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Der Israelit · 1886-05-20 · Heft 40 (20.5.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 40 (20.5.1886)
Date
1886-05-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Zöglinge mit einem großen Anthcile sorgen muß, kann diese Anstalt sich gedeihlich sortcmwickeln, wenn sie selber mit den größten Existcnzsorgen zu kämpfen gezwungen ist? Könnte sie nicht vielleicht auch im Innern mit Zusammenzichung aller Kräfte noch Höheres erreichen, wenn sie nicht um „das tägliche Brod" zu sorgen hatte, wenn ihre Basis gegründet, ihre Zukunft gesichert wäre? Tie Anstalt schreitet ja auch in finanzieller Beziehung stetig vorwärts, aber viel zu langsam, um ihrem goldenen Hochziele bald nahe zu sein. „Wir richten die inständige Bitte an unsere treuen Freunde," so heißt es in dem Berichte des Euratoriums, „sowohl selbst bis zur Zeit größerer Selbstständigkeit des Instituts auszuharrcn, wie auch unser» Kreis erweitern zu helfen, damit diese ersehnte Zeit, in welcher das Seminar durch entsprechende Fonds und ohne stete Existenzsorgen die an dasselbe gestellten Ansprüche erfüllen kann, recht bald erreicht werden könne. Dies wird besonders dadurch gefördert werden, wenn unsere Anhänger, bei besonderer Gelegenheit der Freude oder der Trauer diese Gedenktage durch größere Widmungen für die verschiedenen Spezialtitel der Anstalt, namentlich den der Stipendienwie der Pensionsfonds, verewigen." In einer glücklichen Vergangenheit, da war cs heilige Satzung, das; ganz Israel, Priester und Leviten, Sklaven und Freigelassene einen halben Schekel opferten als „Lösegcld ihrer Seele", und aus dem Ertrage dieser Spende wurden die c\nx verfertigt, die Füße, auf denen das Heiligtlnnn ruhte, die Grundlage, auf der es stand. Israeliten' Gesinnnngsgenossen! onpsn by 12x7» -2 Ihr alle, auf die mau zählen und rechnen darf, denkt daran, das Rabbiner-Seminar ist der Boden, ans welchem sich die Zukunft des gcsetzcstreuen Iudenthnms erheben soll, cs ist die Stätte, die Eure geistigen Führer und Leiter heranbildet, es ist die Stütze des Heiligthums! Leget freudig auf den Altar des Glaubens Eure Schekclspcndcn nieder, auf daß ans ihnen die D\nK, die Füße des HclkgthnmS befestigt werden, leget sic nieder Mtrsj nea, als ein Lösegcld für Euch, als eine heilige Schuld, die Ihr dem großen Ganzen, die Ihr Euren Grundsätzen, die Ihr dem Manne schuldet, der im Dienste der großen Sache sich hinopscrt, der in der gesicherten Zukunft der Anstalt die Erfüllung seines Lcbenstranmcs erblicken würde! — Schließen wir mit den Schlußworten des Rektors: „Allerdings steigern sich nnsere Sorgen gar sehr, aber der himmlische Vater, Dem unsere Anstalt bereits so vielen Schutz und Hilfe zu verdanken hat, wird durch die Treue unserer thütigen Freunde, wie bisher, auch darüber hiirweghclfcn, und muß und wird es unsere stete Sorge sein, dieser Gnade immer würdig zu bleiben." Bk. Zeitrrngssachrichterr und Correfpoudeszen. Deutschland. Kuruik, im Mai. Die geringe Anzahl der in unserer Provinz angcstellten südischen -Schnlinspectore» hat sich jetzt um euren vermehrt. Auf den Antrag des hiesigen Schul- und Korporatrons- ^Vörstandes ist nämlich unser Rabbiner Herr A. Wolfs von der Königlichen Regierung zn Pose» laut Verfügung vom 3. d. M. als Local-Schuk- Jnspector über die hiesige jüdische Schule ernannt werden. 9k. Busch. Schweiz. Baden. Bei Besprechung der Agitation gegen das Schächten, welche vom Verband der deutschen Thierschutzvereine jetzt auch vor das Forum des Reichstags gebracht werden soll, wird in Nr. 37 dieser Blätter den jüdischen Thierschußvereinsmitgliedern gerathen, die bisherige Gemeinschaft unverzüglich zu losen und wird ein solcher Austritt der jüdischen Mitglieder aus den Thierschutzvercmen als die beste und treffendste Antwort auf dieses Gebühren bezeichnet. Ich möchte mir erlauben, gegen diesen Rath einige Bedenken geltend zn machen. — Der Vorstand deutscher Thierschutzvereine umfaßt nach einer im Januar 1885 abgeschlossenen Zusammenstellung, 73 Vereine, während es in Deutschland im Ganzen 161 Thierschutzvereine gibt. 88 deutsche Thierschutzvereine d. i. 55°/n sind also dem Verbände bis jetzt nicht bcigetreten. Man kann daher für das Vorgehen des Verbandes, die einzelnen deutschen Thierschutzvercine nicht so ohne weiteres verantwortlich machen. — Dazu kommt noch, daß thatsächlich nicht sämmtlichc Thierschutzvereine sich gegen das Schächten erklärt haben. Der Ausschuß des Thierschntzvcrcins zu Gotha hat im Oktober 1880 verschiedene den Thierschutz bctr. Fragen an 56 Vereine gerichtet. Auf die Frage: „Sind besondere Klagen über Mißbräuche bcimSchächten und über dieses selbst zu sü h renV" sind 42 Antworten eingelanfcii. 6 Antworten lauten dahin, daß überhaupt nicht geschachtet wird, 15 (36"/,.), daß das Schächten incl. Vorbertitnugenzukeinett Klagen führe, 21 (50"„), daß das Schächten höchst thiergnälcristh sei, besonders die Vorbereitungen dazu. — Die Thierschutzvereine sind wie bet

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