre. Ter Prändmt des Thierschntzvercins für das Grvßherzogthnm Hessen, Herr Krcisvcrerinärarzt Tr. Schäfer sagt in seinem Bericht über den süngsrcn imernaüonalcn Tbierschutzcongreß, der 1883 in Wien stansand: „Es -ist traurig zu sagen, aber leider wahr, „daß auch nicht eine einzige Thicrschuysrage cri- „stirr, über deren Lösung auch nur bei den deutschen Vereinen eine völlige Einigung erzielt „worden ist, geschweige denn bei den Vereinen „der ganzen Welt." (Allg. Thicrschutz-Zcitschrist. „1883. Nr. 12.) Aber von diesen Erwägungen abgesehen, scheint cs nicht, daß die deutschen Thierschutzvercinc durch einen Austritt ihrer jüdischen Mitglieder irgendwie empfindlich betroffen würden. Es existirt nicincs Wißen« kein statistisches Material über die Berthcilnng der ThiersÄuvvcreinsmitgLiedcr auf die verschiedenen Eonscssionen. Wenn nun auch die Dctbcilignng der Juden sicherlich nicht derjenigen anderer Eonscssionen zurückstcht, so kann die nuuicrische Ueberlcgcnheit doch nicht so wesentlich sein, wie sie es sein müßte, wenn ein Austritt der jüdischen Mitglieder einen nenncnswerthen Eindruck zurücklaffen sollte. Würde man z. D. annehmen, daß die jüdischen Thicrschntzvcreinsmitglicdcr nur 5—«% der Gcsammthcit ausmachcn, so setzte diese Annahnie auch schon eine 4mal regere Bctheiligung der Inden als der andern Eonscssionen voraus, da die jüdischen Deutschen bekanntlich nur I der gesammtcn Bevölkerung Deutschlands repräsentircn. Das Gegcntheil dürfte daher geboten erscheinen. Die jüdischen Mitglieder sollten die Thicrschnvvcrcine nicht mir nicht verlaßen, sondern unter ihren Glaubcnsgcnoffcn recht rührige Propaganda dafür machen. In meiner Schrift „Thicrschnv und Mcnschentrntz" habe ich in ausführlicher Weise den Nachweis versucht, daß die ganze Agitation gegen das Schächten sich nur auf einige wenige Wortführer znrückführcn läßt, denen die Thicrschnhvcrcine t«ma fide Folge leisteten. Die Dhicrschuvvcrcine müsse» daher iinmer wieder und wieder darauf aufmerksam gemacht werden, wie hier unter dem Deckmantel des Lhicrschntzcs, die snndamcntalsten Forderungen der religiösen Toleranz, des confcssionellcn Friedens und der wissenschaftlichen Forschung verhöhnt werden. Das; dieser Hinweis nicht unbeachtet bleibt, habe ich selbst oft erprobt. Es ist mir wiederholt gelungen, die leitenden Mrctfc verschiedener Thicrschnxvcrcine, sowie Thierschutzzeitschrmen theils durch brieflichen, chcils durch mündlichen Verkehr uud besonders durch den Hinweis ans das in meiner oben erwähnten Schrift gesammelte Material zu bestimmen, daß sie ihre Agitation gegen das Schächten anfgeben. Es wäre nnr zu wünschen, daß in diesem Sinne mehr von jüdischer Seite geschähe, kurz daß recht viele Israeliten Mitglieder von Thicrschutzverciuen würde», und dort ihren Ansichten Geltung verschafften. Aber in der gerechten Entrüstung über die Allüren antisemitisch angehauchter Heißsporne, welche zur Zeit in vielen Thierschutzvercincu das Heft in Händen haben, den Gegnern durch Austritt aus den Vereinen das Feld zu räumen, kann keinem Kenner der einschlägigen Berhältniffc rathsam erscheinen. Rabbiner Dr. Ehr mann. Fra.n f r c i ch. Paris. (Tic Juden Ehina's.) (Fortsetzung.) Im Jahre HO (a) bestieg Kaiser Wu-te, der zweite Regent ans der Tnnastie Han den chinesischen Kaiserthron. Von diesem Kaiser lesen wir in den chinesischen Jahrbüchern: „Im vierzehnten Jahre seiner Ncgienmg blieb der Ziegen gänzlich , aus, nnd da cs im vorhergegangcnen Winter auch nicht geschneit hatte, so herrschte in Folge dessen in den Provinzen des Reiches eine große Trockenheit, die eine große Hungersnoth erzeugte. Die kaiserlichen Speicher in den großen Städten des Reiches wurden daher geöffnet und Reis an die Armen vcrtheilt. Schiffe fuhren den Gelben Fluß hinauf nnd hinab und brachten nach allen Städten daselbst den vom .Kaiser gespendeten Reis. Ter Bicckönig von Kaisong-su befahl nun, daß nebst den Einheimischen, auch die vom Sonnenuntergänge her eingcwandertcn Fremden mit Ncisrationcn bedacht werden sollen. Tic Aeltcften unter den Fremden begaben sich hierauf zum Bicckönige und lobten ihn nnd dankten ihm für die ihnen und ihren Brüdern gewährte Nahrung." Man glaubt nun, daß unter diesen „vom Sonnenuntergänge her cingewandertcn Fremden" die Juden verstanden werden, welche von Persien her, das im Westen Ehinas liegt, dorthin cingewandcrt sind. Der Nachfolger Wn-te'S, Kaiser Si-n-en-ti, der ein großer Kriegsherr war, führte persönlich ein Heer nach Mittelasien und Persien, um sich diese Länder zn unterwerfen, und befanden sich in seinem (befolge, wie die chinesischen Jahrbücher erzählen „auch einige Männer mit langen Bärten, ivctchc in den Sprachen der Barbaren reden konnten." linier diesen „Männern mit langen Bärten" mögen sich wohl auch etliche Inden befunden

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